Norwegen, Andøya: Das Münchner Start-Up Hypersonica hat am 3. Februar die erste europäische Hyperschallrakete getestet.
Norwegen, Andøya: Das Münchner Start-Up Hypersonica hat am 3. Februar die erste europäische Hyperschallrakete getestet.
Bild
Norwegen, Andøya: Das Münchner Start-Up Hypersonica hat am 3. Februar die erste europäische Hyperschallrakete getestet.
Bildrechte: dpa-Bildfunk
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk
Audiobeitrag

Norwegen, Andøya: Das Münchner Start-Up Hypersonica hat am 3. Februar die erste europäische Hyperschallrakete getestet.

Audiobeitrag
>

Hyperschallrakete von Münchner Start-up in Norwegen getestet

Hyperschallrakete von Münchner Start-up in Norwegen getestet

Hyperschallraketen könnten die militärischen Kräfteverhältnisse ändern. Ein Münchner Start-up hat heimlich, still und leise seinen Prototypen getestet. Die Rakete startete in Norwegen und erreichte eine Geschwindigkeit von Mach 6.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Ein deutsch-britisches Start-up hat eine europäische Hyperschallrakete entwickelt und auch erstmals getestet. Der Prototyp HS1 startete am 3. Februar ohne Sprengkopf vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya und erreichte sechsfache Schallgeschwindigkeit. Bis 2029 soll der Flugkörper serienreif sein.

Münchner Start-up Hypersonica überraschte mit dem Test

Im Gegensatz zu ballistischen Raketen, die eine parabelförmige Flugbahn haben, fliegen Hyperschallraketen besonders schnell – mit Mach 5 oder mehr. Sie können in einem flacheren Winkel fliegen, sind manövrierbar und haben keine vorhersehbare Flugbahn. Deswegen sind sie schwieriger abzufangen. Bisher verfügen nur wenige Staaten über Hyperschallraketen, darunter China, Russland und die USA. Russland hat nach Angaben Moskaus im Ukraine-Krieg Hyperschallraketen eingesetzt.

Mit dem Testflug Anfang Februar überraschte das Unternehmen Hypersonica, das seinen Hauptsitz in München und eine Tochtergesellschaft in London hat. Die Rakete HS1 ist nach Unternehmensangaben mehrere Meter lang und wiegt über eine Tonne. Technische Details machte das Unternehmen nicht publik.

Technische Herausforderung ist die Manövrierfähigkeit

Neu ist die Hyperschalltechnologie nicht, die Wurzeln reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Moderne Hyperschallraketen sollen jedoch steuerbar sein. "Der Motor ist nicht so sehr das Problem, die technische Herausforderung besteht darin, mit Hyperschallgeschwindigkeit zu fliegen und gleichzeitig mit hoher Präzision zu manövrieren", sagte Geschäftsführer und Mitgründer Philipp Kerth.

Ziel des Testflugs war es, so viele Daten wie möglich zu sammeln. "Wir sind die erste Firma in Europa, die einen privat finanzierten Hyperschall-Testflug durchgeführt hat." Hyperschall sei in Europa seit mehr als 30 Jahren vernachlässigt worden, sagte Kerth. "Europa hat keine 20 Jahre Zeit, und wir haben keine 20 Milliarden." Nach Unternehmensangaben benötigte Hypersonica neun Monate vom Entwurf bis zum Testflug. Vorbild war dabei US-Milliardär Elon Musk: Der habe mit Space X gezeigt, dass sich die Entwicklungszeit von Raketen sehr stark beschleunigen lasse.

Mit Informationen der dpa

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!