(Symbolbild) Ein vertrocknetes Maisfeld
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(Symbolbild) Ein Getreideexperte sagt: "2026 wird als Hitzejahr in die Geschichtsbücher eingehen."
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(Symbolbild) Ein Getreideexperte sagt: "2026 wird als Hitzejahr in die Geschichtsbücher eingehen."

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Ernte 2026: Hitzewelle kostet Bauern mehr als 600 Millionen Euro

Ernte 2026: Hitzewelle kostet Bauern mehr als 600 Millionen Euro

Ausgedörrte Böden und niedrige Flusspegel prägen den Sommer 2026. Die Hitze trifft die Landwirtschaft hart: Nach neuesten Berechnungen gingen Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren. Bayern ist besonders stark betroffen. Wird Brot jetzt teurer?

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Die Getreideernte 2026 fällt in Deutschland deutlich schlechter aus als noch vor wenigen Wochen erwartet. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) beziffert die wirtschaftlichen Schäden durch die langanhaltende Hitzeperiode auf mehr als 600 Millionen Euro. Seit Mitte Juni seien rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen, erklärt DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler bei der Vorlage der abschließenden Erntebilanz des Verbands.

Mit voraussichtlich 40,6 Millionen Tonnen liegt die deutsche Getreideernte mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahreswert von rund 45 Millionen Tonnen. Auch der Fünfjahresdurchschnitt von 42,5 Millionen Tonnen wird deutlich verfehlt. Die Rapsernte dürfte mit 3,7 Millionen Tonnen ebenfalls geringer ausfallen als 2025.

Wetterdienst: Böden vielerorts ungewöhnlich stark ausgetrocknet

Die Zahlen spiegeln wider, was vielerorts sichtbar ist. Seit Monaten hat es in weiten Teilen Deutschlands und Europas nur wenig geregnet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind die Böden vielerorts ungewöhnlich stark ausgetrocknet. Im Süden Deutschlands lagen die Bodenfeuchtewerte zeitweise sogar unter denen der Dürrejahre 2018 und 2022.

Auch bei der Ernte gebe es ein "Nord-Süd-Gefälle", sagt Guido Seedler vom DRV. In Norddeutschland habe man eine durchschnittliche Ernte. Doch je weiter man Richtung Süden kommt, desto drastischer werde es – "vor allem in Bayern und Baden-Württemberg", sagt der Getreidemarktexperte. Das liege insbesondere an den Niederschlägen. "Und da hat Bayern verloren." Vor allem beim Körnermais gebe es hohe Einbußen von gut 20 Prozent.

"2026 wird als Hitzejahr in die Geschichtsbücher eingehen"

"2026 wird als Hitzejahr in die Geschichtsbücher eingehen", sagt Seedler. Nur die vergleichsweise günstigen Witterungsbedingungen im Frühjahr hätten größere Schäden verhindert. Für viele Betriebe komme der Ertragsrückgang zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da sie bereits mit steigenden Kosten für Energie, Betriebsmittel und Bürokratie belastet seien.

Besonders betroffen von der anhaltenden Dürre sind Kulturen mit hohem Wasserbedarf. Während die Getreideernte weitgehend abgeschlossen ist, rechnen Fachleute bei Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben noch mit deutlichen Ertragseinbußen. Die endgültigen Auswirkungen werden sich erst im Verlauf der Herbsternte zeigen.

Versorgung mit Getreide bleibt gesichert

Trotz der schwächeren Ernte sieht der DRV derzeit keine Gefahr für die Versorgung der Bevölkerung. Der jährliche Getreideverbrauch in Deutschland liegt bei rund 40 Millionen Tonnen und kann rechnerisch durch die diesjährige Ernte gedeckt werden.

Auch bei den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren erwartet der Verband keine unmittelbaren Auswirkungen. Der Anteil des Getreides am Endpreis sei vergleichsweise gering. Preissteigerungen würden vor allem durch höhere Energie-, Lohn- und Transportkosten verursacht.

Gleichzeitig verweist der DRV auf eine angespannte Lage auf den internationalen Agrarmärkten. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern sowie weltweit fallen die Ernten geringer aus als im Vorjahr. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine und Konflikte im Nahen Osten.

Niedrigwasser erschwert Transporte

Neben der eigentlichen Ernte rückt für die Branche zunehmend die Logistik in den Fokus. Niedrige Wasserstände auf Rhein und anderen Wasserstraßen beeinträchtigen die Binnenschifffahrt erheblich. Nach Angaben des DRV können Schiffe teilweise nur noch ein Drittel ihrer üblichen Ladung transportieren.

Wie groß die Folgen der Dürre tatsächlich sind, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) betonte nach einer Kabinettsbefassung mit dem Thema Dürre, dass das tatsächliche Ausmaß der Schäden erst nach Abschluss der Ernte Ende August belastbar bewertet werden könne [externer Link]. Eine Beteiligung des Bundes käme erst infrage, wenn die Schäden als "Ereignis von nationalem Ausmaß" eingestuft würden. Entscheidend dafür wird sein, wie stark die wirtschaftlichen Folgen der Trockenheit am Ende tatsächlich ausfallen. Direkt dazu wollte sich der DRV nicht äußern. Nur so viel: "Rein faktisch deutet sich die drittschlechteste Ernte der letzten zehn Jahre an", sagt Seedler.

Im Video: Wassernot, Rekordhitze, Kliniken am Limit: Was tun gegen Hitzewellen? | ÜberBayern

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