Abplatzender Putz von Balkondecken – nur einer von vielen Mängeln im Wohnheim der Studentenstadt, den die Studierenden dokumentiert haben.
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Abplatzender Putz von Balkondecken – nur einer von vielen Mängeln im Wohnheim der Studentenstadt, den die Studierenden dokumentiert haben.
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Abplatzender Putz von Balkondecken – nur einer von vielen Mängeln im Wohnheim der Studentenstadt, den die Studierenden dokumentiert haben.

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Studentenstadt mit Schmutz und Schimmel: Bewohner protestieren

Studentenstadt mit Schmutz und Schimmel: Bewohner protestieren

Bewohner der Studentenstadt in München erheben schwere Vorwürfe gegen das Studierendenwerk: Gravierende Mängel in Wohnheimen würden seit Jahren nicht behoben. Sie haben eine umfangreiche Foto-Dokumentation übergeben – und fordern sofort Konsequenzen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Die Studentenstadt im Münchner Norden gilt als größtes Studentenwohnheim Deutschlands. Doch nur etwa 1.000 der gut 2.400 Wohnungen sind bewohnt – und die seien in einem katastrophalen Zustand, sagen die Studierenden.

Bewohnerinnen und Bewohner dokumentieren Mängel

Schimmel in Bädern, herabhängende Stromkabel, verrostete Kühlschränke: Mit mehr als 2.400 Fotos und einer Liste von rund 900 dokumentierten Mängeln sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Studentenstadt am Mittwoch zum Studierendenwerk München an der Leopoldstraße gegangen.

Sie wollen zeigen, wie es aus ihrer Sicht wirklich um die Wohnheime steht – und erhöhen den Druck auf das Studierendenwerk, den Betreiber der Wohnheime.

Betroffene: Zustand seit Jahren immer schlechter

Die Fotos zeigen unter anderem Schimmel und Schmutz in Duschkabinen, unter Spülen und an Wänden der Waschräume; andere dokumentieren abplatzenden Putz von Balkondecken. Viele Mängel würden nur notdürftig geflickt oder gar nicht behoben, so die Betroffenen.

Bewohnerin Ava sagt: "Schäden werden normalisiert. Wenn jahrelang nichts passiert, gewöhnt man sich daran. Verschimmelte Duschen oder Fugen werden zur Normalität, obwohl sie eigentlich Mietminderungsgrund sind."

Studierendenwerk sieht die Aktion kritisch

Das Studierendenwerk München bestätigt den Eingang der Unterlagen, reagiert jedoch zurückhaltend auf die Initiative der Bewohner. Die kurzfristig angekündigte Übergabe sehe man kritisch, man hätte einen "geplanten persönlichen und fairen Austausch bevorzugt", heißt es in einer Stellungnahme an den Bayerischen Rundfunk.

Zu den auf den Fotos sichtbaren Schäden verweist das Studierendenwerk auf bereits erfolgte Maßnahmen. Wörtlich heißt es: "Wir führen stets alle notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen durch, sobald wir Kenntnis von Mängeln erlangt haben."

Bewohner setzen Frist für Sanierungen und Reparaturen

Das Studierendenwerk betont zudem, viele Mängel könnten nur behoben werden, wenn sie offiziell gemeldet würden, und erklärt, man sei weiterhin an einem konstruktiven Dialog mit den Studierenden interessiert.

Die mehr als 2.400 Fotos wollen die Studierenden in den kommenden Tagen zusätzlich auf einer eigenen Website veröffentlichen. Sie wollen damit deutlich machen, dass es sich ihrer Meinung nach um ein strukturelles Problem handelt – nicht um einige kleine Baustellen oder Schmutz, um die sich die Bewohnerinnen und Bewohner selbst leicht kümmern könnten.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatten sich Studierende über die Zustände in Notunterkünften der Studentenstadt beschwert: Die dreckigen Räume, so die Bewohnerinnen und Bewohner, hätten teils nichts als eine Matratze. Das Studierendenwerk reagierte auch damals zurückhaltend auf die Kritik.

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