07.05.2025, München: Polizisten und Rettungskräfte stehen neben einem Unfallfahrzeug in den Glassplittern einer Haltestelle.
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Das Innenministerium hat die Verkehrsunfallstatistik für 2025 vorgelegt. Mit überwiegend negativen Entwicklungen.
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Verkehrsstatistik: Wieder mehr Tote bei Unfällen in Bayern

Verkehrsstatistik: Wieder mehr Tote bei Unfällen in Bayern

Das Innenministerium hat die Verkehrsunfallstatistik für 2025 vorgelegt. Mit überwiegend negativen Entwicklungen. Die Zahl der Unfälle ist wieder gestiegen - die Zahl der Verletzten und Verkehrstoten ebenso. Ein Lichtblick: Es starben weniger Radler.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Im vergangenen Jahr sind auf Bayerns Straßen 507 Menschen an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben. Das ist Teil der Verkehrsunfallstatistik die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für 2025 vorgelegt hat. Unter den Verkehrstoten waren auch elf Kinder. Damit starben insgesamt zwölf Personen mehr als im Jahr 2024. Und es ist der erste Anstieg nach einem mehrjährigen Rückgang.

Mehr Fahrzeuge - mehr Unfälle

Insgesamt wurden 2025 im Freistaat 387.656 Verkehrsunfälle registriert - ein Plus von 1,7 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist laut Ministerium die weiter gestiegene Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge, die sich im vergangenen Jahr von rund 10,8 Millionen auf rund 10,9 Millionen erhöht hat.

Die Zahl der Verletzten blieb mit 62.419 auf dem Niveau des Vorjahres. Bei der Zahl der Schwerverletzten wurde im vergangenen Jahr dabei mit 8.727 ein erneutes Allzeittief erreicht, nach 9.024 im Vorjahr.

Rasen bleibt häufigste Unfallursache

Die häufigste Unfallursache bleibt zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit. Rund ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle ist darauf zurückzuführen. "Jeder einzelne Verkehrstote ist einer zu viel", beklagte Joachim Herrmann die Entwicklung. Der Innenminister kündigte deshalb zahlreiche Gegenmaßnahmen an. Der Fokus soll dabei in diesem Jahr auf den Landstraßen liegen. Dort ereigneten sich mit einem Anteil von rund 60 Prozent die meisten tödlichen Unfälle. Die Polizei wird deshalb verstärkt gegen Temposünder vorgehen und mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen.

Bei Alkohol- und Drogenunfällen starben 46 Menschen. Die Fahrtüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern soll deshalb ebenfalls künftig häufiger kontrolliert werden.

Zahl der Radunfälle steigt - trotzdem weniger Tote

Nach Jahren des Anstiegs ging die Zahl der getöteten Radfahrer 2025 erstmals wieder deutlich zurück. Knapp die Hälfte der 82 Opfer war mit einem Pedelec unterwegs. Andererseits ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern leicht gestiegen und es gab rund 18.500 verletzte Radfahrer, drei Prozent mehr als 2024.

Herrmann gab sich angesichts dessen auch selbstkritisch und betonte, man wolle Bayern als Radlland weiterentwickeln. "Aber wir müssen es schaffen, dass wir das Wachstum des Radverkehrs sozusagen entkoppeln von einem Wachstum der Radverkehrsunfälle. Wir müssen also alles dafür tun, dass das Radfahren noch sicherer wird."

Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium, den Kommunen, der Polizei und dem Allgemeinen Fahrradclub will der Innenminister vor Ort die Verkehrsführung, die Beschilderung sowie die Markierungen insbesondere auf Landstraßen verbessern. Zudem sollen bis 2030 1.500 Kilometer neue Radwege in Bayern entstehen. Umgerechnet sind das 300 Kilometer im Jahr.

Kritik an Ausbau der Radinfrastruktur vom ADFC

Klingt viel, sei es aber nicht, kritisiert Eva Mahling vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. "Mit dieser Geschwindigkeit kommen wir zu keinem lückenlosen Radwegenetz." Zum anderen sei nicht sichergestellt, dass die geplanten Radwege dort gebaut würden, wo die Unfallgefahr besonders hoch ist. Die Richtung stimme, aber es ginge noch besser, so die ADFC-Landesvorsitzende.

Helsinki als Vorbild für Bayern?

In der finnischen Hauptstadt Helsinki - mit 600.000 Einwohnern - gab es beispielsweise im vergangenen Jahr keinen einzigen Toten im Straßenverkehr. Dort gilt flächendeckend Tempo 30. Für den Fahrradclub eine der wichtigsten Maßnahmen für weniger Unfälle.

Innenminister Joachim Herrmann hält allerdings von einer generellen Tempo 30 Einführung nichts. Das sollten die Städte und Gemeinden in eigener Verantwortung vor Ort entscheiden.

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