Camping in Waging am See
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Camping in Waging am See
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Dachzelt bis Wohnmobil: Camping im Chiemgau boomt

Dachzelt bis Wohnmobil: Camping im Chiemgau boomt

Campingurlaub ist längst mehr als Zelt, Isomatte und Gaskocher. Am Waginger See zeigt sich, wie sehr sich diese Urlaubsform verändert hat und warum sie für viele so attraktiv ist wie nie.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Mit seinem Golf-Cart fährt Moritz Seehuber, stellvertretender Betriebsleiter des Strandcampings Waging, über das weitläufige Gelände am Waginger See. 36 Hektar umfasst das Areal, rund 650 Stellplätze gibt es für Urlauber mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt.

Eigentlich ist im September die Hauptsaison vorbei. Doch bis auf ein paar Lücken ist der Campingplatz noch immer gut gefüllt. Selbst die Stellplätze weiter weg vom See seien zu dieser Jahreszeit inzwischen gut belegt, erzählt Seehuber. Früher habe man dort im September oft schon mit den Arbeiten für die nächste Saison beginnen können.

Dass die Campingsaison immer länger wird, zeigt, wie stark die Nachfrage im Chiemgau gewachsen ist. Nach Angaben von Chiemgau Tourismus kamen 2025 rund 170.000 Campinggäste in die Region. Zusammen verbrachten sie mehr als 806.000 Nächte auf den Campingplätzen.

Waging am See: Camping dominiert den Tourismus

Besonders deutlich wird der Campingboom in Waging am See. Seit 2019 ist die Zahl der Campingübernachtungen spürbar gestiegen: Damals waren es rund 327.000, im ersten Corona-Jahr 2020 bereits knapp 378.000. Nach einem vorübergehenden Rückgang in den Jahren 2021 und 2022 zog die Nachfrage ab 2023 wieder an.

2025 erreichte Waging schließlich mit 418.325 Campingübernachtungen den höchsten Wert der vorliegenden Zahlenreihe seit 2014. Damit entfielen rund 85 Prozent aller Übernachtungen im Ort auf Campingplätze.

Seehuber wundert das nicht. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren "deutlich nach oben gegangen". Für viele Gäste sei Campen vor allem eine ungezwungene Form des Urlaubs: draußen sein, Zeit mit der Familie verbringen und sich nicht nach den Abläufen eines Hotels richten.

Auch die Gäste hätten sich verändert. Früher seien Menschen zwischen 25 und 35 Jahren mit Wohnmobil eher die Ausnahme gewesen, sagt Seehuber. Heute kämen selbstverständlich junge Familien mit ausgebauten Bussen oder Wohnmobilen.

Frühstück im Pyjama statt fester Hotelzeiten

Eine von denen, die die Freiheit beim Camping schätzen, ist Christina Quehenberger aus dem Salzburger Land. Mehr als zehn Mal war sie in diesem Jahr bereits mit ihrem Camper in Waging. Morgens aufstehen, Kuschelklamotten anziehen und draußen frühstücken – genau das sei es, was sie am Camping mag.

Auch feste Essenszeiten vermisst sie nicht. Beim Camping könne jeder seinen Tag so gestalten, wie er wolle. Und ein Stück Zuhause reist trotzdem mit: ihre Kaffeemaschine. "Da ist mein Urlaub gesichert", sagt Quehenberger.

Gleichzeitig steigen die Ansprüche. Gute Sanitäranlagen, WLAN, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten gehören für viele Gäste inzwischen dazu. Zudem werde kurzfristiger gebucht: Bei einem guten Wetterfenster stehe das Telefon manchmal nicht still, erzählt Seehuber. Bei angekündigtem Dauerregen werde dagegen schneller storniert.

Campingboom in ganz Bayern

Waging ist dabei kein Einzelfall. Bayerns Campingplätze verzeichneten 2025 rund 2,9 Millionen Ankünfte und 8,6 Millionen Übernachtungen. Beide Werte lagen nach Angaben des Bayerischen Tourismusministeriums 3,3 Prozent über dem Vorjahr.

Auch bundesweit bleibt Camping ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Der Caravaning Industrie Verband nennt rund 56 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen und weitere rund 20 Millionen auf Reisemobilstellplätzen. Der durch Caravaning-Tourismus ausgelöste Umsatz liegt demnach bei fast 23 Milliarden Euro.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.