Die Kundin einer Tafel bekommt Joghurt und Pudding.
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(Symbolbild) In Bayern waren im vergangenen Jahr mehr Menschen von Armut gefährdet als 2024.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Daniel Vogl
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(Symbolbild) In Bayern waren im vergangenen Jahr mehr Menschen von Armut gefährdet als 2024.

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Von Armut gefährdete Menschen: Zahl in Bayern angestiegen

Von Armut gefährdete Menschen: Zahl in Bayern angestiegen

Wer als Alleinlebender in Deutschland weniger als 1.446 Euro pro Monat zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. In Bayern ist die Zahl zuletzt auf rund 1,6 Millionen Menschen angestiegen. Zwei Bevölkerungsgruppen sind besonders betroffen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Bayern am .

Die Zahl der Menschen in Bayern, die von Armut gefährdet sind, ist im vergangenen Jahr auf rund 1,6 Millionen gestiegen. Das entspricht 12,4 Prozent der Bevölkerung im Freistaat. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der Wert noch 0,6 Prozentpunkte niedriger. Diese Zahlen hat das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth am Dienstag veröffentlicht. Die Ergebnisse stammen aus der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen.

Was bedeutet "armutsgefährdet"?

Laut Definition der EU sind Menschen dann von Armut gefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens der Bevölkerung verfügen. Dieses Äquivalenzeinkommen berücksichtigt, anders als das einfache Pro-Kopf-Einkommen, dass unterschiedliche Haushaltskonstellationen je nach Anzahl und Alter der Haushaltsmitglieder einen unterschiedlichen Bedarf haben.

Grundlage für die Einkommensmessung ist das gesamte verfügbare Haushaltseinkommen nach Steuern und Sozialabgaben des Vorjahres.

Fast jeder Dritte Alleinlebende in Bayern ist armutsgefährdet

Eine besonders hohe Armutsgefährdungsquote verzeichnen Alleinlebende: Von den insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen in Bayern gelten 28 Prozent – also rund 712.000 Menschen – als armutsgefährdet.

Sie verfügen über ein Einkommen von unter 1.446 Euro pro Monat, nach Steuern und Sozialabgaben.

Hohe Armutsgefährdung für Alleinerziehende in Bayern

Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren gelten als armutsgefährdet, wenn sie weniger als 1.879 Euro pro Monat zur Verfügung haben. Bei Haushalten mit zwei Erwachsenen liegt die Grenze beispielsweise bei 2.168 Euro monatlich.

In Bayern sind Alleinerziehende und deren Kinder deutlich stärker von Armut gefährdet als die Durchschnittsbevölkerung: Hier liegt die Armutsgefährdungsquote bei 24,0 Prozent.

Deutschlandweite Zahlen sind höher

Die bayerischen Werte zur Armutsgefährdung liegen für die genannten Gruppen etwas niedriger als der bundesweite Durchschnitt.

Der Anteil der von Armut bedrohten Menschen liegt in Deutschland demnach bei 16,1 Prozent. Im Jahr zuvor war die deutschlandweite Armutsgefährdungsquote mit 15,5 Prozent etwas niedriger.

Mehr als Einkommen: Wenn Armut zur Ausgrenzung wird

Betrachtet man neben der Einkommenssituation auch die Möglichkeiten der Menschen zur Teilhabe an der Gesellschaft, sind laut der Statistik sogar bundesweit 17,6 Millionen Menschen oder 21,2 Prozent von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Gegenüber dem Vorjahr (21,1 Prozent) blieb dieser Anteil nahezu unverändert.

Laut EU-Definition gilt eine Person als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.

Mit Informationen von dpa, epd und KNA

Transparenzhinweis: Der Artikel wurde am 03.02.26 um 11.16 Uhr veröffentlicht, und um 16.40 Uhr mit weiterführenden Informationen ergänzt, etwa der Definition von Armutsgefährdung.

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