Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bekommt einen Sitz im Aufsichtsrat der FC Bayern AG. Schon seit Jahren gehört er dem FCB-Verwaltungsbeirat an, und vor kurzem wurde er zu dessen Vorsitzendem gewählt. Damit verbunden ist laut Satzung der Platz im Aufsichtsrat, wie Reiter mitteilt. Die Abendzeitung hatte zuerst darüber berichtet [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]. In beiden Funktionen folgt er dem ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), der auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist.
Dieter Reiter: "FC Bayern wird für immer der Verein meines Herzens sein"
"Ich bin stolz, dass mir der größte Sportverein der Welt künftig die Möglichkeit gibt, meine bescheidene Expertise in sportlicher, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht durch einen Sitz im Aufsichtsrat der FC Bayern AG einzubringen", so der Münchner Rathauschef.
Nach seiner Wahl zum Verwaltungsbeiratsvorsitzenden hatte er bereits gesagt: "Ich war als Fünfjähriger das erste Mal bei einem Spiel des FC Bayern im Stadion, und als ich Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier und ihre Teamkollegen gesehen habe, war sofort klar: Der FC Bayern wird für immer der Verein meines Herzens sein."
Oberbürgermeister sieht keine Interessenkollision
Zugleich betont er, dass er beide Funktionen als Privatperson wahrnimmt. Eine Interessenkollision mit seinem Mandat als Oberbürgermeister gebe es nicht, erklärt Reiter auf BR-Nachfrage. Denn der Aufsichtsrat habe keine Vertretungsvollmacht für die AG: "Diese wird – wie gesellschaftsrechtlich geregelt – vom Vorstand ausgeübt." Fragen zur Vergütung und etwaigen Abführungspflichten stellen sich für Dieter Reiter ebenfalls nicht, "da eine entsprechende Verpflichtung nach meinem Kenntnisstand nur für Funktionen in städtischen Gesellschaften oder Gesellschaften, an denen die Stadt zumindest beteiligt ist, in Betracht kommt." Er werde das aber "selbstverständlich (….) noch juristisch prüfen" lassen.
FC Bayern verweist auf übliche Compliance-Grundsätze
Auf BR24-Nachfrage erklärt der FC Bayern, sein Aufsichtsrat sei – wie alle Aufsichtsräte – ein Kontroll- und Beratungsgremium des Vorstandes, das die Geschäftsführung überwacht, Vorstände bestellt, abberuft und über zustimmungspflichtige Geschäfte entscheidet. Es würden für Aufsichtsräte wie Verwaltungsbeiräte die allgemeinen Compliance-Grundsätze gelten, diese würden auch angewendet, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
Münchens Alt-OB Christian Ude saß während seiner Amtszeit 13 Jahre lang im Aufsichtsrat des TSV 1860 München.
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