Polizist öffnet einen bereitgestellten Käfig in einem Kleintransporter
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Die Polizei ist in der Nähe des Münchener Flughafens im Einsatz, nachdem ein mutmaßlicher Puma gesichtet worden ist
Bildrechte: picture alliance/dpa | Peter Kneffel
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Die Polizei ist in der Nähe des Münchener Flughafens im Einsatz, nachdem ein mutmaßlicher Puma gesichtet worden ist

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Streift ein Puma durch Oberbayern? Was bisher bekannt ist

Streift ein Puma durch Oberbayern? Was bisher bekannt ist

Ist es wirklich ein Puma, den ein Jäger nahe des Münchner Flughafens durch die Wärmebildkamera gesehen hat? Die Behörden rufen jedenfalls zur Vorsicht auf. Derweil dauert die Suche an, ebenso wie die Auswertung der Experten. Was bisher bekannt ist.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Eine Katze ist es unverkennbar, die sich auf den Bildern des Jägers gemächlich das Fell putzt. Doch ob wirklich ein Puma im Raum München unterwegs ist, eine andere Raubkatze oder eine Hauskatze, das ist immer noch rätselhaft. Die Polizei hat am Donnerstag ein Naturschutzgebiet in der Nähe des Flughafens München durchkämmt mit Wärmebilddrohnen, einem Hubschrauber und Hunden. Was wir bisher wissen.

Was deutet auf einen Puma hin?

Die Vermutung der Behörden beruht auf der Einschätzung eines nicht namentlich genannten Experten, der Aufnahmen aus der Wärmebildkamera eines Jägers vom Dienstagabend analysiert hatte. Das Landratsamt Erding sprach zuletzt von einer "Raubkatzensichtung". 

Zum jetzigen Zeitpunkt könne aber nicht gesichert gesagt werden, ob es sich bei dem Tier um einen Puma handle, sagte eine Sprecherin des Landratsamts Erding am Donnerstag. Die Bilder sollen laut Landratsamt "in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten" weiter analysiert werden. Beteiligt seien unter anderem Vertreter von Zoos und Umweltbehörden. 

Was sagen Experten?

Kreisjägerchef Thomas Schreder sagte der dpa auf Anfrage, er sei sich nach Betrachtung der Aufnahmen zumindest ziemlich sicher, dass es sich bei dem Tier nicht um eine heimische Raubkatze wie zum Beispiel einen Luchs handelt. 

Der Leiter der Münchner Reptilienauffangstation, Markus Baur, geht davon aus, dass die mutmaßliche Raubkatze bereits weitergezogen ist. Zwar sei er skeptisch, ob es sich tatsächlich um einen Puma handelt, allerdings sprächen die Länge des Schwanzes und dessen Bewegung dafür, "dass man Puma nicht von der Hand weisen kann".

Wie könnte ein Puma dorthin gelangt sein?

"Zu einem etwaigen Halter des Tieres gibt es keine neuen Erkenntnisse", so das Landratsamt. Im nahe gelegenen Hallbergmoos gastiert diese Woche zwar ein Zirkus, doch der besitzt keine Raubkatzen. Auch die Nachfrage bei einem Tierheim in Oberdinger Moos blieb ergebnislos. 

Legale Haltungen, aus denen ein Puma entlaufen sein könne, gebe es im Großraum München keine, so Experte Baur. Einen Puma heimlich zu halten, sei schwierig: "Wenn der miaut, hören das die Nachbarn drei Häuser weiter." Zudem würden die Tiere stark riechen.

"Nicht komplett von der Hand zu weisen" sei hingegen, dass das Tier vielleicht aus dem "permanent laufenden illegalen Tierhandel aus Osteuropa stammt".

Wurden Spuren des Tieres gefunden?

Die Polizei setzte neben Beamten auch Hubschrauber, Hunde und Wärmebilddrohnen ein, um das Tier zu finden. Entdeckt wurden aber weder ein Puma noch Spuren oder eine Beute, die einer Raubkatze zuzuordnen wären. Ein Hinweis auf ein verdächtiges Tier erwies sich als Fehlalarm - in Form einer Hauskatze.Laut Polizei sind bislang 30 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, vier davon werden genauer geprüft.

Wie geht die Suche jetzt weiter?

Über konkrete Absuchen im Naturschutzgebiet Notzinger Moos will die Polizei situativ entscheiden. Das Areal sei etwa 30 Quadratkilometer groß. "Eine komplette Absuche des Notzinger Mooses ist menschlich nicht möglich und auch nicht die Zielrichtung der Polizei", betonte Polizeiinspektionsleiter Sebastian Pinta. "Die Polizei jagt dieses Tier nicht." Sie werde nur tätig, um eine Gefahr zu vermeiden. "Dann schreiten wir ein", sagte Pinta. Das sei aber das letzte Mittel.

Was bedeutet das für die Menschen in der Region?

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Vorsicht walten zu lassen. "Beobachten Sie Ihre Umwelt aufmerksam und melden Sie Auffälligkeiten direkt an die Polizei", betonte die Sprecherin des Landratsamts Erding. Kleine Kinder sollten im Moment nicht unbeaufsichtigt spielen und Hunde an der Leine bleiben. Kreisjagdverbandschef Schreder bat, nicht aktiv nach dem Tier zu suchen.

Eine akute Gefahr für die Bevölkerung sieht Experte Baur nicht. Pumas seien "sehr scheu" und Angriffe auf Menschen "sehr, sehr selten". Das eigentliche Risiko sei, dass jemand versuche, mit dem Tier Freundschaft zu schließen. "Das geht schief, weil es ein Wildtier ist und Raubtier ist." Er glaube nicht, dass das Tier "hinter dem Kindergarten wartet und Kinder angreift". Die von den Behörden ausgegebenen Verhaltensregeln seien aber "absolut angemessen".

Gab es hierzulande schon mal einen entlaufenen Puma?

Die Münchner Auffangstation hatte 2022 einen Puma aufgenommen. Das Tier stammte aus dem illegalen Handel aus Osteuropa und wurde nach einer Schleierfahndung in Bayern beschlagnahmt.

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