Eine Hand streichelt einen Babyfuß.
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Die Situation der Hebammen in der Geburtshilfe ist angespannt.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Hendrik Schmidt
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"Sind nicht die Kostentreiber": Hebammen unter Druck

"Sind nicht die Kostentreiber": Hebammen unter Druck

Die Situation der Hebammen ist angespannt: Seit knapp einem Jahr gilt der Hebammenhilfevertrag, der in der Geburtshilfe weniger Verdienst bedeutet. Die Folge: Immer mehr Hebammen hören auf. Das ist auch Thema beim Hebammenkongress in Nürnberg.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Immer mehr Hebammen klagen über schlechte Arbeitsbedingungen. Im Zentrum der Kritik steht der seit November 2025 geltende Hebammenhilfevertrag. Er regelt, wie freiberufliche Hebammen vergütet werden und welche Leistungen sie abrechnen können. Eigentlich soll er für mehr Transparenz und Qualität sorgen – unter anderem durch eine genauere Dokumentation der Betreuung. Doch viele Beleghebammen berichten, dass der Vertrag ihren Alltag eher erschwert – mit Folgen auch für die Entbindungsstationen.

Das ist auch Thema beim Hebammenkongress "HEBAKON" in Nürnberg. Mehr als 1.000 Hebammen werden dort erwartet. Es geht um Weiterbildung und Austausch – aber auch um die Zukunft des Berufs.

Mehr Bürokratie für Beleghebammen

Der seit November 2025 geltende Hebammenhilfevertrag regelt die Vergütung und Leistungen der freiberuflichen Hebammen. Ziel sind mehr Transparenz und Qualität – etwa durch detailliertere Dokumentation. In der Praxis führe das jedoch dazu, dass Beleghebammen mehr arbeiten müssten und am Ende weniger verdienten, kritisiert der Bayerische Hebammen Landesverband. Viele Hebammen säßen nach ihren Diensten noch lange im Kreißsaal, um unbezahlt nachzudokumentieren. Die Folge: Immer weniger Hebammen arbeiten in der Geburtshilfe, immer mehr wechseln in andere Arbeitsbereiche.

Mehr als 100 Entbindungsstationen geschlossen

Das verschlechtert die ohnehin angespannte Situation auf den Entbindungsstationen. Laut Statistischem Bundesamt haben in den vergangenen 35 Jahren in Bayern mehr als 100 Entbindungsstationen geschlossen. Ganz aktuell schließt der Kreißsaal in Lichtenfels, berichtet die Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbands, Mechthild Hofner. Ihrer Einschätzung nach könnten 2027 fünf weitere folgen. Für Schwangere bedeutet das oft längere Wege in die Klinik. Für das verbleibende Personal steigen Arbeitsdruck und Verantwortung.

Vom Kreißsaal in die eigene Praxis

Auch in der Hebammenpraxis Gunzenhausen arbeiten von den dort ansässigen fünf Hebammen nur noch zwei in der Geburtshilfe. Die Arbeitsbedingungen seien einfach nicht gut, sagen sie. Stattdessen betreuen die Hebammen Schwangere, Mütter und Babys und bieten ein breites Kursprogramm an – von Geburtsvorbereitung und Rückbildung über Babymassage bis hin zu Babyschwimmen. Denn in diesem Bereich hat der Hebammenhilfevertrag zum Teil Verbesserungen bewirkt.

"Das gibt einem einfach Sicherheit"

Die Arbeit der Hebammen und auch die Hebammen selbst sind für Frauen und junge Familien essentiell – vor, während und nach der Geburt. Das hat auch Nadine Ballenberger aus Unterwurmbach bei Gunzenhausen erlebt. Einmal die Woche kommt Hebamme Maike Loy aus der Hebammenpraxis Gunzenhausen bei ihr vorbei. "Es ist schön, wenn man weiß: Ok, jetzt kommt jemand, der kennt sich aus. Dann kann man seine Fragen stellen, und das gibt einem einfach Sicherheit", meint Nadine Ballenberger. Auch für Vater René ist die Unterstützung der Hebamme unverzichtbar. "Man kennt sich einfach nicht aus. Und man kriegt dann die ganzen Tipps und alles gezeigt. Das ist echt super", findet er. Hebamme Maike Loy kontrolliert außerdem, ob sich das Baby gut entwickelt und zunimmt.

Aus Liebe zur Arbeit mit den Frauen

Maike ist Hebamme geworden, weil sie die Arbeit mit den Frauen liebt, berichtet die 25-Jährige. An ihrem Beruf mag sie vor allem "die Leute zu begleiten in der ersten wichtigen Phase, zu sehen, wie eine Familie zusammenwächst, wie auch das Paar sich nochmal ganz neu kennenlernt und ja, einfach dabei zu sein, wie ein neues Leben und eine neue Familie entsteht". In der Geburtshilfe arbeitet Maike aktuell nicht. Auch sie begründet das mit den Arbeitsbedingungen, die sich verschlechtert hätten.

"Wir sind nicht die Kostentreiber"

Deshalb versucht der Bayerische Hebammen Landesverband seit der Einführung des Hebammenhilfevertrags, beim GKV-Spitzenverband und bei Politikern Verbesserungen zu erreichen. Denn Hebammen seien wichtig für das gesamte Gesundheitssystem, betont Verbandsvorsitzende Mechthild Hofner. "Wir sind nicht die Kostentreiber. Wir wirken kostendämpfend fürs Gesundheitssystem. Denn wenn eine Geburt gut läuft, dann wirkt das präventiv für das gesamte Leben der Frau, des geborenen Kindes, der neuen Familie und spart in der Folge enorme Folgekosten", argumentiert Hofner.

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