Österreichischer Führerschein (Symbolbild)
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Oft billiger: Kann man den Führerschein im Ausland machen?

Oft billiger: Kann man den Führerschein im Ausland machen?

Den Führerschein machen, das kostet hierzulande meist zwischen 3.000 und 4.000 Euro. "Warum ist der Führerschein im Ausland günstiger?", ist eine klassische Frage aus der BR24-Community. Die Hintergründe – und für wen das in Frage kommt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

💬 "Dein Argument" greift Euren Input auf: Kommentare aus der BR24-Community sind Anlass für diesen Beitrag. 💬

Die Kosten für den Autoführerschein sind in Deutschland vergleichsweise hoch – und das dürfte auch erstmal so bleiben.

Immer wieder erreichen uns aus der BR24-Community Nachfragen wie diese von User "GeiselDesZeitgeists": "Warum ist der Führerschein im Ausland überall billiger? Warum erlaubt man nicht, den Führerschein überall in der EU zu machen? (...)"

Führerschein-Kosten in Tschechien und Österreich

Wie viel günstiger sind die Preise für die Fahrerlaubnis im Ausland? Und was sind die Voraussetzungen für deutsche Staatsbürger, um den Führerschein in einem anderen Land zu machen? Zunächst ein Blick auf die deutschen Nachbarländer mit einer Grenze zu Bayern.

  • Tschechien: Hier kostet die Fahrerlaubnis samt Lehrmaterialien auf Deutsch und einem Dolmetscher für die Prüfung laut der Webseite "czech-tourist.de" (externer Link) rund 800 Euro. Andere Portale berichten von bis zu 1.200 Euro.
  • Österreich: Hier kostet der Führerschein in der Klasse B zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Auch in Österreich ist die Spannweite vergleichsweise hoch, in Summe aber günstiger als in Deutschland.

Was kostet die Fahrerlaubnis in Polen, Italien & Co?

Viele weitere europäische Nachbarländer Deutschlands haben ebenfalls niedrigere Führerschein-Kosten als Deutschland – wenngleich nicht alle.

Italien: Die Kosten für die Fahrschule liegen hier bis zum Führerschein je nach Region zwischen 1.000 und 1.300 Euro. Die Zahl der Pflichtstunden ist deutlich niedriger als in Deutschland. Wer nur die Mindestzahl macht und viel mit Freunden oder Verwandten übt, ist sogar mit 300 bis 500 Euro dabei.

Polen: In Polen kostet der Führerschein zwischen 600 und 1.200 Euro. Einzelne Fahrschulen bieten sogar Unterricht auf Deutsch an.

Dänemark: Hier liegen die Kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro – je nach Region und Wechselkurs (die Landeswährung sind Dänische Kronen). Die Zahl der Pflichtstunden liegt deutlich höher als in Deutschland.

Frankreich: In Frankreich muss man für den Führerschein zwischen 1.300 und 2.100 Euro bezahlen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland zuletzt berichtete (externer Link; möglicherweise Bezahl-Inhalt). Demnach gilt: Je ländlicher, desto günstiger.

Belgien: In Belgien kostet die Fahrerlaubnis zwischen 1.700 und 2.000 Euro.

Niederlande: In den Niederlanden sind es rund 2.500 Euro, wobei die Angaben hier je nach Quelle variieren.

Schweiz: Die Schweiz ist besonders, weil sie nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum zählt. Daher gilt der Schweizer Führerschein innerhalb der EU nicht uneingeschränkt. Geld sparen lässt sich ohnehin kaum: Mit bis zu 4.500 Franken (derzeit gut 4.800 Euro) schlägt die Fahrerlaubnis dort zu Buche.

Führerschein im Ausland machen: Für wen kommt das infrage?

Auch wenn die genannten Summen nur Durchschnittswerte sind: Es gibt mehrere europäische Nachbarstaaten, in denen der Weg zum Führerschein günstiger ist als in Deutschland. Die Gründe dafür sind vielfältig: weniger Pflichtstunden, allgemein ein niedrigeres Lohn- und Einkommensniveau, weniger Vorgaben für Fahrschulen.

Allerdings können deutsche Staatsbürger nicht einfach im Ausland die Fahrerlaubnis machen. Die Bedingungen: Man muss in dem Land einen Wohnsitz haben – und sich mindestens 185 Tage im Jahr dort aufhalten. Darauf weist auch der ADAC auf BR24-Anfrage hin: "Zwar wird der EU-Führerschein in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union anerkannt, er kann jedoch nicht beliebig oder kurzfristig in einem anderen EU-Land erworben werden."

Es gibt eine Gruppe, für die weniger strenge Vorgaben gelten: Schüler und Studierende. Sie können im Rahmen eines Austauschs den Führerschein in einem anderen EU-Land machen, wenn sie dort mindestens sechs Monate leben.

Sind dafür die Folgekosten höher?

Allerdings sind die Ausgaben für den Führerschein nur ein Kostenpunkt, wenn es um Mobilität mit dem Auto geht. Viel interessanter finde er die Folgekosten, kommentiert BR24-Nutzer "wollfuchs". Und weiter: "Länder, die günstiger den Erwerb ermöglichen, haben tendenziell höhere Versicherungskosten und ein anderes (bis fast gar kein) Rabattsystem für unfallfreie Jahre. (...)"

Zu den Kfz-Versicherungskosten im Ausland liegen dem ADAC nach eigenen Angaben keine Zahlen vor. Richtig ist: In Ländern wie Österreich oder Italien sind die Versicherungskosten für Fahranfänger häufig höher. Allerdings gilt wie immer bei Versicherungen: Die Kosten sind individuell und hängen von vielen Faktoren ab. Und neben den Versicherungskosten entscheiden weitere Faktoren darüber, wie teuer Mobilität per Auto ist: Spritpreise, Mautkosten, Steuern.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

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