Gutsverwalter Stefan Bidenbach vom Klostergut Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm baut eine große Herde Thüringer Waldziegen auf.
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Thüringer Waldziege

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Thüringer Waldziegen in Scheyern: Seltene Rasse am Klostergut

Thüringer Waldziegen in Scheyern: Seltene Rasse am Klostergut

Im Klostergut Scheyern lebt eine Herde Thüringer Waldziegen. Die Nutztierrasse mit der unverwechselbaren weißen Gesichtsmaske gilt noch immer als stark gefährdet – überzeugt aber als Milch- und Fleischlieferant und bei der Landschaftspflege.

Über dieses Thema berichtet: Unser Land am .

Die Thüringer Waldziege ist die einzige heute noch eigenständig gezüchtete einheimische Ziegenrasse in Deutschland. Ende der 1980er Jahre gab es bundesweit nur noch rund 120 Tiere. Nach der Wiedervereinigung begannen größere Bemühungen, die Rasse zu erhalten. Noch immer steht sie auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (externer Link). Mittlerweile gibt es bundesweit wieder knapp 2.000 Zuchttiere. Im Landkreis Pfaffenhofen lebt im Klostergut Scheyern eine Herde mit mehr als 200 Tieren. Für Gutsverwalter Stefan Bidenbach ist die Rasse ideal, weil sie robust, genügsam und gut an das Leben im Freien angepasst ist.

Haltung im Klostergut

Am Prielhof unterhalb des Klosters wird seit Jahrhunderten Landwirtschaft betrieben. Vor rund zehn Jahren stellte der Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung um. Bei den Benediktinern fand Bidenbach mit seiner Herde damals eine dauerhafte Bleibe.

Die Tiere wurden ursprünglich für die Milch- und Fleischnutzung gezüchtet. Sie kommen ohne Kraftfutter aus und eignen sich gut für die Landschaftspflege. Im Sommer tragen die Jungtiere auf der klostereigenen Alm im oberen Leitzachtal dazu bei, die Kulturlandschaft offen zu halten.

Milch und Käse

Neben der Pflege der Flächen spielt im Klostergut auch die Milchverarbeitung eine wichtige Rolle. Thüringer Waldziegen geben zwar etwa ein Fünftel weniger Milch als Hochleistungsziegen, gelten dafür aber als langlebig und weniger empfindlich.

Im historischen Prielhof sind Milchkammer und klostereigene Käserei untergebracht. Weil die Tiere keine Silage bekommen, entsteht dort reine Heumilch. Viermal pro Woche werden daraus Frischkäse sowie Hart- und Schnittkäse hergestellt. Der Geschmack der Produkte sei überraschend mild, heißt es im Betrieb. Das liege nicht nur an der Rasse, sondern auch an der Haltung und an der Melktechnik.

Wirtschaftlich nutzbar

Auch wirtschaftlich sind die Tiere interessant. Thüringer Waldziegen setzen mehr Körpermasse an als bunte Deutsche Edelziegen. Deshalb werden im Klostergut nicht nur Milchprodukte, sondern auch das Fleisch der Jungziegen vermarktet. Altziegen werden zu Wurst verarbeitet.

Die Herde ist inzwischen so groß, wie sie sein soll. Ohne die neugeborenen Zicklein umfasst sie rund 190 Tiere. Dass sich die Rasse erholt hat, ist für Bidenbach ein Erfolg – denn vor wenigen Jahrzehnten war sie in Deutschland fast verschwunden.

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