(Symbolbild) Ein Spargelbauer hält frisch gestochenen Spargel in der Hand
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(Symbolbild) So soll es aussehen bei der Spargelernte. Wegen der Kälte wächst der Spargel derzeit allerdings recht langsam.
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(Symbolbild) So soll es aussehen bei der Spargelernte. Wegen der Kälte wächst der Spargel derzeit allerdings recht langsam.

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Was fehlende Helfer und Kälte für die Spargelernte bedeuten

Was fehlende Helfer und Kälte für die Spargelernte bedeuten

Frostige Temperaturen und fehlende Erntehelfer: Spargelbauern haben heuer mit Widrigkeiten zu kämpfen. Was das für die Ernte des beliebten Stangengemüses bedeutet.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Eigentlich sollte die Spargelsaison längst in vollem Gang sein, doch bei den kühlen Temperaturen der vergangenen Tage lässt sich auch der empfindliche Spargel Zeit. Genauso wie die Erntehelfer, die bei den Spargelbauern händeringend gesucht werden. Denn die Saisonkräfte – vorwiegend aus dem Ausland – kommen längst nicht mehr so zahlreich wie früher. Das spürt auch Spargelbauer Stephan Seibold auf seinem Hof bei Augsburg.

Ganze Branche leidet unter Erntehelfermangel

Lange weiße Plastikplanen spannen sich über das Feld. Und zwischen den Reihen läuft Stephan Seibold. Ein Spargelbauer allein auf weiter Flur. "Normalerweise wären wir jetzt beim Spargel in der Haupternte. Wir müssten mit sieben Arbeitskräften praktisch den Spargel ernten. Zurzeit sind aber nur vier Arbeitskräfte da", sagt Seibold.

Und das, obwohl Spargelbauern in den vergangenen Jahren viel für die Attraktivität rund um diese nach wie vor körperlich fordernde Tätigkeit getan haben: Etwa Zwei-Bett-Zimmer mit WLAN, Verpflegung, Arbeitskleidung und Ausrüstung werden gestellt. "Das hilft leider trotzdem nicht. Die ganze Gärtnerbranche leidet unter akutem Erntehelfermangel", sagt die Vorsitzende des Spargelerzeugerverbands Südbayern, Claudia Westner.

Spargelerzeuger-Verband erwartet keine höheren Preise

Bezahlt wird inzwischen der Mindestlohn. Deshalb hätten die Arbeiter schneller das Geld beisammen, das sie verdienen wollen – und würden schneller wieder abreisen –, beklagt Westner. Ein weiteres Problem sei Unberechenbarkeit. Wenn die Helferinnen und Helfer mitbekommen, dass woanders bessere Arbeitsbedingungen herrschen oder besseres Wetter, dann sei es oft so, "dass ein ganzer Trupp dann während der Ernte einfach fährt", sagt Westner.

Das sei nicht nur ein Problem bei der Spargelernte, sondern generell in der Gemüse- und Obstbranche. Höhere Preise für Spargel müssten Verbraucher aber nicht befürchten. "Weil wir ja auch wissen, dass auf Grund der gestiegenen Energiekosten das Geld nicht so locker sitzt und tendenziell der Spargel während der Saison eher günstiger wird als teurer", sagt Claudia Westner vom Spargelerzeugerverband.

Etliche Betriebe haben aufgegeben

Ein guter Umgang miteinander und die Unterbringung sind sehr wichtig, sagt Landwirt Seibold. Erntehelferin Caroline stützt sich mit roten Wangen auf ihre Heugabel – und ist zufrieden mit dem, was Bauer Seibold ihr und den anderen Arbeitskräften bietet.

Etliche Betriebe in der Region hätten wegen der fehlenden Arbeiter bereits aufgegeben. Oder ihre Produktion umgestellt. Sollte es so weitergehen wie in den vergangenen Jahre, erwägt auch Stephan Seibold, mit seinem Sohn neue Wege zu gehen.

Spargel wächst bei Kälte langsamer

Fürs Erste kommt ihm jedoch die kühle Witterung zu Hilfe. Der Spargel wächst deshalb langsamer. Das gibt ihm etwas mehr Zeit, um mit seinen wenigen Arbeitern die Spargelernte einzufahren.

Verbands-Chefin Claudia Westner sagt, bislang sei man mit der Ernte zufrieden, aber "etwas mehr Sonne bräuchten wir, damit die Menge mehr nach oben geht".

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