Toter Gecko
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Bei der Kontrolle eines Reptilienhalters haben Mitarbeiter des Landratsamts Haßberge mehr als 30 verendete Geckos gefunden.
Bildrechte: Markus Menn / Landratsamt Haßberge
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Bei der Kontrolle eines Reptilienhalters haben Mitarbeiter des Landratsamts Haßberge mehr als 30 verendete Geckos gefunden.

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"Unerträgliche" Zustände: Veterinäramt findet 32 tote Geckos

"Unerträgliche" Zustände: Veterinäramt findet 32 tote Geckos

Bei der Kontrolle eines Reptilienhalters haben Mitarbeiter des Landratsamts Haßberge mehr als 30 verendete Geckos gefunden. Ersten Erkenntnissen zufolge sind die Tiere verhungert und verdurstet. Der Halter zeigte sich uneinsichtig.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Eine grausige Entdeckung haben Kontrolleure des Veterinäramts bei einem Reptilienhalter im Landkreis Haßberge gemacht: Insgesamt 96 Geckos fanden sie in der Wohnung des Mannes, davon waren 32 Tiere tot. Vermutlich verhungert und verdurstet, teilt das Landratsamt in Haßfurt heute mit. Vom Landratsamt veröffentlichte Fotos zeigen tote Tiere in Plastikboxen, teils während der Häutung verendet. Untersuchungen sollen nun die genauen Todesursachen klären.

Bedürfnisse der Tiere "nicht annähernd" berücksichtigt

Die Kontrolleure beschrieben die Haltungsumstände demnach als "unerträglich", die Bedürfnisse der Geckos seien bei der Haltung "nicht annähernd" berücksichtigt worden. Die Tiere waren zum Teil in 20 Terrarien untergebracht, 33 Tiere fanden die Kontrolleure einzeln in 36 × 25 Zentimeter großen Schubladen.

Die noch lebenden, großteils stark abgemagerten Tiere wurden zu einem Fachtierarzt für Reptilien gebracht und erstversorgt. Dort sind sie vorerst auch weiterhin stationär untergebracht. Die toten Tiere wurden in die Pathologie des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gebracht, um die Todesursache festzustellen. Dabei wird vor allem abgeklärt, ob eine länger anhaltende erhebliche Vernachlässigung vorlag.

Reptilienhalter beleidigt Kontrolleure und Polizei

Während der Kontrolle zeigt sich der Reptilienhalter laut Landratsamt uneinsichtig und unkooperativ. Zudem soll er die Behördenmitarbeiter sowie die anwesenden Polizeibeamten beleidigt haben. Er muss sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen der Beleidigungen verantworten. Laut Landkreis muss er auch für die Kosten der Untersuchung der Tiere und der vorläufigen Unterbringung der noch lebenden Geckos aufkommen.

Nähere Angaben zu Wohnort, Alter und Lebensumständen des Halters wollte das Landratsamt keine machen. Weitere Tiere wurden laut Landratsamt nicht gefunden.

Fälle von Animal Hoarding nehmen zu

Der Deutsche Tierschutzbund beklagt eine drastische Zunahme solcher Fälle. 147 Fälle von Animal Hoarding mit 8.911 betroffenen Tieren sind dem Verband im Jahr 2024 bekannt geworden. Im Vergleich zu 2023 stieg die Anzahl um über 2.000 Tiere. Die meisten Fälle gab es erneut in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern. Am häufigsten sind es Katzen, die gehortet werden. Die ohnehin stark belasteten Tierheime können die Versorgung der meist völlig verwahrlosten Tiere kaum mehr stemmen und geraten an räumliche, finanzielle und psychische Grenzen, heißt es vom Deutschen Tierschutzbund.

Nach Angaben des Landratsamts spricht man von Animal Hoarding, wenn eine Person mehr Tiere hält, als sie ausreichend versorgen kann, grundlegende Bedürfnisse wie Futter, Wasser, Hygiene und tierärztliche Versorgung nicht sichergestellt sind und die schlechten Lebensbedingungen der Tiere und der eigenen Wohnsituation nicht erkannt oder verleugnet werden. Nach den Eindrücken des Veterinäramts trifft diese Definition auf die vorgefundene Haltung zu.

Geckos brauchen viel Wärme

Geckos sind Echsen aus der Familie der sogenannten Schuppenkriechtiere, die weltweit verbreitet sind und verschiedene Lebensräume von Wüsten bis zu Tropenwäldern bewohnen. Sie werden in Terrarien gehalten, brauchen tagsüber viel Wärme und müssen ab und an befeuchtet werden. Je nach Art – ob Wüsten- oder Tropengecko – unterscheiden sich die Anforderungen an Wärme und Feuchtigkeit stark.

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