Darum geht's:
- Die ukrainische Durchschnittsrente beträgt 130 Euro monatlich. Eine Rentensteigerung in der Ukraine soll die Inflation ausgleichen und entspricht umgerechnet je nach Empfänger etwa 2 bis 50 Euro monatlich.
- Der Großteil deutscher Hilfeleistungen an die Ukraine ist zweckgebunden. Ein vergleichsweise kleiner Anteil ohne Zweckbindung kann in den ukrainischen Staatshaushalt fließen und so auch theoretisch zur Mitfinanzierung der Renten eingesetzt werden.
- Die EU stellt deutlich mehr Hilfsgelder ohne Zweckbindung zur Verfügung. Dabei handelt es sich jedoch größtenteils um Darlehen, die die Ukraine prinzipiell zurückzahlen muss.
Was macht die Ukraine mit den Hilfsgeldern, die das Land von Deutschland und der EU als Unterstützung zur Verteidigung gegen Russland bekommt? Sie sind teils zweckgebunden und fließen zum Beispiel in die Landesverteidigung oder Hilfsprojekte - ein Teil der Hilfsgelder kann aber auch für andere Zwecke eingesetzt werden.
Behauptung: Angeblich deutsches Geld für ukrainische Renten
Petr Bystron, AfD-Abgeordneter im Europäischen Parlament, greift eine Rentenerhöhung in der Ukraine auf. Er schreibt in einem Beitrag auf der Plattform X: "12 Prozent mehr Rente in der Ukraine! Von unserem Geld! Während deutsche Rentner Flaschen sammeln". Auf Anfrage des #Faktenfuchs, welche Belege ihm für seine Behauptung vorliegen, antwortete Bystron nicht.
Der Großteil der deutschen Hilfsgelder für die Ukraine ist von vornherein verplant, ein geringerer Anteil kann für Renten verwendet werden.
Was ist dran an der Behauptung? Bystron hat insofern Recht, dass die Ukraine einen Teil der Hilfsgelder für Staatsausgaben, wie Rentenzahlungen, benutzen kann. Dass ein Teil der Gelder dafür genutzt wird, ist von den Gebern wie der EU und Deutschland auch so beabsichtigt. Bystron lässt außerdem Kontext, wie die Höhe und Zweckbindung im Verhältnis zu den restlichen deutschen Hilfen, weg. Falsch ist, dass die Rentenerhöhung dieses Jahr mit deutschem Hilfsgeld finanziert wurde.
Der #Faktenfuchs hat zur Rentenerhöhung in der Ukraine recherchiert und bei Behörden und Experten nachgefragt, inwiefern dafür deutsche und europäische Hilfsgelder verwendet werden könnten. Wir konzentrieren uns in diesem Text auf Hilfsgelder aus Deutschland und der EU, andere Hilfsgelder (z.B. Internationaler Währungsfonds) betrachten wir aufgrund der geringeren Summen nicht.
Was steckt hinter der Rentenerhöhung in der Ukraine?
Tatsächlich wurden die Renten in der Ukraine laut Beschluss des ukrainischen Ministerrats zum 1. März 2026 um 12,1 Prozent erhöht. Der Prozentsatz dieser Rentenerhöhung berechnet sich aus einer gesetzlich festgelegten Formel.
Zur Hälfte setzt sich die Erhöhung aus der Inflation des Vorjahres und zur anderen Hälfte aus dem Wachstum des Durchschnittslohns der letzten drei Jahre zusammen. Weil beides in der Ukraine 2025 recht hoch war, ergab sich der Wert von 12,1 Prozent. Die Renten stiegen um mindestens 100 Hrywnja und höchstens um 2.595 Hrywnja. In Euro entspricht das circa einer Spanne zwischen 2 Euro und 50 Euro.
"Die Rentenindexierung in der Ukraine ist ein obligatorischer Mechanismus, der die Renten vor einer durch Inflation bedingten Wertminderung schützt", hieß es vom ukrainischen Minister für Sozialpolitik Denys Ulyutin in einer Pressemitteilung.
