Wetterphänomen El Niño vor der Küste von Kapstadt, Südafrika (Aufnahme vom 19.6.2023)
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Wetterphänomen El Niño vor der Küste von Kapstadt, Südafrika (Aufnahme vom 19.6.2023)
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Wetterphänomen El Niño vor der Küste von Kapstadt, Südafrika (Aufnahme vom 19.6.2023)

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El Niño ist da – und wird laut Experten wohl schlimmer denn je

El Niño ist da – und wird laut Experten wohl schlimmer denn je

Seit Monaten wird vor Super-El-Niño gewarnt – nun ist das Wetterphänomen laut US-Behörde für Ozeanographie da. Experten zufolge dürfte es in diesem Jahr besonders stark ausfallen. Welche Regionen es hart treffen wird – und welche profitieren könnten.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

El Niño ist da. Die US-Behörde für Ozeanographie und Atmosphärenforschung (NOAA) bestätigte am Donnerstag, dass das regelmäßig wiederkehrende Wetterphänomen im Pazifik begonnen habe. Laut NOAA besteht eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent, dass El Niño im Spätherbst und Frühwinter eine derartige Wucht hat, dass er "zu den stärksten El-Niño-Ereignissen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählen würde". Sogar von einem "Godzilla-El-Niño" ist die Rede. Der Rekord-El-Niño von 1997 hatte zu Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren, Tornados und Waldbränden mit Schäden in Milliardenhöhe beigetragen.

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete El Niño kürzlich als "dringende Klimawarnung". In einer Videobotschaft erklärte er, El-Niño-Bedingungen würden Öl ins Feuer einer sich erwärmenden Welt gießen.

Welche Regionen profitieren könnten – welche es hart treffen wird

Die Auswirkungen des Wetterphänomens variieren je nach Region. Einige Gegenden profitieren auch davon. Durch El Niño wird etwa die Hurrikan-Saison im Atlantik oft weniger schlimm, während sie im Pazifik verstärkt wird. Während die Ost- und Golfküste der USA möglicherweise eine Atempause erhalte, seien Hawaii und andere Inseln stärker von Hurrikans gefährdet, sagte die Klimawissenschaftlerin Abby Frazier von der Clark University. Auch der von Dürre heimgesuchte Nahe Osten von El Niño profitieren.

Andere Regionen seien jedoch größeren Gefahren ausgesetzt. Teile des westlichen Südamerikas, wo die ersten El-Niño-Ereignisse vor Jahrzehnten beobachtet wurden, erlebten oft starke Regenfälle und Überschwemmungen sowie einen besonders warmen Sommer. Indien muss sich auf intensivere Hitzewellen einstellen, während Dürre, Waldbrände und Hitze Australien bedrohen. Der Klimawissenschaftler und El-Niño-Experte Muhammad Azhar Ehsan von der Columbia University sagte, Nordostafrika werde wahrscheinlich einen Wetterumschwung von intensiver Dürre zu gefährlich starken Regenfällen erleben.

Zeitpunkt ist wichtig

Die durch einen El Niño verursachten Wetterextreme hängen auch davon ab, wann sich dieses Phänomen entwickelt. Normalerweise bilden sich El-Niño-Ereignisse im Sommer, erreichen ihren Höhepunkt im Spätherbst oder frühen Winter und klingen im folgenden Frühjahr ab. Ehsans Team prognostiziert jedoch, dass dieser El Niño aufgrund starker Anzeichen der letzten Wochen ein oder zwei Monate früher seinen Höhepunkt erreichen wird. Der Klimaforscher Gabriel Vecchi von der Princeton University erklärte, dass große El-Niño-Ereignisse wie dieses zudem tendenziell länger andauern.

El Niño bringt viel zusätzliche Wärme an die Oberfläche

Durch El Niño wird das Wasser im Pazifik nahe dem Äquator erwärmt, was Auswirkungen auf Wettermuster auf dem ganzen Planeten hat. Experten zufolge dürfte El Niño die Erde, die sich bereits durch die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe erwärmt, weiter aufheizen und extreme Wetterereignisse weltweit wahrscheinlich noch verstärken.

Das warme, tiefe Wasser eines El Niño beeinflusst die Wetterverhältnisse, indem es "viel zusätzliche Wärme an die Oberfläche bringt und so an vielen Orten weltweit zahlreiche Extremereignisse begünstigt", so die Klimawissenschaftlerin Frazier. Vor allem im Pazifik könne das rasch große Auswirkungen haben.

Mit Informationen von dpa

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