Bamberg: Dutzende Besucher sonnen sich im Hainbad in Bamberg
Live nachschauen
Bildrechte: dpa-Bildfunk/David Ebener
Livebeitrag

Hitze in Bayern

Aktualisiert am
Livebeitrag
Erschien zuerst am
>

Hitzewelle in Bayern – bis zu 37 Grad erwartet

Hitzewelle in Bayern – bis zu 37 Grad erwartet

Bayern schwitzt: Bis Mitte der nächsten Woche sorgen subtropische Luftmassen für hochsommerlich warme bis heiße Temperaturen. Die Gefahr von einzelnen, teils heftigen Hitzegewittern mit Unwetterpotenzial inklusive.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Typischerweise fällt die heißeste Zeit im Jahr auf die sogenannten Hundstagetage, etwa vom 20. Juli bis zum 20. August, doch dieser Sommer wartet bereits einen Monat früher mit einer ausgewachsenen Hitzewelle auf. Bis mindestens Mitte der nächsten Woche soll es so heiß bleiben. Von einer Hitzewellte spricht man, wenn die Temperaturen an 3 aufeinander folgenden Tagen über 30 Grad liegen.

BR24 sprach mit Claudia Kleinert, ARD-Wetterkompetenzzentrum und mit Epidemiologin Alexandra Schneider (externer Link) vom Helmholtz Zentrum München über das Hitze-Wochenende in Bayern. Das Video finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Bis zu 37 Grad – Hitzewelle bis Mitte kommender Woche

Die schwül-heiße Luft kommt aus Nordafrika über Spanien und Frankreich nach Bayern und hält die Höchstwerte mehrere Tage in Folge deutlich über die 30-Grad-Marke, gebietsweise auch über 35 Grad. Die Hitzewelle dauert bis Mitte kommender Woche an, danach könnte es von Nordwesten her etwas kühler werden, aber auch dann bewegen sich die Temperaturen auf sommerlichem Niveau.

Am Freitag sind Temperaturen zwischen 31 Grad im höheren Allgäu und 37 Grad am Untermain drin. Samstag wird es teils länger sonnig manchmal mit Quellwolken. Im Tagesverlauf einige Schauer und lokal starke Hitzegewitter. Sonntag gibt es eine Mischung aus Sonnenschein und mal mehr, mal weniger Wolken. Dazu zeit- sowie gebietsweise heftige Schauer und Gewitter. Und auch der Start in die neue Woche ist sonnig und heiß. Die Temperaturen bleiben bei über 30 Grad.

Hohe Temperaturen machen besonders älteren Menschen zu schaffen

Das führt in Verbindung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit vor allem in den Nachmittagsstunden zu einer hohen bis sehr hohen Wärmebelastung, unter der vor allem Ältere sowie Menschen mit Vorerkrankungen besonders zu leiden haben. Es empfiehlt sich also, neben dem Badespaß auch diese betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger im Auge zu behalten.

Die höchste Wärmebelastung ist übrigens am späteren Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr zu erwarten, die höchste UV-Belastung dagegen um die Mittagszeit während des Sonnenhöchststandes zwischen etwa 11 und 15 Uhr. Aufgrund der hoch aufsteigenden Sonne – am Samstag ist nämlich Sommersonnenwende – ist also neben dem Hitzeschutz auch der Sonnenschutz nicht zu vernachlässigen.

Vor allem in den Städten kühlt es im Laufe der Hitzewelle zudem immer weniger ab, die kurzen Nächte werden also immer lauer – Stichwort städtische Wärmeinsel. Hier kann sich in Großstädten wie München ein Unterschied der Frühtemperaturen zwischen Umland und Innenstadt von deutlich über fünf Grad ausprägen, worunter die Schlafqualität merklich leidet. Das wird neben den Hitzespitzen oft unterschätzt und setzt gerade den Schwächeren nach mehreren Hitzetagen in Folge merklich zu.

Ein Thermometer zeigt über 30 Grad bei strahlender Sonne
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
Audiobeitrag

Ein Thermometer zeigt über 30 Grad bei strahlender Sonne

Ab Freitag schwere Gewitter möglich

Die Luftfeuchtigkeit liefert zudem den Treibstoff für kräftige Hitzegewitter. Das größte Risiko für unwetterartige Entwicklungen besteht zwar ab Freitag vor allem in Westdeutschland, aber auch in Bayern sind örtlich schwere Gewitter möglich, vor allem im westlichen Franken sowie von Schwaben bis zu den oberbayerischen Alpen. Ein gelegentlicher Blick in den Nachmittagshimmel oder auf die Wetter-App kann hilfreich sein.

Wird man trotzdem im Freien von einem plötzlichen Gewitter überrascht, sollte man keinesfalls "Buchen suchen" oder "Linden finden", jeder freistehende Baum zieht Blitze potenziell an. Schafft man es nicht mehr in Innenräume oder in einen Pkw, sollte man auf jeden Fall sofort aus dem Wasser gehen und es vermeiden – wegen der sogenannten Schrittspannung –, breitbeinig zu stehen, sondern sollte sich in der Hocke hinkauern, bis das Unwetter abgezogen ist.

Weitere Hitzewelle könnte bald folgen

Ab Mittwoch deutet sich eine vorübergehende Abschwächung der Hitze an, jedoch zieht sich die hochsommerliche Luftmasse lediglich nach Frankreich zurück und kann sich in den Folgetagen rasch wieder zu uns nach Bayern ausdehnen. Dann würde bereits eine weitere Hitzewelle folgen. Ob das dann der Fingerzeig für einen besonders heißen Sommer wird, ist noch unklar, jedoch stellt sich in drei von vier Jahren zwischen Ende Juni und Anfang Juli eine Großwetterlage ein, die über den Hochsommer bis etwa Mitte August Bestand hat.

Denn in den folgenden Wochen ändern sich Tageslänge sowie Meeresoberflächentemperaturen, einflussreiche Rahmenbedingungen für die Ausprägung von Großwetterlagen, nur wenig. Das ist übrigens der Kern der sogenannten Siebenschläfer-Regel, die besagt, dass das Wetter sieben Wochen so bleibt, wie es am 27. Juni war. Das ist natürlich zu scharf formuliert, aber es steht nun aus meteorologischer Sicht jedenfalls eine interessante Phase an.

Bayernkarte: Hitzewarnungen des DWD

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!