Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff Anfang März auf dem Dubai International Airport
Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff Anfang März auf dem Dubai International Airport
Bild
Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff Anfang März auf dem Dubai International Airport
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Altaf Qadri
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Altaf Qadri
Audiobeitrag

Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff Anfang März auf dem Dubai International Airport

Audiobeitrag
> Wirtschaft >

Flüge teurer wegen Iran-Krieg: Das müssen Verbraucher wissen

Flüge teurer wegen Iran-Krieg: Das müssen Verbraucher wissen

Weil Flughafen-Drehkreuze wie Dubai und Abu Dhabi weitgehend ausfallen, sind Airlines zu großen Umwegen und zusätzlichen Flügen gezwungen. Noch dazu treiben steigende Kerosinpreise die Ticketkosten – auch für Ziele in Asien, Afrika oder Europa.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Wer am Donnerstag oder Freitag Richtung Osten fliegen möchte, hat womöglich doppelt Pech: In Deutschland streiken die Lufthansa-Piloten und noch dazu müssen viele Airlines ihre Routen umplanen, einige Flüge fallen auch aus.

Denn der Nahostkrieg hat auch die deutsche Reisebranche in den Krisenmodus versetzt. Viele Fluglinien machen einen großen Bogen um die Golfregion und den Nahen Osten. Urlauber und Geschäftsreisende müssen zum Teil deutlich mehr Zeit einplanen. Zudem verlangen einige Fluglinien mehr Geld für bestimmte Tickets.

Welche Routen sind betroffen?

Wer die Internetseite flightradar24 aufruft (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt), kann gut erkennen, wie Fluggesellschaften rechts und links um Syrien, den Irak und den Iran herumfliegen, in einem zum Teil weiten Bogen.

Das Auswärtige Amt hat mittlerweile eine ganze Reihe von Reisewarnungen ausgesprochen (externer Link). Einige galten schon vor dem Irankrieg. Das Problem für viele Flugreisende dabei ist, dass die beiden Drehkreuze Abu Dhabi und Dubai größtenteils wegfallen.

Auf den Internetseiten beider Flughäfen (externer Link) werden Passagiere darauf hingewiesen, nur zu kommen, wenn sie ein bestätigtes Ticket besitzen und von ihrer Fluggesellschaft ausdrücklich dazu aufgefordert wurden. So hat beispielsweise die Lufthansa ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis zum Samstag, den 28. März, ausgesetzt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Tel Aviv wird bis zum 2. April nicht mehr angeflogen, Teheran bis zum 30. April. Betroffen seien die Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss, ITA Airways, Austrian Airlines und Eurowings. Bislang waren die Flüge bis einschließlich 15. März gestrichen.

Wie wirkt sich die Entwicklung auf die Reisepreise in der Region aus?

Um die Drehkreuze in der Golfregion zu umgehen, will die Lufthansa "zahlreiche Extraflüge insbesondere nach Asien und Afrika anbieten". So sind unter anderem vier Extraverbindungen von München nach Singapur geplant, sowie zwei Sonderflüge von Frankfurt nach Kapstadt. Die Austrian Airlines bieten mehrere zusätzliche Verbindungen von Wien nach Bangkok an.

Die stark gestiegene Nachfrage hat aber auch zur Folge, dass Fluggesellschaften ihre Ticketpreise zum Teil deutlich anheben. Das betrifft in erster Linie Verbindungen zwischen Europa und Asien, beziehungsweise Afrika.

Als Grund wird aber nicht die höhere Nachfrage genannt, sondern die stark gestiegenen Kerosinpreise. So teilte die Hong Kong Airlines auf ihrer Internetseite mit, die Treibstoffzuschläge ab Donnerstag um bis zu 35 Prozent anzuheben. Auch die australische Fluggesellschaft Qantas und Air New Zealand haben bereits angekündigt, die Flugpreise wegen des Nahostkonflikts anzuheben.

Teures Kerosin treibt die Kosten

Die Treibstoffpreise für Flugzeuge, die vor dem Konflikt bei etwa 85 bis 90 Dollar pro Barrel Kerosin lagen, seien in den letzten Tagen drastisch auf 150 bis 200 Dollar pro Barrel gestiegen, teilte die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand mit. Zwar haben sich die Fluggesellschaften gegen sprunghafte Preisschwankungen an Terminmärkten abgesichert, doch wenn die Preise hoch bleiben oder gar noch steigen, werden sie kaum mehr ausweichen können.

Neben Personal ist Kerosin der größte Kostenblock bei Fluggesellschaften. Kerosin wird in Raffinerien aus Rohöl gewonnen. Wenn der Krieg also länger dauert und die Treibstoffpreise hoch bleiben, dann könnte das auch Auswirkungen auf Reiseziele haben, die vom Konflikt direkt gar nicht betroffen sind, wie zum Beispiel Mallorca. Möglicherweise werden auch hier aufgrund gestiegener Kerosinkosten die Ticketpreise erhöht.

Mögliche Folgen für Reisende

Urlauber müssen sich in den nächsten Wochen also nicht nur auf längere Reisezeiten und kurzfristige Änderungen einstellen, sondern unter Umständen müssen sie auch mehr bezahlen, selbst dann, wenn die Reise schon gebucht ist (externer Link).

Denn Fluggesellschaften dürfen gegebenenfalls nachträglich höhere Kerosinzuschläge verlangen. Ausschlaggebend sind hier die allgemeinen Beförderungsbestimmungen. Wenn dies dort erlaubt ist, kann die Fluglinie das auch einfordern.

Bei Pauschalreisen ist die Frage, ob es eine wirksame Preisanpassungsklausel gibt. Dann dürfen Veranstalter bis 20 Tage vor Abreise wegen höherer Kerosinkosten den Preis um bis zu acht Prozent anheben. Wenn der Veranstalter mehr als acht Prozent zusätzlich verlangt, kann der Reisende kostenlos vom Vertrag zurücktreten.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!