Nach einem Anschlag mit Tierblut und einem abgetrennten Schweinekopf auf eine Moschee in Memmingen hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt: Es handelt sich um deutsche Staatsbürger, wie es heißt. Ihnen wird Volksverhetzung, Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft, Störung der Religionsausübung sowie gemeinschädliche Sachbeschädigung vorgeworfen.
Beweismaterial bei Durchsuchung sichergestellt
Bei den Beschuldigten habe es Durchsuchungen gegeben, berichtete ein Sprecher der Münchner Generalstaatsanwaltschaft. "Dabei konnte umfangreiches Beweismaterial, unter anderem Kleidungsstücke und elektronische Datenträger, sichergestellt werden, welches nunmehr auf mögliche entlastende oder belastende Beweismittel ausgewertet wird", sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Murer.
Blut und Tierkopf an Memminger Moschee
Am 1. Mai war es in den frühen Morgenstunden zu dem Anschlag auf das Gotteshaus der türkisch-islamischen Gemeinde in Memmingen gekommen. Die Täter hatten mit Blut befüllte Luftballons gegen die Wand im Eingangsbereich der Moschee geworfen. Zudem hatten sie den Schweinkopf auf das Symbol des Halbmondes gesteckt.
Die Generalstaatsanwaltschaft hatte den Fall als Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus übernommen.
Übergriffe und Diskriminierung gegen Muslime auf Höchststand
Die Zahl antimuslimischer Vorfälle in Deutschland ist auf einem neuen Höchststand. 3.080 Übergriffe und Diskriminierungen erfasste die Claim-Allianz für das Jahr 2024. Das sei eine Zunahme von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.926). Im Vergleich zu 2022 haben sich die Vorfälle sogar mehr als verdreifacht.
Im Schnitt gab es 2024 mehr als acht Fälle pro Tag. Diese Zahlen gehen aus einem Bericht hervor, der von der Claim-Allianz vergangenes Jahr vorgestellt wurde. Die Berliner Organisation vereint laut eigenen Angaben 51 muslimische und nicht-muslimische Akteure – auch aus Bayern. Die Allianz wird vom Bundesinnenministerium gefördert.
In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Muslime. Rund 600.000 davon in Bayern, was in etwa fünf Prozent der bayerischen Bevölkerung entspricht.
Mit Informationen von dpa
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