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Bildrechte: picture alliance / dpa | Matthias Balk/ Bearbeitung: Amelie Pompe BR24
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Übungsfahrten mit den Eltern? So wird der Führerschein billiger

Übungsfahrten mit den Eltern? So wird der Führerschein billiger

In Österreich kostet der Führerschein im Schnitt mit 2.000 Euro deutlich weniger - erlaubt sind dort auch Übungsfahrten mit Eltern. Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU) will sich daran orientieren. BR24 hat durchgerechnet, was das bei uns brächte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Youtube am .

Heute wird die Verkehrsministerkonferenz vorbereitet, bei der Ende März über die Führerscheinreform diskutiert wird. Die Reform soll den Führerschein billiger machen. In Deutschland kostet er im Schnitt 3.400 Euro. Deshalb will sich der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) an Österreich orientieren. Dort kostet der Schein im Schnitt nur 2.000 Euro, laut Stefan Ebner vom Verband der Fahrschulunternehmen Österreichs. Zum Beispiel brauchen Fahrschüler dort weniger Stunden mit einem professionellen Fahrlehrer. Sie üben mit den Eltern. Schnieder möchte sich am österreichischen 1.000-Kilometer-Laienfahrtmodell orientieren.

1.000 Kilometer mit Mama, Papa, Oma oder Opa

In Österreich gelten klare Regeln. Erst Theorieunterreicht, dann eine Einweisung in der Fahrschule für die Schüler und die Begleitpersonen. Dann die Praxis: 1.000 Kilometer mit den Eltern. Anschließend noch ein paar Fahrstunden und die Prüfung. In Deutschland soll das Modell zunächst für fünf Jahre gelten und wissenschaftlich begleitet werden.

Im Video: So wird der Führerschein billiger

350 Euro gespart?

In Deutschland könnten Fahrten mit den Eltern nach vorsichtigen Schätzungen fünf Übungsstunden ersetzen. Geht man von 70 Euro pro Fahrstunde aus, dann spart der Fahrschüler etwa 350 Euro. Der ADAC unterstützt die Idee. Begleitetes Fahren bringe viel. Fahrlehrer dagegen fürchten Unfälle. In Österreich gilt die Laienausbildung aber als Erfolgsmodell, so Stefan Ebner: "Wir hören nicht, dass jetzt Schüler mit ihren Eltern in den Straßengraben gefahren wären oder einen Blechschaden gehabt hätten." Die Kollegen vom deutschen Bundesverband der Fahrlehrer halten die Verkehrssituation hierzulande aber für komplexer als in Österreich.

Weniger Sonderfahrten

Noch umstrittener sind Pläne zu den Sonderfahrten. Bisher schreibt der Gesetzgeber zwölf dieser Fahrten vor: fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten, drei Nachtfahrten. Der Bundesverkehrsminister will sie auf drei Pflichtstunden kürzen. Rechnet man mit 80 Euro pro Stunde (Sonderfahrten sind teurer), ergäbe sich eine Ersparnis von über 700 Euro. Der ADAC hält eine Reduzierung für vertretbar. Anders Jürgen Kopp von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände: Die Sonderfahrten aufzugeben, hielt er für gefährlich.

Theorie-Unterricht online

Schließlich der Theorie-Unterricht: Viele Fahrschulen mieten dafür Räume an. Besonders in Großstädten wie München fallen hohe Mieten an. Schnieders Reformvorschlag sieht vor, dass Fahrschulen den Theorieunterricht auch online anbieten dürfen. Idealerweise per App. Die gesparte Miete geben sie im Idealfall an die Fahrschüler weiter.

Zusammen mit den anderen Maßnahmen würde der Führerschein so wieder an die Marke von 2.000 Euro rücken. Auch hier erheben Fahrlehrer aber Einspruch: Sie finden, dass Präsenzunterricht besser motiviere.

Wie geht es weiter?

Was kommt, klären die Verkehrsminister der Länder Ende März. Bayerns Ressortchef Christian Bernreiter (CSU) begrüßt, dass konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen. Es gelte zu digitalisieren, wo es Sinn mache, die Verkehrssicherheit dürfe nicht beeinträchtigt werden. Neue Regelungen könnten frühestens 2027 gelten. Bis dahin steigen die Preise voraussichtlich weiter.

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