Henry Müller ist stolz darauf, etwas verändert zu haben – und geht heute mit einem sichereren Gefühl über die Straße.
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Henry Müller ist stolz darauf, etwas verändert zu haben – und geht heute mit einem sichereren Gefühl über die Straße.
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Wenn Kinder gehört werden: 9-Jähriger macht Kreuzung sicherer

Wenn Kinder gehört werden: 9-Jähriger macht Kreuzung sicherer

Ein Münchner Schüler erreicht, dass eine gefährliche Kreuzung sicherer wird. Sein Beispiel zeigt, was passieren kann, wenn Kinder gehört werden. Mit der Aktion #BayernsKinder sucht jetzt der BR Wünsche und Ideen von Kindern aus ganz Bayern.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Ein mulmiges Gefühl sei es damals gewesen, sagt Henry Müller. Der 11-Jährige steht vor einer roten Fußgängerampel. Sie schaltet um auf Grün. Er zögert. Er hat noch immer im Kopf, wie es vor drei Jahren war: Hier in München an der Kreuzung von Werdenfelsstraße und Waldfriedhofstraße fahren ständig Autos über Rot, während Fußgänger bereits Grün haben.

Dass dem damals 9-jährigen Henry nichts passiert ist, liegt auch daran, dass er so aufmerksam ist. Henry, zu dem Zeitpunkt in der dritten Klasse der Grundschule, wollte etwas verändern und stellte einen Antrag bei der Kinderversammlung in Sendling-Westpark.

Bildrechte: Günter Keller/Bezirksausschuss 7 Sendling-Westpark
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Henrys Antrag aus dem Jahr 2023.

Günter Keller (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses, wollte Henrys Beobachtung genauer prüfen. Er stellt sich an die Kreuzung und filmt die Situation. Innerhalb einer Viertelstunde nimmt er vier Autos auf, die trotz roter Ampel weiterfahren.

Einige Monate nach Henrys Antrag wird dann die Verkehrsregelung tatsächlich geändert. Die sogenannte Schutzzeit an der Kreuzung wird von drei auf fünf Sekunden verlängert. Eine Seltenheit. Seitdem liegt mehr Zeit zwischen Rot für die Autos und Grün für die Fußgänger.

Aus der Beobachtung eines Grundschülers wurde damit eine konkrete Veränderung und mehr Sicherheit.

Beteiligung ist wichtig für die Entwicklung - wenn sie echt ist

Dass aus einer Kinderidee tatsächlich etwas wurde, ist nach Einschätzung von Judith Durand vom Deutschen Jugendinstitut entscheidend. Kinderbeteiligung dürfe keine reine Befragung sein. Kinder müssten wissen, was sie tatsächlich entscheiden oder beeinflussen können. Sonst entstehe sogenannte Scheinpartizipation.

Forschung zeige außerdem, dass Beteiligung für die Entwicklung von Kindern eine wichtige Rolle spiele. Kinder könnten dabei lernen, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Prozesse kennenzulernen.

Es beginnt bei kleinen Entscheidungen

Allerdings funktioniere Beteiligung nicht überall gleich gut. Laut Durand zeigen Umfragen der vergangenen Jahre, dass sich Kinder häufig nicht ausreichend gehört fühlen. Erwachsene schätzten die Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern teilweise höher ein als die Kinder selbst.

Auch der "Kinderschutz München" sieht Beteiligung als wichtigen Bestandteil seiner Arbeit. Kinder und Jugendliche sollen ihre Meinung äußern und Dinge mitgestalten können. Das beginnt nach Angaben des Vereins oft bei scheinbar kleinen Entscheidungen – etwa bei der Speiseplanung, der Gestaltung von Räumen oder gemeinsamen Regeln. Beteiligung brauche deshalb Zeit, Vertrauen und klare Rahmenbedingungen. Entscheidend sei aber, dass die Perspektive der Kinder ernsthaft berücksichtigt werde.

Ein Recht der Kinder

Das Recht auf Beteiligung ist auch in der UN-Kinderrechtskonvention verankert. Sie wurde 1989 verabschiedet und trat 1992 in Deutschland in Kraft. Deutschland und somit auch Bayern geben damit Kindern das Recht, ihre Meinung in Angelegenheiten zu äußern, die sie betreffen.

In Bayern gibt es unterschiedliche Formen der Beteiligung. Nach Angaben des Bayerischen Jugendrings gibt es in allen 96 Landkreisen und kreisfreien Städten kommunale Strukturen der Jugendarbeit, über die Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche organisiert werden. In Nürnberg besteht seit 1993 eine Kinderrechtskommission, seit 1996 gibt es dort Kinderversammlungen. Auch weitere Städte, wie beispielsweise Regensburg und Ebersberg, verfügen über Kinder- und Jugendbeiräte.

Dass die Beteiligung von Kindern für unzählige Menschen relevant sein kann, hat Henry aus München gezeigt. Seine Beteiligung hat Wirkung. Heute sagt er, er sei stolz und fühle sich an der Kreuzung jetzt sicherer.

Jetzt bewerben! BR erfüllt Kindern unbezahlbare Wünsche

Auch der Bayerische Rundfunk will die Perspektiven von Kindern stärker sichtbar machen. Im Rahmen der Aktion #BayernsKinder können Drei- bis 13-Jährige bis zum 18. Oktober auf br.de/kinder ihre Herzenswünsche einreichen oder sich für besondere Erlebnisse bewerben.

Zu den Unterstützern zählen unter anderem Checker Tobi, Alvaro Soler, Felix Neureuther und der FC Bayern. Kinder können sich beispielsweise für einen Besuch bei den Checkern bewerben, als Kinderreporter unterwegs sein, hinter die Kulissen von Bayern 3 oder des BR Fernsehens blicken oder bekannte Musiker und Sportler treffen.

Weitere Aktionen führen Kinder unter anderem zu Lokführern, Förstern, Landwirten oder zur Feuerwehr. Vom 18. bis 27. November stehen Kinder und ihre Themen dann im gesamten BR-Programm im Mittelpunkt. Höhepunkt und Abschluss ist die ARD-Kinderradionacht am 27. November.

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