13.08.2026, Bayern, Pleinfeld: Ein Landwirt bearbeitet mit seinem Traktor ein abgeerntetes Getreidefeld und wirbelt dabei Staub vom trockenen Boden auf. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Trockenheit in der Landwirtschaft
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Trockenheit – so viel Regen fehlt in Bayern

Trockenheit – so viel Regen fehlt in Bayern

Die Aufzeichnungen in Bayern gehen bis ins Jahr 1881 zurück und nie hat es schon im Frühjahr so wenig geregnet wie in diesem Jahr. Im Sommer folgen nun Rekordhitze und extreme Verdunstung. Die Vegetation leidet unter Trockenstress.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Staubtrocken ist der Boden ganz oben, darum ziehen Fahrzeuge auf Feldern so eine Wolke hinter sich her. Und tiefer im Boden sieht es kaum besser aus. "Aktuell zeigen 86 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen und 79 Prozent der Messstellen der tieferen Grundwasserstockwerke niedrige Verhältnisse", heißt es vom Landesamt für Umwelt, das den Niedrigwasserlagebericht (externer Link) herausgibt.

Nahezu völlige Trockenheit, unterbrochen von ein paar Gewittern

Die letzten nennenswerten bayernweiten Regenfälle gab es im Zeitraum 14. bis 19. Juli. Im bayerischen Durchschnitt waren es insgesamt 22 Millimeter. Darunter waren lokale Gewitterzellen mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. In den folgenden vier Wochen blieb es laut dem Agrarmeteorologen Stephan Weigand von der Landesanstalt für Landwirtschaft in ganz Bayern nahezu vollkommen trocken. An mehr als der Hälfte aller Messstationen regnete es in diesem Zeitraum nicht einmal 10 mm – bei anhaltenden hochsommerlichen Temperaturen.

Das verschärfte die bestehende Dürresituation weiter. Schon von März bis Juli habe es bayernweit nur knapp 240 mm Regen gegeben, sagt Weigand. Üblich seien 420 mm in dem Zeitraum. "Uns fehlen, Stand heute, etwa 2,4 Monate an Niederschlag."

Weil Gewitterregen im Sommer meist nur lokal auftreten und Flächenniederschläge dieses Jahr fast völlig fehlen, ist das Defizit in diesem Sommer so stark. Dazu kommt eine hohe Verdunstung. Außerdem brauchen die Pflanzen Wasser, da bleibt nicht mehr viel fürs Grundwasser übrig.

Verdorrter Rasen, bedürftige Bäume

Wer gießt und bewässert, sollte die Abendstunden oder den frühen Morgen nutzen, damit nicht so viel Wasser gleich wieder verdunstet. Das Wasser soll nah zu den Wurzeln der Pflanzen kommen.

"Beim Rasen braucht man sich nicht so sehr zu sorgen", sagt Weigand. Einmal die Woche gut wässern reiche völlig. Selbst wenn das Gras im Garten "verbrannt" ist, also der Rasen gelbbraun und wie abgestorben aussieht, auch dann raten Gartenexperten noch zur Gelassenheit.

Denn das Gras kann sich wieder erholen, es ist an Trockenheit angepasst. Ähnlich wie Bäume sich zu retten versuchen, indem sie die Blätter abwerfen, ist es bei Gräsern, bei denen Blätter und Halme vertrocknet sind. So schützen sie sich vor dem vollständigen Absterben. Wenn die Wurzeln intakt bleiben, können sie bei genügend Feuchtigkeit wieder austreiben.

Auch im Wald fehlt das Wasser

Bäume sollte man inzwischen durchaus bewässern, raten Experten, wenn die Möglichkeit besteht. Denn die Bäume sind massiv im Hitzestress, darum lassen sie zunächst ihre Blätter fallen, um Stamm und Wurzeln zu schützen. Das sieht man bei Birken, aber auch bei anderen Baumarten.

Auch die bayerischen Wälder leiden unter der fortgesetzten Trockenheit. Die Bäume selber haben unterschiedliche Bedürfnisse. Weiden und Fichten sind etwa Flachwurzler, ganz anders Kiefern, Eichen oder Tannen. Sie können Trockenheit vor allem dann leichter überstehen, "wenn sie Grundwasseranschluss haben", sagt Weigand. "Zwanzig Prozent des ganzen Jahresniederschlags bleibt in einem Laubwald in den Blättern hängen". Das erreicht gar nicht den Boden. Dieses Wasser verdunstet.

Schnelle Verbesserung ist nicht in Sicht

Vom Landesamt für Umwelt kommt die Prognose, eine Verbesserung der Situation beim Grundwasser sei frühestens im Winterhalbjahr zu erwarten, vorausgesetzt, es wird ein "außergewöhnlich niederschlagsreiches Winterhalbjahr 2026/27 (November bis April)".

Erst dann könnten sich die Grundwasservorräte "auch in fließgewässerfernen Bereichen" nachhaltig und flächendeckend wieder auffüllen.

Dieser Artikel ist erstmals am 16.8.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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