10.02.2026, Bayern, München: Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrieren während eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst in der Innenstadt. Einen Tag vor der Fortsetzung der Gespräche in dritter Runde an diesem Mittwoch in Potsdam wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
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Tausende Menschen bei Warnstreiks in Bayern

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Warnstreiks in Bayern: Tausende fordern höhere Löhne

Warnstreiks in Bayern: Tausende fordern höhere Löhne

Vor der dritten Tarifrunde im öffentlichen Dienst in Bayern beteiligten sich am Dienstag Beschäftigte aus Unikliniken, Hochschulen und anderen öffentlichen Einrichtungen an Warnstreiks. Tausende protestierten für bessere Arbeitsbedingungen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Bayern haben Beschäftigte aus Universitätskliniken, Landesämtern, Hochschulen und anderen öffentlichen Einrichtungen an Warnstreiks teilgenommen. Zu den Aktionen riefen Gewerkschaften wie Verdi und die GdP Bayern auf.

In München und Erlangen fanden am Dienstag größere Demonstrationen statt. In München schätzten Veranstalter und Polizei rund 5.000 Teilnehmer, in Erlangen waren es laut Polizei etwa 1.200.

Begriff "Lifestyle-Teilzeit" sorgt weiterhin für Empörung

Sandra Bischoff vom Uniklinikum Erlangen kritisierte, dass Teile der Bundesregierung die Arbeitsrealität von Tarifbeschäftigten mit Begriffen wie "Lifestyle-Teilzeit" abwerten. Sie forderte mehr Anerkennung und angemessene Bezahlung. Der Begriff war ursprünglich in einem CDU-Antrag verwendet worden, sorgte jedoch für Empörung und wurde inzwischen aus dem Antrag gestrichen.

Notfallversorgung in Unikliniken

In den Unikliniken wurde aufgrund der Streiks ein Notbetrieb aufrechterhalten, doch es kam zu spürbaren Auswirkungen, insbesondere bei verschiebbaren Eingriffen. Andreas Doil von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erklärte, dass die Universitäten chronisch unterfinanziert seien und die Vernachlässigung von Bildung und Forschung in Deutschland nicht hingenommen werden könne. Neben den Uniklinik-Beschäftigten demonstrierten auch Mitarbeiter aus verschiedenen öffentlichen Bereichen wie Polizei, Finanzämtern und Theatern.

Tarifverhandlungen in Potsdam

Die Warnstreiks fanden einen Tag vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder statt. Verdi fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich. Die Arbeitgeberseite hatte bislang nur geringe Lohnerhöhungen bei langer Laufzeit angeboten, was zu Unmut unter den Beschäftigten führte.

ÖPNV-Warnstreik am Mittwoch

Am Mittwoch folgen weitere Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr, was vor allem den An- und Abreiseverkehr zum Pokal-Viertelfinale von Bayern gegen RB Leipzig in München erschweren könnte. Ein Sonderbetrieb ist geplant.

Mit Informationen von dpa

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