Zum 1. Januar 2026 gab es in der Ukraine 10,1 Millionen Rentner. Die Durchschnittsrente lag bei umgerechnet knapp 130 Euro pro Monat. Mehr als die Hälfte der Rentner bezog umgerechnet weniger als 100 Euro.
Ukraine bezuschusst Pensionsfonds aus dem Staatshaushalt - und kann dafür Hilfsgelder verwenden
Im Jahr 2026 gab es für den ukrainischen Pensionsfonds, aus dem neben Renten auch Wohnzuschüsse und weitere Sozialhilfen ausgezahlt werden, einen Zuschuss von ca. 3,8 Milliarden Euro aus dem ukrainischen Staatshaushalt. Das ist ein Anteil von circa 16 Prozent an den Gesamtausgaben des Fonds. Ähnlich wie in Deutschland sind die Ausgaben des Pensionsfonds nicht durch die Versicherungsbeiträge gedeckt. Für das Jahr 2026 sind im Staatshaushalt der Ukraine 93 Milliarden Euro Gesamtausgaben eingeplant.
Um deutsches Steuergeld für ukrainische Renten zu verwenden, müsste die Ukraine deutsche Hilfsgelder oder internationale Hilfsgelder mit deutscher Beteiligung zuerst als Einnahme in den Staatshaushalt einbuchen und dann an den Pensionsfonds (PFU) überweisen. Das war nie ein Geheimnis: Die EU-Kommission erklärte etwa stets, dass die EU-Hilfen für die finanzielle Stabilität der Ukraine gedacht sind und damit Löhne und Renten bezahlt werden können.
Laut Angaben des Center for Public Finance and Governance Analysis der privaten Hochschule Kyiv School of Economics findet ein solcher Geldfluss auch statt. Wissenschaftlerinnen des Instituts schrieben dem #Faktenfuchs auf Anfrage: Nicht zweckgebundene internationale Haushaltsunterstützung werde zur Finanzierung der Ausgaben des ukrainischen Staatshaushalts, einschließlich der Sozialausgaben, eingesetzt.
"Damit trägt die internationale Haushaltsunterstützung indirekt zur Finanzierung der Ausgaben des PFU bei – ebenso wie zur Finanzierung anderer Ausgaben des Staatshaushalts, etwa für Bildung, Gesundheitswesen, sozialen Schutz oder öffentliche Verwaltung." Die ukrainische Regierung antwortete auf Anfrage des #Faktenfuchs nicht.
Deutsche Unterstützung für die Ukraine: Größtenteils zweckgebunden
Die Ukraine hat seit Beginn des Krieges verschiedene Unterstützungsleistungen erhalten. Die Bundesregierung gibt an, dass Deutschland selbst seit Beginn des russischen Angriffskriegs bis zum Stichtag 31.03.2026 insgesamt 96,5 Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine geleistet oder für die Zukunft bereitgestellt hat. Circa 55,5 Milliarden Euro davon entfallen auf militärische Unterstützung, also wenn die Ukraine Panzer oder Flugabwehrwaffen aus Bundeswehr-Beständen erhält oder die Bundesregierung bei Rüstungsunternehmen Waffen für die Ukraine kauft.
Zu den Hilfen rechnet die Bundesregierung auch Leistungen wie das Bürgergeld für Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland, Deutschkurse oder Weiterbildungen. Deswegen beträgt beispielsweise der Anteil des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 25,6 Milliarden Euro.
In den ukrainischen Pensionsfonds können nur deutsche Gelder fließen, die direkt an die Ukraine gehen und nicht zweckgebunden sind. Auf #Faktenfuchs-Anfrage heißt es aus Kreisen der Bundesregierung: Die "militärischen und nicht-militärischen Unterstützungsleistungen sind grundsätzlich zweckgebunden, beispielsweise in der Form von Projekten oder konkreten Organisationen".
Das heißt, der Großteil des deutschen Geldes gelangt nicht in den ukrainischen Staatshaushalt. Beispielsweise finanziert das Auswärtige Amt Stromgeneratoren in der Ukraine oder das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt den Aufbau von Prothesenwerkstätten und Reha-Zentren für Kriegsverletzte.
