(Symbolbild) Kinderschuhe stehen an der Garderobe einer Kindertagesstätte.
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(Symbolbild) Am Dienstag startet das neue Kitajahr.
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Vor dem neuen Kitajahr: So viele Kitas wie noch nie

Vor dem neuen Kitajahr: So viele Kitas wie noch nie

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, für die ganz Kleinen geht es am Dienstag schon wieder los: Da startet die Betreuung in den Kitas. Die Staatsregierung schaut positiv auf das neue Jahr.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wer Kinder im Alter von einem Jahr oder älter hat, hat in Bayern eine immer größere Chance, schnell einen Kitaplatz zu finden. Denn der Trend, so zeigen es die Zahlen des Familienministeriums, geht nach oben: Seit 2010 gibt es kontinuierlich mehr Kindertagesstätten im Freistaat, in diesem Jahr sind es zum ersten Mal über 11.000.

Mehr Bedarf, mehr Kitas

Auch die Anzahl der Kinder, die betreut wurden (644.931), wie auch die der Fach- und Ergänzungskräfte (129.365) hat sich laut Ministerium erhöht. Im Vergleich zu 2010 sei das ein Wachstum von 42 Prozent und 114 Prozent. Ministerin Ulrike Scharf (CSU) betonte auch, dass sich in diesem Zeitraum im Kita-Bereich mehr getan habe als in anderen Bereichen, etwa beim Bau von Wohnungen, Grund- und Mittelschulen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist für Ministerin Ulrike Scharf erfreulich, darauf könne man stolz sein. Dennoch: Die Aufgaben seien gewachsen, so Scharf, "wir haben mehr Betreuungsbedarf, wir haben längere Betreuungszeiten und wir haben mehr Vielfalt". Gemeint sind damit unter anderem Kinder mit Behinderungen und Kinder mit Migrationshintergrund. Solchen besonderen Bedarf habe fast jedes zweite Kind.

Die Ministerin sieht sich als glühende Verfechterin der frühkindlichen Bildung. In den Kitas werde Enormes für Kinder geleistet werden. Bayern sei bekannt für seine Exzellenz-Universitäten, die entscheidenden Weichen würden aber viel früher gestellt, deshalb: "Wer früh fördert, stärkt Kinder fürs Leben."

Schlüssel im nationalen Vergleich gut

Die Staatsministerin zeigte sich allgemein zufrieden, so auch mit dem Anstellungsschlüssel. So sei man im bundesweiten Vergleich gut aufgestellt. Verpflichtend sei, dass auf maximal elf Kinder eine Betreuungsperson komme. In Bayern waren es im vergangenen Jahr deutlich weniger, nämlich 1:8,97 – also betreute eine Person im Schnitt weniger als neun Kinder.

Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. merkt hier allerdings an, der Schlüssel besage nur, wie viel Personal, bezogen auf die Buchungszeiten der Kinder, in einer Kita unter Vertrag sei und bilde nicht das tägliche Geschehen in der Kita ab.

Geburtenrückgang bereitet Sorgen

Schon das dritte Jahr in Folge würden weniger Kinder geboren, sagte Ministerin Scharf. Das hat auch Auswirkungen auf Kitas und deren Finanzierung. Die Sorge teilt der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V.. Schon jetzt wirkten sich rückläufige Kinderzahlen und Buchungszeiten als "strukturelles Risiko" aus, sagt Geschäftsführerin Alexa Glawogger-Feucht.

Finanzierung im Wandel

In Bayern werden Kitas aktuell durch Mittel aus Kommunen und vom Staat sowie Elternbeiträgen finanziert. Letztere werden von den Kommunen bestimmt, die Ministerin forderte, dass dies sozialverträglich geschehe.

Mit der Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes, kurz BayKiBiG, wird sich der staatliche Anteil ab Januar erhöhen. Für Scharf Voraussetzung, dass die hohe Qualität gewährleistet wird. Träger klagen dennoch über hohe Defizite bei den Kitas. Die könnten auch nach der Reform und mit mehr staatlichen Mitteln nur teilweise gedeckt werden.

Verband fordert höhere Förderung

So schreibt Dirk Rumpff vom Evangelischen KITA-Verband Bayern e.V. auf BR24-Anfrage, dass man die Erhöhung des staatlichen Anteils begrüße. Das sei ein großer Schritt in Richtung Chancengerechtigkeit, weil durch die höhere gesetzliche Förderung insbesondere Kitas profitierten, die keine freiwilligen kommunalen Leistungen erhalten hätten. Dennoch sei es nicht genug, weil man im gemeinsamen Bündnis für frühkindliche Bildung eine höhere Forderung vereinbart habe.

Auch der Dachverband Bayerischer Träger für Kindertageseinrichtungen e.V. sieht noch Potential zur Verbesserung. Laut Vorstandsvorsitzendem Benjamin Tajedini brauche es eine "vernünftige Förderlandschaft". Eine weitere Herausforderung sei gutes Personal.

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