Zwei Männer waten durch einen Fluss
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Ethan Hawke (vorne) und Austin Amelio in "The Weight"
Bildrechte: Courtesy of Sundance Institute | Foto: Matteo Cocco
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Ethan Hawke (vorne) und Austin Amelio in "The Weight"

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Im Bayerwald gedrehter Hollywoodfilm "The Weight" hat Premiere

Im Bayerwald gedrehter Hollywoodfilm "The Weight" hat Premiere

Ein Survival-Drama um einen Goldschmuggel in der Wildnis Oregons – komplett gedreht in Bayern: "The Weight" mit Ethan Hawke und Russell Crowe feiert Weltpremiere. Viele Szenen entstanden im Bayerischen Wald. Auch Fördergelder flossen aus Bayern.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Ein Mann watet bis zur Brust durch einen eiskalten Fluss, Nebel hängt zwischen den Bäumen. Der Insasse eines Arbeitslagers im Amerika der 1930er Jahre hat sich auf einen Deal mit einem skrupellosen Aufseher eingelassen: vorzeitige Entlassung, wenn er Gold durch die Wildnis schmuggelt. Der Film "The Weight – Im Goldrausch" spielt im US-Bundesstaat Oregon. Tatsächlich aber watete Hollywoodstar Ethan Hawke beim Dreh durch den Schwarzen Regen bei Viechtach.

Bayerwald-Landschaft bietet passende Kulisse

Das historische Survivaldrama, angesiedelt in einer rauen, scheinbar unberührten Landschaft, wurde im vergangenen Sommer komplett in Bayern gedreht, ein großer Teil davon im Bayerischen Wald. Der Film, in dem auch Russell Crowe mitspielt, feiert jetzt seine Weltpremiere beim Sundance Film Festival in Utah – einer der wichtigsten Bühnen des internationalen Independent-Kinos.

Die passende Landschaft fand das Filmteam zwischen Viechtach und Bodenmais. Gedreht wurde unter anderem am Schwarzen Regen, am Höllensteinsee, am Hochfall in Bodenmais, am Großen Arber sowie in einem Steinbruch bei Patersdorf. Weitere Szenen entstanden am Schliersee, in Tutzing am Starnberger See und in den Bavaria Studios.

Ethan Hawke dreht unerkannt in der Westernstadt

Auch die Westernstadt Pullman City in Eging am See wurde zum Filmset. Hier war ein rund 130-köpfiges Team mit etwa 15 Lkw im Einsatz. Teile des Parks, darunter die "Hudson Bay" und der Authentikbereich, wurden für den Film umgebaut und dienten als Kulissen für ein Arbeiterlager und eine Mine. Gedreht wurde tagsüber wie nachts – und das größtenteils unbemerkt vom laufenden Betrieb. "Kein Mensch hat etwas mitbekommen", sagte Geschäftsführer Claus Six. Hollywood-Star Ethan Hawke habe sich frei auf dem Gelände bewegen können, ohne erkannt zu werden: "Ein sehr unkomplizierter, angenehmer Mensch."

Dass internationale Stars und ein großes Filmteam im Bayerischen Wald arbeiten, hat in der Region Eindruck hinterlassen. Landrat Ronny Raith spricht von einer besonderen Erfahrung für den Landkreis Regen: "Dass amerikanische Kinofilme mit Weltstars bei uns gedreht werden, hätten wir nicht erwartet." Umso mehr freue es ihn, dass die Heimat nun weltweit im Kino zu sehen sei. Er hoffe, dass weitere Filmteams das Arberland entdecken – "von Kleinkunst bis Blockbuster".

Bildrechte: BR/Renate Roßberger
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Am Filmset von "The Weight"

Bürgermeister: Region überzeugt landschaftlich und organisatorisch

Viechtachs Bürgermeister Franz Wittmann betont den Stolz der Stadt. Man sei froh, dass Viechtach und "Bayerisch Kanada", wie man hier zur Landschaft sagt, für Oregon stehen durften. Die Dreharbeiten hätten gezeigt, dass die Region nicht nur landschaftlich, sondern auch organisatorisch überzeugen könne. Die Stadt hatte sich darum bemüht, dass alles reibungslos abläuft – von Unterkünften für die Filmcrew, die aus rund 130 Leuten bestand, bis zu Parkplätzen für große Lkw mit Ausstattung und Technik.

Es war aber nicht allein die Landschaft, die die Filmcrew angezogen hat. Es gebe in Deutschland "eine sehr gute Filmförderung", sagte Jonas Katzenstein, einer der Produzenten, während des Drehs. Die amerikanische Filmindustrie mache "eher die ganz großen Spielfilme oder die ganz kleinen Genrefilme." "The Weight" sei dagegen ein Qualitätsfilm im mittleren Budgetbereich. "Und dafür ist Deutschland einfach super."

Film mit bayerischer Förderung gedreht

Die deutsch-amerikanische Koproduktion wurde vom FilmFernsehFonds Bayern mit zwei Millionen Euro gefördert - zurückzuzahlen aus den Einnahmen des Films und verknüpft mit der Auflage, dass ein wesentlicher Teil der Ausgaben in Bayern stattfindet. "Die Weltpremiere von The Weight beim Sundance Film Festival unterstreicht, welche außergewöhnlichen kreativen und technischen Leistungen der Filmstandort Bayern hervorbringt", so Bayerns Medienminister Florian Herrmann. Bayern biete Filmschaffenden verlässliche Rahmenbedingungen, herausragende Kulissen und exzellente Partner.

Wann "The Weight" regulär in die Kinos kommt, ist noch offen – in Deutschland wohl nicht vor Herbst 2026. In Deutschland ist der Film erstmals beim Filmfestival Berlinale zu sehen. Dort hat er im Februar seine Europapremiere.

Dieser Artikel ist erstmals am 24.01.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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