(Symbolbild) Ein Bus der Linie 155 steht an einer Bushaltestelle in München.
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(Symbolbild) Streik im Nahverkehr: Wie viel Bayerns ÖPNV-Personal verdient.
Bildrechte: pa/dpa/Peter Kneffel
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Streik im Nahverkehr: Wie viel Bayerns ÖPNV-Personal verdient

Streik im Nahverkehr: Wie viel Bayerns ÖPNV-Personal verdient

Die neuen Streiks im Nahverkehr werfen auch die Frage auf: Wie viel verdienen Busfahrer, Tramfahrerinnen und Werkstatt-Teams aktuell in Bayern? Was bisher im Tarifvertrag Nahverkehr steht, welche Zuschläge es gibt – und was auf dem Land oft gilt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Fast alle Bundesländer sind betroffen, auch Bayern: Seit Freitagfrüh streiken in vielen bayerischen Städten Mitarbeitende des Nahverkehrs. Viele Menschen fragen sich: Wie viel verdient eigentlich ein Busfahrer oder eine Tramfahrerin? Diese einfach klingende Frage ist nicht unkompliziert, eine kurze Antwort gibt es nicht. Wovon die genaue Bezahlung abhängt und in welchen Gehaltsbereichen die verschiedenen Jobs im ÖPNV liegen – ein Überblick vor der nächsten Tarifeinigung.

Welcher Tarif für die meisten Beschäftigten in größeren Städten gilt

Wer bei kommunalen Verkehrsbetrieben in Bayern Bus, Tram oder U‑Bahn fährt, arbeitet meist auf Grundlage des Tarifvertrags Nahverkehr Bayern (TV‑N Bayern). Er gilt für rund 20 kommunale Verkehrsbetriebe – zum Beispiel in Augsburg, Nürnberg und München. Die folgenden Zahlen basieren auf den aktuellen Entgelttabellen zum TV‑N Bayern sowie Angaben der Stadtwerke München.

Fahrpersonal: Einstieg laut Entgelttabelle bei rund 3.000 Euro

In Vollzeit arbeitende Fahrerinnen und Fahrer von Bus‑, Straßenbahn‑ und U‑Bahnen verdienen laut der Tabelle seit März 2024 beim Einstieg je nach Stufe rund 3.000 Euro brutto im Monat. Mit einigen Berufsjahren sind es deutlich mehr – erfahrenes Fahrpersonal kommt auf teilweise über 3.500 Euro brutto.

Das ist aber nicht alles, dazu kommen Schicht‑, Nacht‑, Sonn‑ und Feiertagszuschläge. Der TV‑N Bayern sieht für Sonntagsarbeit Zuschläge von 30 Prozent vor, Nachtarbeit wird in der Regel ebenfalls mit prozentualen Aufschlägen vergütet. Tatsächlich landen die Fahrerinnen und Fahrer damit deutlich über dem reinen Tabellenentgelt.

In der Werkstatt gibt es meist etwas mehr Geld

In den Werkstätten der ÖPNV-Betriebe – für Busse, Trambahnen oder U‑Bahnen – arbeiten Kfz‑Mechatroniker, Elektroniker und Industriemechaniker laut dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern in höheren Entgeltgruppen. Solche Fachkräfte im technischen Bereich starten im TV‑N Bayern meist über dem Fahrpersonal – um die 3.500 Euro brutto.

Mit steigender Berufserfahrung und höherer Qualifikation können Werkstatt-Fachkräfte Tabellenentgelte von deutlich über 4.000 Euro erreichen. Auch hier spielen Schicht‑ und Bereitschaftsdienste eine Rolle – etwa bei nächtlichen Instandhaltungsfenstern im Schienennetz.

Leitstellen und Verwaltung: Verantwortung zahlt sich aus

Mitarbeitende in Leitstellen, die den Verkehr steuern, sind häufig höher eingruppiert – etwa in die Entgeltgruppen 7 bis 9. Ihre Brutto-Tabellengehälter liegen im oberen 3.000-Euro-Bereich und können je nach Stufe die 4.000‑Euro‑Marke klar überschreiten. Hinzu kommen bei Schichtbetrieb ebenfalls Zuschläge.

Sachbearbeitung und Disposition im Innendienst bewegen sich im Spektrum der mittleren Entgeltgruppen, meist im Bereich von gut 3.000 Euro brutto bei Vollzeit. Auch hier gibt es Luft nach oben in den Endstufen.

München: Tarifvertrag TV‑N plus Großstadt-Zuschläge

In München gilt bei den Stadtwerken und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erst seit 2024 der TV‑N Bayern. Daneben existieren eigene SWM-Tarifverträge, etwa für die Versorgungsbetriebe. München zahlt außerdem Orts- und Funktionszulagen, um die hohen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Bei vielen Beschäftigten beträgt diese München-Zulage monatlich 270 Euro brutto.

Private Busunternehmen oft in ländlichen Regionen

In ländlichen Regionen Bayerns übernehmen oft private Busunternehmen den Nahverkehr – sie fallen nicht unter den TV‑N Bayern, sondern unter einen eigenen Lohntarifvertrag des Landesverbands Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) und der Gewerkschaft Verdi. Dieser Tarifvertrag ist seit Oktober 2023 wieder allgemeinverbindlich. Die Stundenlöhne variieren nach Lohngruppe, liegen für Fahrpersonal im Linienverkehr aber meist unter dem Niveau der kommunalen Betriebe.

Nach jüngsten Abschlüssen steigen die Löhne fürs Fahrpersonal im privaten Omnibusgewerbe zwar kräftig – je nach Lohngruppe um mehr als 15 Prozent. Dennoch sprechen Gewerkschaften weiter von einem Abstand zu den kommunalen ÖPNV-Unternehmen. Für viele Fahrerinnen und Fahrer auf dem Land bedeutet das: Ihr Monatsbrutto bleibt selbst nach den Erhöhungen häufig spürbar unter den Einkommen der Kolleginnen und Kollegen in städtischen Verkehrsbetrieben, obwohl auch sie im Linienverkehr Schicht‑, Nacht‑ und Wochenenddienste leisten.

Im Video: "Lohnt sich das? Was eine Straßenbahn-Fahrerin in München verdient"

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