Deutsche Hilfen ohne Zweckbindung sind sind deutlich geringer
Die finanziellen Hilfen, über die die Ukraine frei entscheiden kann und die sie nicht zurückzahlen muss, seien deutlich geringer, heißt es aus dem Auswärtigen Amt: "Die bilateralen finanziellen Hilfen zur Sicherstellung der staatlichen Handlungsfähigkeit, die bisher als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt wurden, belaufen sich auf rund 1,34 Milliarden Euro."
Diese Angaben decken sich ungefähr mit Daten des sogenannten Ukraine Support Trackers, ein Projekt des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Die Forscherinnen und Forscher sammeln Daten über die Unterstützungsleistungen für die Ukraine. Für Deutschland sind demnach bis Juni 2026 1,65 Milliarden an finanziellen Hilfen verzeichnet, davon ein Teil als Kredite.
"Grundsätzlich stimmt unsere Zahl mit dem überein, was die deutsche Regierung angegeben hat. Wenn wir nur auf die Zuschüsse schauen, liegt unsere Zahl etwa bei 1,3 Milliarden", sagt Taro Nishikawa, der Projektleiter des Ukraine Support Tracker, im Interview mit dem #Faktenfuchs. Die Daten des Trackers unterscheiden aber nicht zwischen zweckgebundenen Geldern und Geldern ohne Zweckbindung, betont Nishikawa. Deswegen könne man daraus nicht interpretieren, welche Gelder für Renten verwendbar seien.
Wenn man die Aussagen der Bundesregierung zugrunde legt, ergibt sich folgendes Bild: Von den knapp 97 Milliarden, die Deutschland seit 2022 nach Rechnung der Bundesregierung zur Unterstützung der Ukraine aufgewendet hat, könnten rund 1,3 Milliarden theoretisch in Renten fließen oder geflossen sein.
Auch bei nicht zweckgebundenen Hilfsgeldern muss Ukraine Bedingungen erfüllen
Es gebe gute Gründe, warum einige Finanzhilfen in einer flexibleren Form bereitgestellt werden, erläutert Taro Nishikawa vom Ukraine Support Tracker. Die Ukraine stehe unter erheblichem finanziellen Druck und gebe aktuell 56 Prozent ihres Staatshaushalts für Verteidigung aus. Unter diesen Umständen sei es entscheidend, die Liquidität aufrecht und den Staatsbetrieb am Laufen zu halten: "Daher erlauben die Geber eine gewisse Flexibilität bei der Verwendung der Mittel – nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Notwendigkeit."
Gleichzeitig bedeute diese Flexibilität nicht, dass es keine Kontrolle gebe. Die Mittel unterliegen umfangreichen Monitoring- und Rechenschaftsmechanismen, die internationalen Standards folgen. "Es gibt Bedingungen, an die sich die Ukraine halten muss, sonst wird es sehr schwierig, weitere Unterstützung zu erhalten." Dazu später im Text mehr.
EU-Hilfen: Größtenteils Darlehen, keine direkten Zahlungen aus dem EU-Haushalt
Deutlich mehr Hilfsgelder gab es für die Ukraine von der Europäischen Union. Auch hier gibt es wieder zweckgebundene Hilfen, etwa für militärische Anschaffungen. Aber: Über die sogenannte Makro-Finanzhilfe (MFA) wurden seit 2022 43 Milliarden Euro an die Ukraine als Darlehen und Zuschüsse gezahlt, die die Ukraine für ihren Staatshaushalt verwenden kann.
Über die sogenannte "Ukraine-Fazilität", ein Finanzierungsinstrument der EU für den langfristigen Aufbau der Ukraine, flossen laut Angaben der EU-Kommission bisher 29,5 Milliarden Euro, die nicht zweckgebunden sind. Und: In 2026 und 2027 soll die Ukraine weitere 30 Milliarden Euro für ihren Haushalt erhalten. Insgesamt also mindestens 103 Milliarden Euro in diesem Zeitraum.
