Eine Person ist auf einer Wiese mit einer Sonde unterwegs.
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Mit der Metallsonde losziehen und schauen, was sich im Boden so alles findet – für viele ist das ein fesselndes Hobby.
Bildrechte: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
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Mit der Metallsonde losziehen und schauen, was sich im Boden so alles findet – für viele ist das ein fesselndes Hobby.

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Sondengänger auf Schatzsuche: Zwischen Hobby und Straftat

Sondengänger auf Schatzsuche: Zwischen Hobby und Straftat

Mit der Metallsonde losziehen und schauen, was sich im Boden so alles findet: Für viele ist das ein fesselndes Hobby. Oft halten sich Schatzsucher jedoch nicht an die Regeln. Manchmal geschieht das aus Unwissenheit – manchmal aber auch vorsätzlich.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Einen verborgenen Schatz finden – diese Vorstellung fasziniert viele bereits seit ihrer Kindheit. Zahllose Abenteuergeschichten, Romane und Legenden kreisen darum und haben einen Mythos erschaffen – von atemberaubender Spannung, irgendwo schlummernden Kostbarkeiten und von schlagartigem Reichtum. Wohl auch deshalb ist das Losziehen mit einer Metallsonde für viele Menschen ein fesselndes Hobby. Manchen reicht es bereits, wenn sie ein wenig verlorenes Kleingeld ausbuddeln können. Es gibt aber auch Sondler, die auf weit höhere Erträge aus sind und dabei Rechtsverstöße begehen.

Illegale Schatzsuche auf archäologischen Grabungsflächen

Archäologe David Biedermann hat mit ihnen bereits Bekanntschaft gemacht, genauer gesagt: mit den Schäden, die sie hinterlassen haben. Er leitet eine Grabungsfirma in Ingolstadt und wird hinzugezogen, wenn Bauarbeiten auf einem Grundstück anstehen, in dem archäologische Spuren vorhanden sind oder vermutet werden. Oder wenn Bodendenkmäler erforscht werden sollen, also etwa die Überreste historischer Siedlungen. Biedermanns Team dokumentiert die Befunde im Boden und birgt alle beweglichen Objekte fachgerecht. So bleiben sie für die Nachwelt erhalten.

Als die Archäologen vor vier Jahren auf einer ehemaligen Keltensiedlung, dem Oppidum bei Manching, Grabungen durchführten, schlugen über Nacht Plünderer zu: Sie kamen mit Metallsonden, ließen mutmaßlich zahlreiche Fundstücke mitgehen und hinterließen Bayerns größtes Bodendenkmal als zerlöcherte Fläche. Nicht nur die Arbeit der Archäologen war damit zerstört, sondern auch das heimatgeschichtliche Wissen, das die Objekte wohl offenbart hätten. "Sondengänger sind eine große Bedrohung für unsere Ausgrabungstätigkeit", fasst Biedermann die Situation zusammen.

Im Video: Sondengänger auf Schatzsuche – zwischen Hobby und Straftat

Bildmontage: Sonde über Geldmünzen im Boden
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Sondengänger auf Schatzsuche – zwischen Hobby und Straftat

Schatzregal soll Grabungstourismus unterbinden

Kein Einzelfall, denn Bayern stand bei Raubgräbern lange hoch im Kurs. Bis vor drei Jahren galt hier die vergleichsweise liberale Regelung, wonach ein Fund zur Hälfte dem Finder und zur anderen dem Grundstückseigentümer gehörte. Der Ertrag aus Plünderungen ließ sich so einfacher als anderswo zu Eigentum deklarieren, erklärt Andreas Büttner vom Landesamt für Denkmalpflege (BLfD). Die Folge: Schatzsucher kamen scharenweise und räumten die Böden leer. Viele der Beutestücke verschwanden auf dem Schwarzmarkt. Im Internet existieren zahlreiche Foren und Gruppen, in denen Sondengänger sich und ihre Funde präsentieren – darunter auch solche, die unterschlagen wurden.

Um den Raubbau an Bayerns kulturellem Erbe zu unterbinden, führte der Freistaat 2023 ein Schatzregal ein – eine rechtliche Regelung, die andere Bundesländer schon lange haben. Jeder Fund, der den Behörden gemeldet wird, geht damit automatisch ins Eigentum des Freistaats über. "Das Schatzregal ist die Möglichkeit, dass archäologische Funde niemandem gehören, sondern nur dem Land", sagt Büttner. Der Staat verdient dabei nichts, da er die Eigentümer der Fundorte entschädigt. Finder erhalten den gesetzlichen Finderlohn von drei Prozent des Fundwerts.

Sondengänger – eine schillernde Szene

David Arnold aus Nürnberg, der seit mehr als 25 Jahren Sondengänger ist, lehnt Plünderungen zwar ab, ist aber auch gegen das Schatzregal. Findern sollte weiter die Hälfte gehören, fordert er, und will bald eine entsprechende Petition starten. Sonst werde sich nichts daran ändern, dass Sondler ihre Funde kaum melden. "Dadurch, dass die Eigentumsregelung so ist, wie sie jetzt ist, ist ja keine Motivation da, ehrlich zu sein", meint er. Niedrig waren die Meldequoten zwar schon vor Einführung des Schatzregals. Daran sind laut Arnold aber nicht die Sondler schuld, sondern die aus seiner Sicht voreingenommenen Behörden.

Geschätzte 15.000 Sondengänger gibt es in Bayern. Die Szene ist extrem heterogen, weiß Büttner vom BLfD. Zu ihnen zählen einfache Freizeit-Schatzsucher, Hobby-Historiker, aber eben auch Hardliner, denen die Regeln für Sondengänger [externer Link] völlig egal sind. Trotzdem ist nicht jeder Sondler ein Raubgräber. Das BLfD steht daher mit einzelnen Vertretern in Kontakt. Das Ziel: eine Sensibilisierung. Die hält auch Archäologe David Biedermann für zentral. Er ist aber skeptisch, ob das klappt: "Ich glaube, man muss froh sein, wenn man zehn Prozent der Leute in einen ernsthaften Dialog bekommt."

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