Nach einer mutmaßlichen Raubkatzen-Sichtung im Landkreis Erding ist die Art des gesichteten Tieres weiterhin unklar. Wie Claudia Fiebrandt-Kirmeyer vom Landratsamt Erding mitteilte, gibt es auch keine neuen Spuren zu dessen Aufenthaltsort. "Es gibt weiterhin keinen Hinweis auf den Verbleib der gesichteten Katze im Gemeindebereich Oberding im Landkreis Erding", sagte sie.
Bislang keine Bestätigung für Puma
Überhaupt können die Behörden derzeit nicht bestätigen, dass es sich bei der Sichtung tatsächlich um eine Raubkatze wie einen Puma handelt. Die entscheidende Analyse des vorhandenen Bildmaterials durch Vertreter von Umweltbehörden und Zoos sei noch nicht abgeschlossen. "Die Auswertung des vorhandenen Bildmaterials dauert weiterhin an, sodass zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert gesagt werden kann, ob es sich um einen Puma oder eine andere Katzenart oder auch möglicherweise um ein ganz anderes Tier handelt", erklärte Fiebrandt-Kirmeyer.
Polizei berichtet über großangelegte Suche
Am Dienstag gegen 22.45 Uhr hatte ein Jäger im Notzingermoos, westlich von Erding, mit einer Wärmebildkamera eine mögliche Raubkatze aufgenommen. Die Sichtung des bislang unbekannten Tieres hatte der Jäger unverzüglich der Polizei gemeldet. Das teilte Sebastian Pinta, der Leiter der Polizeiinspektion Erding, auf der Pressekonferenz mit. Am Mittwoch und in der Nacht auf Donnerstag wurden von der Polizei umfangreiche Suchmaßnahmen unter anderem mit einem Helikopter und einer Drohne mit Wärmebildkamera eingeleitet.
Suchmaßnahmen dauern an
Auch zu Fuß suchten Einsatzkräfte mit Polizeihunden nach Anzeichen einer möglichen Großkatze. Am Donnerstagmorgen wurde der Bereich erneut abgesucht. "Vom Ergebnis kann ich Ihnen sagen, dass wir keine Hinweise erlangt haben", sagte Pinta. Die Suchmaßnahmen dauern an. "Wir werden auch das ganze Wochenende in Form von uniformierten Streifen für die Bevölkerung in dem Bereich und für Spaziergänger erkennbar und ansprechbar sein", so Pinta.
Naturschutzgebiet Notzingermoos schwierig zu durchforsten
Eine Vergrößerung des Suchradius über das Notzingermoos und Oberding ist aktuell nicht angedacht. "Das Notzingermoos hat über 30 Quadratkilometer, und jetzt spreche ich nur vom Naturschutzgebiet", so Pinta. Eine komplette Absuche zu Fuß sei menschlich nicht möglich und auch nicht die Zielrichtung der Polizei. Pinta betonte, dass auch Rücksicht auf den Erhalt des Naturschutzgebietes genommen werden müsse. Diensthunde würden nicht freigelassen werden, sondern eng am Polizeihundeführer patrouillieren, um kein Wild aufzuscheuchen.
Im Video: Katzensichtung - Suche nach "Puma" geht weiter
Seit gestern suchen Landratsamt, Wildtierexperten und die Polizei nach einer Raubkatze.
"Die Polizei jagt dieses Tier nicht"
"Die Polizei jagt dieses Tier nicht", so Pinta. Erste Priorität sei, das Tier anderweitig zu lokalisieren, mit veterinärmedizinischer Hilfe zu betäuben und einzufangen. Sollte eine Gefahr für Unbeteiligte bestehen, beispielsweise in einem Besiedlungsgebiet, dann würde die Polizei alle Mittel einsetzen, die zur Verfügung stünden, sagte Pinta vor dem Hintergrund eines möglichen Schusswaffeneinsatzes.
Aktuell keine Großkatzenhalter im Landkreis Erding
Aus der Bevölkerung seien insgesamt 30 Hinweise eingegangen. Aktuell geht die Polizei vier dieser Hinweise von Spaziergängern und Anwohnern nach. Laut Pinta hat die Polizei auch in der Vergangenheit berechtigte Halter von Großkatzen im Landkreis Erding aufgesucht. Allerdings werden von diesen Personen seit mehreren Jahren keine Großkatzen mehr gehalten, wovon sich die Polizei persönlich überzeugte.
Polizei warnt vor Panikmache durch KI-Bilder
Pinta rief die Menschen auf, keine Desinformation zu verbreiten. So hätte die Polizei bereits KI-generierte Bilder einer Großkatze, die durch einen urbanen Raum streifte, erreicht. Dies behindere die Ermittlungsarbeit, weil die Bilder erst verifiziert werden müssten und gleichzeitig die Bevölkerung durch solche Bilder beunruhigt würde. "Da möchte ich bewusst eine Grenze setzen. Diese Bilder behindern unsere Ermittlungsarbeit."
Behörden rufen weiter zur Vorsicht auf
Bis zur Klärung der Lage hat das Landratsamt eine Warnung an die Bevölkerung ausgegeben. Anwohner sollen ihre Umgebung aufmerksam beobachten und besondere Vorsicht walten lassen. Pressesprecherin Fiebrandt-Kirmeyer appellierte an die Bürger: "Halten Sie kleine Tiere, kleine Hunde weiterhin an der Leine. Beobachten Sie Ihre Umwelt aufmerksam und melden Sie auch direkt an die Polizei." Entsprechende Hinweise sollen direkt an die Polizeiinspektion Erding oder per 110 gemeldet werden.
Im Video: Pressekonferenz zur möglichen Raubkatzen-Sichtung
Polizei sucht mutmaßlichen Puma in Bayern
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