Auch die Finanzhilfen für 2026 und 2027 sind im Staatshaushalt nicht zweckgebunden, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Garry Poluschkin im Gespräch mit dem #Faktenfuchs: "Grundsätzlich kann die Ukraine bei Finanzhilfen mehr oder weniger selbst entscheiden, ob jetzt Sozialhilfe oder Wirtschaftspolitik finanziert wird." Poluschkin ist Länderkoordinator für die Ukraine beim Unternehmen Berlin Economics. Das Unternehmen berät Regierungen im Ausland zur Wirtschaftspolitik über ein vom Bundeswirtschaftsministerium finanziertes Projekt
Die EU-Kommission bestätigt auf #Faktenfuchs-Anfrage: Die Zahlungen seien "allgemeine Haushaltsunterstützung". Die Kommission schreibt: "Diese Flexibilität stellt sicher, dass die Ukraine die Mittel dynamisch zuweisen kann, um auf ihre dringendsten Bedürfnisse zu reagieren".
Reformen der Ukraine sind Bedingung für Auszahlung des Geldes
Diese EU-Hilfen sind zwar nicht zweckgebunden, aber auch nicht bedingungslos. Voraussetzung sei, dass die Ukraine demokratische Mechanismen gewährleistet, die Rechtsstaatlichkeit wahrt und Menschenrechte achtet, schreibt die EU-Kommission. Auf #Faktenfuchs-Anfrage antwortet sie, dass in den Mitteln "Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung" enthalten seien.
Im sogenannten "Ukraine Plan" hat sich die Ukraine gegenüber der EU verpflichtet, bestimmte Reformen im Gegenzug für die Hilfen durchzuführen. Ein unabhängiges Kontrollgremium überprüft, dass die Gelder nicht für Betrug oder Korruption genutzt werden.
Die Finanzhilfen werden in Tranchen abhängig vom Reformfortschritt der Ukraine ausgezahlt, erklärt Poluschkin. Sollten vereinbarte Reformen nicht umgesetzt werden, werden die Tranchen zurückgehalten. Das ukrainische Medium "Kyiv Post" berichtete, dass die EU derzeit Gelder zurückhält, weil es in der Ukraine beispielsweise noch nicht genügend Personal für ein spezielles Korruptionsgericht gibt.
EU-Darlehen wurden am Kapitalmarkt aufgenommen
Fließt also möglicherweise über die EU deutsches Steuergeld in ukrainische Renten? Nur teilweise. Im Rahmen der Ukraine-Fazilität wurden 5,2 Milliarden Euro an die Ukraine gezahlt, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Dieses Geld kommt aus dem EU-Haushalt, schreibt die EU-Kommission auf #Faktenfuchs-Anfrage. Der EU-Haushalt finanziert sich größtenteils aus Beiträgen der Mitgliedsstaaten. Somit zahlt Deutschland hier indirekt mit.
- Wie viel Deutschland in den EU-Haushalt einzahlt, hat der #Faktenfuchs vor einigen Jahren hier gecheckt.
Der überwiegende Teil der Finanzhilfen an die Ukraine kommt aber erst einmal nicht aus dem EU-Haushalt. Die EU-Kommission nahm beispielsweise für die Makrofinanzhilfe Darlehen am Kapitalmarkt auf und leitete diese an die Ukraine weiter. Der EU-Haushalt und Garantien der Mitgliedsstaaten dienen dabei als Sicherheit für die Darlehen.
So läuft es auch bei der Ukraine-Fazilität und dem Ukraine Support Loan: Die EU nimmt Darlehen auf und gibt diese an die Ukraine weiter. Bis zu diesem Punkt fließt also kein deutsches Steuergeld über die EU an die Ukraine.
EU-Darlehen: Unterschiedliche Arten von Konditionen für die Ukraine
Prinzipiell müssen die Kredite irgendwann von der Ukraine zurückgezahlt werden. Weil die EU-Hilfen nach und nach gestückelt flossen, sind die entsprechenden Konditionen unterschiedlich. Zum Beispiel übernimmt die EU teilweise die Zinskosten für Darlehen an die Ukraine und bezahlt das über den EU-Haushalt. Daran sind Deutschland und andere Mitgliedsstaaten also wiederum beteiligt.
