Küchenkräfte aus ganz Deutschland bei der "Michelin Guide - Restaurant Ceremony Germany 2026"
Küchenkräfte aus ganz Deutschland bei der "Michelin Guide - Restaurant Ceremony Germany 2026"
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Warten aufs Essen, pardon, die Preisverleihung: Küchenkräfte aus ganz Deutschland bei der "Michelin Guide - Restaurant Ceremony Germany 2026"
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Warten aufs Essen, pardon, die Preisverleihung: Küchenkräfte aus ganz Deutschland bei der "Michelin Guide - Restaurant Ceremony Germany 2026"

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Sternenhimmel weißblau: Bayern hat jetzt 80 Michelin-Restaurants

Sternenhimmel weißblau: Bayern hat jetzt 80 Michelin-Restaurants

Essen wie Gott in Bayern: Von den 339 deutschen Restaurants, die sich mit mindestens einem Stern des neuen "Guide Michelin" schmücken können, liegen 80 in Bayern. München wartet mit einem echten Shootingstar auf.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Kein diskretes Geklapper von Besteck auf Porzellan, stattdessen Jubelschreie und ein paar Seufzer: Im Palmengarten Frankfurt sind die neuen Michelin-Sterne verliehen worden. Insgesamt 339 Betriebe in Deutschland können sich nun mit mindestens einem Stern schmücken.

80 davon finden sich in Bayern. Und drei – allesamt in Oberbayern – sind sogar dreifach besternt.

Leichter Schwund in Bayerns Küche – und ein Shootingstar

Die Seufzer vorneweg: Vier bayerischen Gastrobetrieben wurde 2026 ihr Stern gestrichen, nämlich Häusern in Burghausen, München, Regensburg und Weigenheim. Dafür sind 2026 aber auch drei bayerische Lokale neu dazugekommen.

Zur besten Neueröffnung wurde "The Cloud by Käfer" in der Münchner BMW-Welt gekürt, worauf Küchenchef Jens Madsen doppelt stolz sein kann - kam er doch von null auf zwei Sterne. Einen neuen Stern haben zudem das Staderer in Eichstätt und Cølbo im unterfränkischen Klingenberg am Main.

"The Cloud": Sterne in der BMW-Welt

Auf Anhieb also zwei Sterne für den in Daressalam in Tansania geborenen und im Chiemgau aufgewachsenen Madsen, der zuvor schon in Hamburg, London und in Christian Jürgens Überfahrt in Rottach-Egern gekocht hat. Ein Stern hätte ja auch nicht zu BMW gepasst; wobei die Auszeichnung des Michelin optisch ohnehin eher an eine Blume erinnert, was wiederum gut mit Madsens bunter, frischer und exotischer Küche harmoniert.

Galerie: Impressionen aus dem "The Cloud by Käfer"

Als "Culinary Nomadism" beschreibt der 31-jährige Küchenchef seinen Stil. Die Jury des Gourmetführers urteilt: "Inspiriert durch seine eigene Afrikareise lässt der Küchenchef Sie in die Aromenwelt Ost- und Südafrikas eintauchen." Das Preisniveau? Wird mit der diskreten englischen Wendung "Spare no expense" umschrieben.

Wo man in Bayern (laut Michelin) am allerbesten isst

Insgesamt 12 Drei-Sterne-Lokale gibt es 2026 in Deutschland. Neu in den Olymp der Drei-Sterne-Restaurants aufgenommen wurde diesmal nur das "L.A. Jordan" im pfälzischen Deidesheim. In Bayern an der (Zungen-)Spitze: das "Es:senz" in Grassau sowie "JAN" und "Tohru in der Schreiberei" in München.

Von den 14 Zwei-Sterne-Lokalen befinden sich acht in München und Oberbayern, zwei in Nürnberg und je eines in Schwaben, Niederbayern, und der Oberpfalz; BR-Fernsehkoch Alexander Herrmann sternbrutzelt daheim in Oberfranken.

Fast ausschließlich männliche "Chefs" geehrt

Auffällig war die Abwesenheit von Frauen auf der Bühne in Frankfurt – geehrt wurden fast ausschließlich männliche "Chefs". Auf der Bühne standen nur eine Frau, die als Teil eines Kölner Küchenchef-Duos geehrt wurde, sowie die Preisträgerin des "Service Award".

Ein möglicher Grund: die Arbeitsbedingungen, die Christian Sauer vom "Lech-Line" im alten Landsberger Bahnhof – Sterneträger seit 2024 – im BR zuletzt so geschildert hat: "Man hat als Koch extrem viel Verzicht. Meine beiden kleinen Kinder sehen den Papa von Mittwoch bis Samstag kaum." Schließlich seien die Erwartungen der Gäste nach der Auszeichnung nochmal merklich gestiegen: "So, jetzt hast du deinen Stern, jetzt liefer' mal ab ..."

Video: Ein Sternekoch plaudert aus der Küche

Christian Sauer in seiner Küche
Bildrechte: BR
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Wie war das erste Jahr als Sternekoch?

💡Der Guide Michelin in Deutschland

Der kleine rote Reiseführer sollte vor mehr als 100 Jahren mehr Autofahrer zum Reisen bewegen, um den Reifenabrieb und somit den Absatz der französischen Reifenfirma Michelin ankurbeln. Erstmals erschien er 1910 und enthielt zunächst Karten sowie Tipps für Autofahrer zum Tanken, Reifenwechseln, Essen und Übernachten. Gourmetpapst wurde das Michelin-Männchen erst nach dem Krieg.

In Deutschland prangen seit genau 60 Jahren Michelin-Sterne. Passend zum Jahr 1966 wurden damals 66 Häuser prämiert, auffallend viele im deutschen Südwesten; der "Adler" im Schwarzwald hat als einziges Lokal durchgehend einen Stern neben der Eingangstür. Auf den Karten standen frankophile Gerichte wie "Junge Ente Drei Musketiere", "Poulardenbrust Pompadour“ und "Froschschenkel Café de Paris".

Mit der Zahl der Sterne wuchs bald auch die Bedeutung Münchens als Gourmetmetropole des Südens. Bis heute wegweisend: Eckart Witzigmann, dessen 1978 gegründetes "Aubergine" als erstes deutsches Restaurant drei Michelin-Sterne einheimste.

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