Streik bei Bus, U-Bahn und Tram am Montag in Bayern: Das gab Verdi Bayern vor kurzem bekannt. Worum geht es dabei?
BR24 zu den Hintergründen. Mit dabei ist Birgit Harprath aus der BR-Redaktion für Wirtschaft und Soziales. Den Livestream zum Nachsehen finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Hier wird gestreikt
Betroffen in Bayern sind die Kommunen, für die der entsprechende Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) gilt. Vor allem in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt rechnet die Gewerkschaft mit erheblichen Auswirkungen. In diesen Städten werden voraussichtlich trotzdem einzelne Busse fahren, vor allem dort, wo der Betrieb an externe Firmen vergeben ist. Unter Umständen fahren auch einzelne U-Bahn-Linien.
Die S-Bahnen in München und Nürnberg sind nicht betroffen, da sie von der Bahn betrieben werden. Auch Regionalbusse werden in der Regel nicht bestreikt.
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erwartet bei Bussen einen stark eingeschränkten Betrieb. Die U-Bahn bleibe aus Sicherheitsgründen zunächst außer Betrieb. In Nürnberg sollen die U-Bahnen auch stehen bleiben. Im Busbereich ist geplant, auf Basis der Nachtlinien 14 Linien zu betreiben, die jeweils zur vollen Stunde am Hauptbahnhof starten.
Verhandlungen und Forderungen
Die lange Forderungsliste der Gewerkschaft: Unter anderem enthält sie eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Weitere Aspekte sind ein um fünf Prozentpunkte höherer Sonntagszuschlag von 30 Prozent, eine tarifliche Regelung für eine Mindestruhezeit von elf Stunden sowie für die Arbeitnehmer günstigere Regelungen dazu, was vor Fahrtbeginn und nach Fahrtende als Arbeitszeit angerechnet wird. Als Laufzeit strebt Verdi zwölf Monate an.
In Bayern wird der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen angewendet und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 9.000 Beschäftigten.
Kritik vom Arbeitgeberverband
Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Bayern kritisierte die Warnstreiks. Diese belasteten die Bevölkerung zu Unrecht. Die Forderungen seien nicht erfüllbar, heißt es.
Die Arbeitgeber hatten stattdessen unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um mindestens 5,0 Prozent in zwei Schritten vorgeschlagen. Zudem sollten Ausbildungsgehälter in zwei Schritten um insgesamt 150 Euro steigen – jeweils bei einer Laufzeit bis Ende 2027.
Die Verdi-Branchenkoordinatorin für Busse und Bahnen in Bayern, Katharina Wagner, sagte, die Eskalation in der Tarifrunde liege allein in der Verantwortung der Verhandler auf der Seite der Arbeitgeber.
2023 hatte es bis zu einer Einigung insgesamt fünf Verhandlungsrunden gebraucht, damals kam es auch zu Warnstreiks.
Mit Informationen von dpa
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