Seit 2024 bezahlt auch Russland indirekt diese Kredite ab: Dafür werden die Gewinne genutzt, die aus russischen Vermögenswerten stammen, die in der EU "eingefroren" sind. Das bisher größte Hilfspaket der EU über insgesamt 90 Milliarden Euro funktioniert so: Die Ukraine muss das Darlehen erst zurückzahlen, sobald sie Kriegsreparationen von Russland erhält.
Was passiert, falls die Ukraine nicht zurückzahlen kann?
Was aber, wenn die Ukraine die Darlehen an die EU nicht zurückzahlen kann oder muss? Etwa, weil Russland nie Reparationen zahlt? "Werden keine Reparationen gezahlt, behält sich die Union das Recht vor, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zur Rückzahlung des Darlehens zu verwenden – in voller Übereinstimmung mit dem EU-Recht und dem Völkerrecht", schreibt die EU-Kommission dem #Faktenfuchs.
Allerdings sind ebenso Szenarien denkbar, in denen die eingefrorenen russischen Werte nicht verfügbar für die Rückzahlung sind: Zum Beispiel wenn innerhalb der EU keine politische Einigkeit besteht, wenn die Gelder nach Verhandlungen wieder nach Russland überwiesen werden oder Gerichte die Verwendung untersagen.
Der Volkswirtschaftler Friedrich Heinemann vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim sagte der "Welt" dazu: Aufgrund der Darlehens-Absicherung über den EU-Haushalt bestünde letztlich eine indirekte Gemeinschaftshaftung für die beteiligten EU-Mitgliedsstaaten - und damit auch für Deutschland. Nicht beteiligt haben sich an dem Darlehen die Slowakei, die Tschechische Republik und Ungarn.
Bisher sei nicht abschließend zu beantworten, ob deutsches Steuergeld für die Rückzahlung der Kredite fließen könne, sagt Taro Nishikawa vom IfW Kiel. "Es gibt da eine Menge Ungewissheit, in diesem Sinn haben wir keine definitive Antwort zu diesem Zeitpunkt."
Fazit
Es stimmt, dass die Ukraine Hilfsgelder, die nicht zweckgebunden sind, für ihren Staatshaushalt verwenden kann - und damit auch zur Finanzierung von Renten. Die Unterstützung, die Deutschland bisher geleistet hat, ist überwiegend zweckgebunden. Von knapp 100 Milliarden Euro gingen seit 2022 rund 1,3 Milliarden Euro als "nicht rückzahlbarer Zuschuss" in die Ukraine und könnten so zur Rentenfinanzierung eingesetzt werden.
Deutlich mehr Gelder für den Staatshaushalt hat die Ukraine von der EU erhalten. Weil davon ein gewisser Teil als Zuschuss über den EU-Haushalt läuft, zahlt Deutschland hier indirekt mit. Der Großteil der EU-Hilfen sind Darlehen, die die Ukraine prinzipiell zurückzahlen muss. Da die EU Zinskosten für die Ukraine bezahlt, fließt hier indirekt ebenfalls deutsches Steuergeld. Außerdem bleibt ein Restrisiko, dass die EU und somit indirekt die Mitgliedsländer für diese Darlehen einspringen müssen, falls die Ukraine nicht zurückzahlen kann.
Quellen
Interviews/Presseanfragen
Interview mit Taro Nishikawa, Projektleiter Ukraine Support Tracker am Kiel Institut für Weltwirtschaft
Interview mit Garry Poluschkin, Berater und Länderkoordinator des German Economic Team für die Ukraine
Presseanfrage an die Bundesregierung und das Auswärtige Amt
Presseanfrage an die EU-Kommission
Presseanfrage an das Center for Public Finance and Governance Analysis an der Kyiv School of Economics
Presseanfrage an die ukrainische Regierung (unbeantwortet)
Veröffentlichungen
Pressemitteilung vom Minister für Sozialpolitik, Familie und Einheit der Ukraine, Denys Uljutin
Ukraine Support Tracker — 29th release (covering January 24, 2022 to April 30, 2026)
Dieser Artikel ist erstmals am 12.06.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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