Ein Europa-Tempel aus 47 Stieleichen inmitten einer Wiese. Einem griechischem Tempel nachempfunden.
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Ein Europa-Tempel aus 47 Stieleichen. Einem griechischem Tempel nachempfunden.
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Ein Europa-Tempel aus 47 Stieleichen. Einem griechischem Tempel nachempfunden.

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Tempel in der Oberpfalz – Dialog über Europas Zukunft

Tempel in der Oberpfalz – Dialog über Europas Zukunft

Er soll ein Symbol für 2.500 Jahre Demokratie und den europäischen Gedanken sein: der Europatempel Glyptothek in Etsdorf. Mitten auf einer Anhöhe in der Oberpfalz ist ein Kunstrastplatz entstanden – ein Bürgerprojekt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Bereits vor einem Vierteljahrhundert entwickelte Künstler Wilhelm Koch aus Etsdorf bei Freudenberg in der Oberpfalz seine Vision: Ein griechischer Tempel sollte es werden, aus Beton. Dem Aphaia-Tempel auf der Insel Ägina nachempfunden.

Tempel für alle Bürger Europas

Darin sollten in Anlehnung an die Glyptothek in München Betonabgüsse griechischer Skulpturen ausgestellt werden. Denn was König Ludwig I. in Bayern schon wusste, davon ist auch Wilhelm Koch zutiefst überzeugt: Kunst bildet. Der bayerische König hat im 19. Jahrhundert die Ruhmeshalle in München für bayerische und die Walhalla in Donaustauf für die deutschen Persönlichkeiten geschaffen. Wilhelm Koch hat nun einen Tempel für alle Bürger Europas geschaffen. Nach 25 Jahren ist er fertig.

47 Eichen für 47 Länder

Den Maßen des griechischen Aphaia-Tempels nachempfunden stehen 47 Säuleneichen auf einem Betonsockel auf einer Anhöhe bei Etsdorf – in Sichtweite zur A6, der Europastraße E50, die von Paris nach Prag führt, vom Atlantik bis ans Kaspische Meer. Die 47 Eichen stehen für die 47 Länder des Kontinents. Der Europatempel steht für Bürgersinn, 2.500 Jahre Demokratie und den europäischen Gedanken, erklärt Koch. Eine fünf Meter hohe Friedenstaube glänzt in der Sonne, ein Werk zweier Künstler aus München.

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Nach 25 Jahren hat es der Künstler Wilhelm Koch geschafft: In seiner Heimat in der Oberpfalz thront nun ein Europa-Tempel aus 47 Stieleichen.

Ein Kulturrastplatz – mit Blick auf das kulturelle und kreative Europa

Der Tempel soll ein Kulturrastplatz sein, ein Ort, an dem man sich Gedanken macht über Europa, über das Einende des Kontinents, vor allem mit und durch Kunst. Der Künstler will den Blick auf das Kulturelle und Kreative im Kulturraum Europas richten.

Viel Überzeugungsarbeit war nötig

Die Odyssee für das Bauwerk war lang: Der erste Entwurf aus dem Jahr 2001, ein typisch griechischer Tempel aus Beton, scheiterte. Es gab Unruhe im kleinen Oberpfälzer Dorf Etsdorf. Die Betonwirtschaft machte auch nicht mit, sagt Koch. 2008 gab es bereits ein Grundstück, doch die Diskussion um die Baugenehmigung zog sich hin, bis in den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags.

Der zweite Entwurf stammte 2018 von Architekt Peter Haimerl aus München. Auch dieses Konzept eines modernen Betontempels scheiterte, obwohl schon Fördergeld beschlossen war. Zu teuer. Zu anspruchsvoll. Nun ist das fertige Bauwerk "zeitgemäßer", mit weniger Beton, viel Grün. Eine Handvoll Großsponsoren, viele einzelne kleine Spender, Leader-Förderung – sie alle musste Koch lange bei der Stange halten und immer wieder von seiner Grundidee des Tempels überzeugen.

"Ein guter Moment"

Zur Einweihung kamen sie alle und bewunderten das Ergebnis: Künstler, Kunstsammler, Architekten, Sponsoren, Heimatminister Albert Füracker (CSU), Bundes- und Landtagsabgeordnete bis hin zum Konsul aus der Republik Polen – und die vielen Ehrenamtlichen, die sich über viele Jahre für das Projekt engagierten. "Ein guter Moment", sagt Koch stolz. Er hat in Amberg das weltweit einzigartige und beachtete Luftmuseum geschaffen, einen künstlerischen Kreuze-Weg und ein Tempelmuseum in Etsdorf, vor dem das erste und einzige Reiterstandbild Angela Merkels stand – und eine Asphaltkapelle, in der regelmäßig im Advent ein Christbaumkugelhimmel glitzert. Das sind alles Orte, an denen dauerhaft Kunst über Europa zu sehen ist gebe es erstaunlich wenige, sagte Koch schon vor einem Vierteljahrhundert.

Lob vom Heimatminister

"An Ihnen liegt es garantiert nicht, wenn die europäische Idee sich nicht weiter verbreiten kann", lobt Minister Füracker den Initiator. Es sei mehr als ein Zeichen der Kunst, eine Brücke zwischen Gebietskörperschaft, Kunst, Kultur, zwischen den Ländern und den Menschen, so Füracker – ein "kollektives Gemeinschaftswerk".

In seinem Europamuseum in Etsdorf zeigt Wilhelm Koch regelmäßig Kunst über Europa in der Oberpfalz: Derzeit ist dort eine Ausstellung von Helme Heine zu sehen, ein Zyklus über Europa, den er noch kurz vor seinem Tod im November 2025 zusammengestellt hat.

Europatempel ist frei zugänglich

Der Europatempel Glyptothek Etsdorf ist nun dauerhafte Kunst über das Thema Europa – ein Begegnungsort, ein Rastplatz, Openair-Ausstellungshalle – im Zusammenspiel mit dem Europamuseum im Dorf. Der Europatempel ist frei zugänglich und steht jedem offen.

Zum Video: Tempel für den Dialog über Europas Zukunft

Der Europatempel Glyptothek in Etsdorf. von oben.
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Er soll ein Symbol für 2.500 Jahre Demokratie und den europäischen Gedanken sein: der Europatempel Glyptothek in Etsdorf.

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