Ein Autowrack brennt lichterloh auf einer Wiese, Strohhaufen gehen in Flammen auf - zum Glück nur eine Übung. Die gelegten Brände sollen auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg eine 200 Meter breite Feuerwalze simulieren. Ein Löschzug aus vier Freiwilliger Feuerwehren soll sie aufhalten.
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Erste Übung mit Kreisregnern im Landkreis Bad Kissingen
Bei der Übung mit dabei ist auch Josephine "Josy" Kopp, von Beruf Rettungssanitäterin beim Roten Kreuz. Für die 28-Jährige von der Freiwilligen Feuerwehr Reiterswiesen ist es die erste Übung mit den Kreisregnern, entsprechend groß ist bei ihr die Anspannung. In ihrem Löschzug sind über 20 weitere Ehrenamtliche mit dabei. Sie stammen von Freiwilligen Feuerwehren aus Bad Kissingen, Rannungen und Oberbach. Rund einen Kilometer von der Feuerwalze entfernt warten sie auf ihren Einsatzauftrag. "Aufsitzen zusammen, los!", ruft plötzlich Gruppenleiter Nicolas Löffler. Josy und ihr Löschzug rücken aus.
"Kreisregner": So funktionieren sie
Die vier Fahrzeuge des Löschzuges kommen nach wenigen Minuten an der Feuerwalze an. Josy holt sich rasch einen Feuerwehrschlauch. In die andere Hand nimmt sie einen bauchhohen Kreisregner mit dreibeinigem Gestell, der an einen Rasensprenger erinnert. Josys und einige ihrer Kollegen bauen die Geräte auf und schließen sie an.
Zehn Stück stehen schließlich im Abstand von jeweils 30 Metern. Eine 300 Meter lange und 25 bis 30 Meter breite Fläche sollen sie somit bewässern können - über mehrere Stunden, damit beispielsweise ein Dorf vor einer Feuerwalze geschützt werden könnte. Während Josy mit dem Aufbau beschäftigt ist, löschen andere Einsatzkräfte das brennende Autowrack und die Strohhaufen.
Wasser kommt aus Bundeswehr-Löschfahrzeug
Dann wird die Wasserzufuhr eingeschaltet. Die zehn Geräte sind jeweils so ausgerichtet, dass sie ihren Wasserstrahl im Halbkreis in Richtung Feuerwalze spritzen. Das Wasser kommt bei dieser Übung aus einem Fahrzeug der Bundeswehr - Unterstützung kommt bei der Übung von der Bundeswehr-Feuerwehr Hammelburg, die Personal und ein Fahrzeug zur Verfügung stellt. Leiter Philipp S. erklärt, dass die Bundeswehr-Feuerwehr auch im Ernstfall im Rahmen der Soforthilfe und bei Katastrophenschutzeinsätzen helfen würde.
Auch die Freiwilligen Feuerwehren haben Wasser in ihren Löschfahrzeugen am Start; darüber hinaus könnten im Ernstfall Landwirte Löschwasser beispielsweise in Güllefässern heranfahren.
Ein Mittel gegen großflächige Vegetationsbrände
Kreisbrandmeister Manuel Wurst betont, dass der Landkreis Bad Kissingen nicht der erste in Bayern sei, der auf diese neue Idee setzt. Immer mehr Landkreise würden nach seiner Einschätzung solche Systeme anschaffen. Im Ernstfall könnten sie nicht nur im eigenen Landkreis, sondern auch überregional eingesetzt werden. Über 80 Feuerwehren des Landkreises Bad Kissingen lernen an dem Übungswochenende die neu angeschafften Kreisregner kennen.
Positives Fazit über Kreisregner-Übung
"Wasser halt!", ruft Josy und schaltet am Feuerwehrschlauchverteiler die Wasserzufuhr ab. Nach knapp einer Stunde ist die Übung für die 28-Jährige und ihren Löschzug beendet. Trotz kleiner Verzögerungen zu Beginn ist sie mit dem Ablauf zufrieden, zumal sie die Technik zum ersten Mal in der Hand hatte. Josy ist von den Kreisregnern überzeugt und wünscht sich, dass in ihrer Region noch mehr davon angeschafft werden, um besser gegen Wald- und Vegetationsbrände gewappnet zu sein.
Feuerwehr-Doku im Video: Ehrenamtliche kämpfen gegen Feuer und ihre eigenen Grenzen
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