dpatopbilder - 20.01.2026, Niedersachsen, Hannover: Beschäftigte demonstrieren im Rahmen des bundesweiten Branchenstreiktags Straße. Grund sind Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes und des öffentlichen Dienstes. Der Streik-Aufruf von Verdi gilt demnach bundesweit für rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Beschäftigte der Landesstraßenbauverwaltungen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
dpatopbilder - 20.01.2026, Niedersachsen, Hannover: Beschäftigte demonstrieren im Rahmen des bundesweiten Branchenstreiktags Straße. Grund sind Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes und des öffentlichen Dienstes. Der Streik-Aufruf von Verdi gilt demnach bundesweit für rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Beschäftigte der Landesstraßenbauverwaltungen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Warnstreiks im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst - Hannover
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Warnstreiks im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst - Hannover

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Streik in Bayern – Tarifrunde Nahverkehr: Wer, was, wieviel?

Streik in Bayern – Tarifrunde Nahverkehr: Wer, was, wieviel?

Warten auf Bus, Tram, U-Bahn: Der Tarifkonflikt im öffentlichen Personennahverkehr kommt bei den Fahrgästen an. Schon nach dem ersten Treffen mit dem Arbeitgeber ruft die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik auf. Die Positionen liegen weit auseinander.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Am Montag wird’s schwierig: In vielen Städten streikt der öffentliche Nahverkehr. Zwei unterschiedliche Tarifverträge sind ausgelaufen: der für die Beschäftigten des Freistaates und der für den kommunalen Nahverkehr. In beiden Tarifrunden geht es auch um Einkommen und in beiden wird am Verhandlungstisch heftig gestritten – und auch gestreikt. Trotzdem sind auch Busse, Straßen- oder U-Bahnen unterwegs. Denn an einem Streik muss sich niemand beteiligen. Darauf setzen die Arbeitgeber im Nahverkehr, um das Angebot irgendwie aufrecht zu erhalten. Sie können aber auch niemandem verbieten, die Arbeit niederzulegen.

Für wen wird nicht verhandelt?

Die Kommunen in Bayern, die ihren Nahverkehr noch selbst betreiben, tun das nicht nur mit eigenem Personal und Fuhrpark. Zum Teil vergeben sie Linien an private Omnibusunternehmen. Die fahren dann im Auftrag der Kommune und für deren Beschäftigte gilt ein anderer oder auch gar kein Tarifvertrag. Diese Fahrerinnen und Fahrer dürfen nicht mitstreiken. Auch die S-Bahnen und Regionalzüge fahren. Darauf hat der Konzern auf seiner Homepage ausdrücklich hingewiesen. Bei der Bahn gilt ein anderer Tarifvertrag.

Was verdient ein Mitarbeitender im ÖPNV ?

Der Job im Führerstand eines Busses ist stressig. Schichtdienst, immer mehr Verkehr und nicht jeder Fahrgast verhält sich angemessen. Schimpfkanonaden und selbst Gewalt ist das Personal Berichten zufolge ausgesetzt. Der Verdienst gerade in Ballungsräumen mit hohen Mieten ist nicht üppig. Laut Verdi kommt eine Busfahrer im Schnitt auf rund 3.400 Euro brutto – ohne Zuschläge. Ein Werkstattmitarbeiter verdient bis zu 4.600 Euro. Das läge unter dem, was Kollegen bei den Kommunen für diese Tätigkeit laut Tarifvertrag zusteht. Darum geht es unter anderem in der Tarifrunde.

Was fordert die Gewerkschaft?

Die Gehälter sollen um 668,75 Euro angehoben werden. Das wäre in den untersten Gehaltsgruppen laut Verdi ein Plus von bis zu 16 Prozent. Auch die Arbeitszeit taucht im Forderungskatalog auf. Die soll von jetzt 38,5 auf 35 Stunden die Woche gesenkt werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll künftig 30 Prozent betragen. Bislang gilt es zudem nicht als Arbeitszeit, wenn ein Busfahrer von einer Endstation zu einer anderen Fahrstrecke fahren muss - das soll jetzt vergütet werden. Ein umfangreiches Paket also, das auf dem Tisch liegt. Verdi kommt auf ein Volumen von rund 25 Prozent – mindestens. Der Job muss attraktiver werden – steht auf den Streikplakaten zu lesen. Wenn künftig der Verkehr nicht stillstehen soll, weil es zu wenig Kräfte gibt, dann müsse gehandelt werden. Das richtet sich an die Arbeitgeber.

Was bieten die Arbeitgeber?

Der Kommunale Arbeitgeberverband hat nachgerechnet. Das Paket sei mit einem Volumen von über 25 Prozent zu teuer. Die Finanzierungslücke bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen sei konstant, die Haushaltslage der Kommunen schwierig. Schon beim ersten Treffen haben sie – was ungewöhnlich in Tarifrunden ist – ein Angebot auf den Tisch gelegt. Unter anderem sollen die Einkommen um mindestens 5 Prozent steigen – allerdings gestreckt auf 24 Monate. Die Arbeitgeber sind bereit, über höhere Zuschläge zu verhandeln. Sie fordern in puncto Arbeitszeit aber auch etwas. Wer will, soll bis zu 42 Stunden in der Woche arbeiten mit entsprechend höherem Einkommen und Zuschlägen von bis zu 25 Prozent. Das Paket reizt die Gewerkschaft nicht. Sie will noch vor dem nächsten Treffen ein Signal bekommen, dass da mehr geht.

Wo liegen die Probleme?

Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern warnt vor möglichen Folgen eines zu hohen Tarifabschlusses: das Angebot im ÖPNV müsste ausgedünnt werden. Oder aber die Fahrpreise würden steigen – was nicht im Sinne der Fahrgäste wäre und nicht wie geplant mehr Menschen zum Umsteigen auf den Öffentlichen Nahverkehr ermuntern würde. Auf der anderen Seite ist der ÖPNV auf genügend Kräfte angewiesen. Da gibt es jetzt schon Probleme, Menschen von dem Job zu begeistern, so die Erfahrung von Verdi. Zudem gehen demnächst auch im ÖPNV die Babyboomer in Rente und müssten ersetzt werden. Ein Dilemma. Einig sind sich Gewerkschaft und der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern in einem: Wer den öffentlichen Nahverkehr will, der muss ihn finanziell anders aufstellen.

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