Zu sehen ist ein Gebäude der Winora Group in Sennfeld. Im Vordergrund steht ein großes Hinweisschild mit der Aufschrift „WINORA GROUP“ sowie den Marken Haibike, Winora, Ghost und weiteren Fahrradmarken. Dahinter befindet sich ein modernes, grau verkleidetes Gebäude mit großflächigen Fenstern und einem Eingangsbereich mit Holztür. Auf dem Schild ist „Logistik, Versand, Showroom“ angegeben.
Zu sehen ist ein Gebäude der Winora Group in Sennfeld. Im Vordergrund steht ein großes Hinweisschild mit der Aufschrift „WINORA GROUP“ sowie den Marken Haibike, Winora, Ghost und weiteren Fahrradmarken. Dahinter befindet sich ein modernes, grau verkleidetes Gebäude mit großflächigen Fenstern und einem Eingangsbereich mit Holztür. Auf dem Schild ist „Logistik, Versand, Showroom“ angegeben.
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Die Accell Germany Gruppe mit Sitz in Sennfeld bei Schweinfurt: Winora, Haibike und Ghost suchen nach Investoren.
Bildrechte: BR / Norbert Steiche
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Die Accell Germany Gruppe mit Sitz in Sennfeld bei Schweinfurt: Winora, Haibike und Ghost suchen nach Investoren.

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Insolvenz bei beliebten Fahrradmarken: Bikes sollen weiterrollen

Insolvenz bei beliebten Fahrradmarken: Bikes sollen weiterrollen

Nach dem Insolvenzantrag der niederländischen Accell-Gruppe gibt es nun erste Signale, wie es für die bekannten Fahrradmarken Winora, Haibike und Ghost weitergehen könnte. Der Betrieb soll weiterlaufen. Und in die Investoren-Suche kommt Bewegung.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Die Nachricht von der Insolvenz der deutschen Accell-Gesellschaften hatte am Wochenende für große Unsicherheit gesorgt. Betroffen sind die bekannten Fahrradmarken Winora, Haibike und Ghost sowie der Komponentenhersteller E. Wiener Bike Parts. Die Insolvenzanträge waren am 5. August beim Amtsgericht Schweinfurt gestellt worden.

Nun gibt es erste konkrete Hinweise darauf, wie es an den Standorten in Sennfeld bei Schweinfurt und Waldsassen in der Oberpfalz weitergehen könnte. Die Gesellschaften befinden sich derzeit in vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren. Das bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt zunächst im Amt und steuert die Sanierung gemeinsam mit externen Experten.

Fahrräder sollen weiter verkauft werden

Für Kunden, Händler und Lieferanten soll sich zunächst wenig ändern. Der Geschäftsbetrieb werde derzeit auf die Fortführung im Insolvenzverfahren umgestellt und solle anschließend "weitestgehend uneingeschränkt fortgeführt werden", teilte der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren, der Stuttgarter Rechtsanwalt Martin Mucha auf Anfrage von BR24 mit.

Demnach sollen Händler, Kunden und Lieferanten nach Abschluss dieser Umstellung über die weiteren Abläufe informiert werden. Ziel ist es, die Unternehmen während des Verfahrens am Markt zu halten und eine Lösung für die Zukunft zu finden.

Erste Kaufinteressenten haben sich gemeldet

Eine wichtige neue Entwicklung: Nach Angaben Muchas gibt es bereits erste Interessenten für die Unternehmen. Mit ihnen würden erste Gespräche geführt. Nun soll ein strukturierter Investorenprozess gestartet werden.

Noch ist offen, ob ein möglicher Käufer die gesamten deutschen Gesellschaften übernimmt oder ob einzelne Marken beziehungsweise Geschäftsbereiche verkauft werden. "Es wird nach der bestmöglichen Lösung für die Unternehmen, die Beschäftigten und die Gläubiger gesucht", erklärte Mucha. Die Sanierungsexperten sehen dabei durchaus Chancen. Winora, Haibike und Ghost seien etablierte Marken mit einer treuen Kundenbasis. Das sei eine solide Grundlage für eine Fortführung.

Gehälter bis Ende Oktober gesichert

Für die Beschäftigten gibt es zumindest kurzfristig Planungssicherheit. Die Löhne und Gehälter sind nach Unternehmensangaben über das Insolvenzgeld bis Ende Oktober 2026 abgesichert.

An den Standorten Sennfeld und Waldsassen arbeiten insgesamt rund 370 Menschen. Welche Folgen das Verfahren langfristig für die Arbeitsplätze und die Standorte haben wird, ist derzeit allerdings noch offen. Auch einen konkreten Zeitplan für die nächsten Entscheidungen gibt es bislang nicht.

Fahrradbranche leidet weiter unter Folgen des Corona-Booms

Als Ursache der Krise nennt Mucha die anhaltenden Probleme der Fahrradbranche. Nach dem Boom während der Corona-Pandemie brach die Nachfrage deutlich ein. Viele Hersteller kämpfen seitdem mit hohen Lagerbeständen, sinkenden Preisen und schwächeren Verkaufszahlen.

Die Accell-Gruppe hatte in den vergangenen Jahren versucht, ihre Finanzen neu zu ordnen. Ein Verkaufsprozess für den gesamten internationalen Konzern scheiterte jedoch Anfang August. In der Folge stellte die Unternehmensgruppe in mehreren Ländern Insolvenzanträge.

Ob die bekannten bayerischen Fahrradmarken einen neuen Eigentümer finden und wie viele Arbeitsplätze erhalten werden können, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

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