Auf der steinernen Stiftungsurkund sind Fürstbischof Julius Echter und die Personen zu sehen, für die er sein Juliusspital gegründet hatte: Arme, Kranke und Gebrechliche – ebenso Waisenkinder und Pilger auf der Durchreise.
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Wein und Wohltat: Stiftung Juliusspital hilft seit 450 Jahren

Wein und Wohltat: Stiftung Juliusspital hilft seit 450 Jahren

Vor genau 450 Jahren legte der Würzburger Fürstbischof Julius Echter den Grundstein für ein großes Spital für Arme, Kranke und Waisenkinder. Seine Stiftung zählt heute bundesweit zu den größten. Rund 50 Millionen Euro jährlich fließen in die Hilfe.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Die Not der Menschen erkennen und handeln – das war dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter ein Herzensanliegen. Während eines kalten Winters in Würzburg waren viele Obdachlose auf den Straßen Würzburgs erfroren. Echter schaute nicht weg, gründete ein Spital für Arme. Das war vor genau 450 Jahren – am 12. März 1576. Der hohen Kosten wegen war das Domkapitel anfangs dagegen. Doch Julius Echter setzte sich durch. Er stattete seine Stiftung mit Ackerflächen und Weinbergen aus.

Heute ist das Juliusspital das zweitgrößte Weingut in Deutschland. Die Erlöse finanzieren die Wohltaten. Zur Stiftung gehören u.a. das Klinikum Würzburg Mitte, ein Seniorenheim, die Epilepsie-Beratung und ein Hospiz.

Ein Ort für Sterbende

Seit zwölf Jahren gibt es im Herzen der Stadt Würzburg ein Hospiz. Von Anfang an war klar: Die Stiftung muss einen Teil der Kosten selbst schultern, denn die Krankenkassen übernehmen diese nicht komplett. Das Hospiz bietet zwölf Gästen Platz, deren Krankheitsverlauf bald zum Tod führen wird.

Wolfgang Sitzmann ist seit wenigen Tagen hier. Die Krankheit ALS zerstört seine Nerven. Der 58-Jährige kann nur noch den Kopf bewegen. Er und seine Frau sind sehr dankbar, für den Platz im Hospiz. Die ständigen Sorgen um die Pflege daheim sind verflogen. Nun können wir uns auf das wesentliche konzentrieren und Abschied nehmen, sagt Andrea Sitzmann.

Ihr ist auch wichtig zu betonen: "Auch wenn im Hospiz die Menschen dem Tod näher sind, hier wird gelebt und jeden Tag gibt es wertvolle Angebote für die Betroffenen und deren Angehörige." So wie im Hospiz hilft die Stiftung vielerorts in Würzburg.

Stiftung muss haushalten

Auch das ehemalige Spital ist gewachsen, zum Klinikum Würzburg Mitte. Vom ersten Schrei bis zum letzten Atemzug – in verschiedenen Abteilungen werden rund 30.000 stationäre Patienten jährlich versorgt.

Auch das Klinikum schreibt keine schwarzen Zahlen. Allein in den vergangenen drei Jahren mussten wir ein Defizit von insgesamt über 30 Millionen Euro schultern, so der Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck. Der Leiter der Stiftung blickt jedoch optimistisch in die Zukunft. In den vergangenen 450 Jahren habe sie immer wieder Herausforderungen meistern müssen und so will auch er mit Innovationen weiterhin im Auftrag des Stifters handeln.

Umstrittener Wohltäter Julius Echter

Julius Echter begegnet man in Würzburg vielerorts: Das große Spital unweit des Domes. Dazu eine Hauptstraße, benannt nach dem ehemaligen Fürstbischof. Zudem steht eine große Statue im Stadtkern.

Der Wohltäter hat allerdings auch eine dunkle Vergangenheit. So errichtete er sein Spital auf einem jüdischen Friedhof. Damit setzte er sich über geltendes Recht hinweg und verletzte mit seinem Vorgehen die jüdische Bevölkerung. Denn ihre Totenstätten sind für die Ewigkeit angelegt.

Als Fürstbischof urteilte Julius Echter auch über Menschen, die der Hexerei verdächtigt waren. Allerdings fanden Historiker auch Belege, über einzelne Begnadigungen durch ihn.

Facettenreiches Jubiläums-Programm

Auf der Bühne im Würzburger Theater Chambinsky wird die Geschichte Echters lebendig. Es zeigt eine Auftragsproduktion der Stiftung zum 450-jährigen Jubiläum. Der Regisseur Carsten Steuwer hat als Historiker das Stück geschrieben und beleuchtet auch die Schattenseiten Echters. Im Mittelpunkt stehen seine Wohltaten die unterhaltsam präsentiert werden in "Der Schatz des Julius Echter“.

In einer Jubiläumsbroschüre und einem Imagefilm zeigt sich die Stiftung in all ihren Bereichen. Zudem ist ein Festakt zum 450-jährigen Jubiläum geplant. Aktuell schultert die Stiftung auch ein Millionenprojekt: eine große Schule für Pflegeberufe.

Im Video: 450 Jahre Stiftung Juliusspital Würzburg

450 Jahre Stiftung Juliusspital Würzburg
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450 Jahre Stiftung Juliusspital Würzburg

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