Weltrekordversuch in Nürnberg – ein drei Tage dauerndes Konzert mit 1.850 Bläserinnen und Bläser: 72 Stunden lang, von Donnerstag- bis Sonntagmorgen. sollten dafür durchgehend Posaunen, Trompeten, Hörner und andere Blechblasinstrumente in der Jakobskirche erklingen.
Auf (fast) alles vorbereitet
Aber was passiert, wenn sich der Zug eines Chors verspätet oder ein Musiker krank wird? "Wir haben für alles einen Notfallplan wie Blitzeinschlag, Stromausfall oder wenn jemand zu spät kommt", erläuterte Organisator Thomas Engelbrecht. Nur auf den eher unwahrscheinlichen Extremfall, dass die Nürnberger Innenstadt etwa wegen eines Anschlags oder einer Naturkatastrophe geräumt werden müsste, wäre er nicht vorbereitet gewesen, ergänzte der Organisator.
Zehn Sekunden Zeit für den Wechsel
Auch ohne höhere Gewalt – die glücklicherweise ausblieb – war die Organisation eines solchen Weltrekordversuchs nicht einfach. Damit tatsächlich 72 Stunden Live-Musik am Stück erklingen konnte, hatte Engelbrecht den Ablauf genau durchchoreografiert. Drei Gruppen spielten 90 Minuten lang immer abwechselnd. Danach waren die nächsten drei Gruppen dran, der Übergang musste nahezu nahtlos sein. Nur zehn Sekunden Pause durften zwischen den Gruppen sein, um den Rekordversuch nicht zu gefährden. Proben konnten das die mehr als 140 Posaunenchöre aus ganz Bayern vorher nicht. Der erste Wechsel am Donnerstagvormittag war also der Härtetest. "Es hat alles reibungslos geklappt", sagte Engelbrecht danach. 48 solcher Wechsel waren in den drei Tagen dafür notwendig.
Weltrekordversuch muss noch geprüft werden
Ob die hunderten Bläserinnen und Bläser aus ganz Bayern um Organisator Thomas Engelbrecht wirklich erfolgreich waren und offiziell einen Weltrekord aufgestellt haben, wissen sie noch nicht. Den gesamten Weltrekordversuch musste Engelbrecht mit Fotos und Videos dokumentieren, auch Unterschriften der Teilnehmenden sammeln. Diese Unterlagen müssen nun ans Hamburger Rekord-Institut Deutschland geschickt werden, die diese dann prüfen.
Das Institut wird eigenen Angaben nach ein bis zwei Werktage brauchen, um das Ergebnis offiziell zu bestätigen. Ein Weltrekord für das längste durchgehende Posaunenkonzert liegt demnach noch nicht vor. 2023 gab es aber ein 24-stündiges Posaunenkonzert in Hamburg. Für den ersten offiziellen Weltrekord müssen die Chöre in Nürnberg deshalb mindestens 24 Stunden und 15 Minuten spielen.
Im Video: Posaunenkonzert über 72 Stunden
Posaunenkonzert über 72 Stunden
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