(Archivbild) Lkw auf der Autobahn
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(Archivbild) Bayern setzt wegen des Niedrigwassers vorübergehend das Fahrverbot für Lkw aus.
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Staugefahr: Bayern lockert Lkw-Fahrverbot, aber Österreich nicht

Staugefahr: Bayern lockert Lkw-Fahrverbot, aber Österreich nicht

Nach anderen Bundesländern setzt auch Bayern wegen des Niedrigwassers das Fahrverbot für Lkw aus: vom 15. bis 31. August. In Österreich gibt es bisher aber keine Lockerung: Innenminister Herrmann warnt vor Staus an der Grenze.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Bayern lockert für die nächsten drei Wochenenden die Fahrverbote für Lastwagen: sowohl das Sonn- und Feiertagsverbot als auch das Lkw-Fahrverbot an den Samstagen in den Hauptreisezeiten. Vom 15. bis 31. August dürften Lkw über 7,5 Tonnen an den Wochenenden fahren, "wenn sie Güter transportieren, die wegen des Niedrigwassers nicht auf den deutschen Schifffahrtsstraßen befördert werden könnten", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Herrmann: Zusätzliche Belastung der Autobahnen

Für Autofahrer kann das dem Minister zufolge Auswirkungen haben. An diesen drei Wochenenden seien ohnehin viele Menschen auf dem Weg in den Urlaub oder auf der Rückreise. "Wenn jetzt mehr Lkw unterwegs sind, wird das natürlich eine zusätzliche Belastung der Autobahnen bedeuten und vielleicht auch zu noch mehr Staus führen."

Zudem habe Österreich bisher keine Ausnahme von seinen Lkw-Fahrverboten erlassen, was zu Behinderungen auf dem Weg Richtung Süden führen könne: Es bestehe die Gefahr, "dass die Lkw in Fahrtrichtung Österreich sich vor den Grenzübergängen stauen werden", erläuterte Herrmann. Im Nachbarland bestehe an Sonn- und Feiertagen – und somit auch an Mariä Himmelfahrt an diesem Samstag – von 0.00 bis 22.00 Uhr ein Lkw-Fahrverbot. Sonst gelte in Österreich an allen Samstagen ab 15 Uhr ein Lkw-Fahrverbot.

Spediteure: Keine "Flut von Lkw"

Die Geschäftsführerin des Landesverbandes Bayerischer Spediteure (LBS), Sabine Lehmann, beruhigt derweil die Menschen, die am Wochenende auf den Straßen unterwegs sein werden: "Nein, es ist nicht zu befürchten, dass jetzt hier eine Flut von Lkw mehr auf der Straße ist", sagt sie im BR-Interview. Denn es gebe nur eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen sowie von Fahrern und Fahrerinnen. "Und da werde ich nicht plötzlich die wundersame Vermehrung hinbekommen." Der Transportbranche bringe die Aufhebung der Fahrverbote vor allem mehr Flexibilität.

Von den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen, wo das Fahrverbot schon am vergangenen Wochenende aufgehoben war, gab es laut NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) unterschiedliche Rückmeldungen: "Manche sagen, es war voller. Andere haben gesagt, man hat es nicht gemerkt." Allerdings sei das Fahrverbot erst am Freitag ausgesetzt worden: Wegen dieser Kurzfristigkeit seien die Auswirkungen vermutlich "noch nicht so spürbar" gewesen.

Binnenschifffahrt stark beeinträchtigt

Wegen der anhaltenden Trockenheit werden an deutschen Binnenschifffahrtsstraßen zum Teil historische Tiefstände verzeichnet, zum Beispiel an Rhein und Donau. Das beeinträchtigt die Binnenschifffahrt stark. "Logistikketten, die für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft notwendig sind, sind durch das extreme Niedrigwasser gestört", sagte Herrmann. "Die Möglichkeit einer Verlagerung auf die Straße ist daher zwingend erforderlich."

Allerdings dürfe von dieser Lockerung "nur in erforderlichem Umfang" Gebrauch gemacht werden: aus Rücksicht auf die Sonn- und Feiertagsruhe, die Wohnbevölkerung, die Umwelt und auf den Ferienreiseverkehr. "Wir möchten dringend darum bitten, dass nur Lkw, die das auch dringend brauchen, von den Sonntagsfahrmöglichkeiten Gebrauch machen", sagte der Minister dem BR. "Und wir erwarten gleichzeitig, dass einigermaßen schlüssig nachgewiesen werden kann, dass es sich um Güter handelt, die ansonsten mit der Binnenschifffahrt transportiert worden wären." Der Transport von Mikrochips von Dresden nach Nürnberg beispielsweise falle nicht unter diese Regelung.

Wie geht es im September weiter?

Nach den drei nächsten Wochenenden muss laut Herrmann dann geschaut werden, wie sich die Lage im Transportwesen entwickle. "Wir hoffen, dass es ja doch in der nächsten Zeit auch wieder zu stärkeren Niederschlägen kommt." Die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots könne jedenfalls kein Dauerzustand sein. "Wir gehen von einer Ausnahme aus, so sehen das die anderen Bundesländer und der Bund auch."

Die Zahl der Bundesländer, die Lkw-Fahrverbote aussetzen, nimmt derweil weiter zu. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten die Verbote schon zum vergangenen Wochenende vorübergehend gelockert. Hinzu kommen nun neben Bayern auch Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.

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