Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will sich dafür einsetzen, dass die Wasserstraßen trotz des Klimawandels weiter genutzt werden können. Bilger war in diesem Rahmen am Montag an der Donau in Niederbayern zu Gast. Dort sei er mit den Auswirkungen niedriger Pegelstände konfrontiert gewesen, sagte Bilger im Interview mit BR24 TV. Konkrete Versorgungsengpässe gebe es aktuell nicht. Zugleich betonte er: "Wir müssen Vorsorge treffen für den Fall, dass die Niedrigwasser-Situation so anhält, und dann darauf auch reagieren können."
Beim Umgang mit Niedrigwasser soll der Donauausbau helfen. Durch das Projekt soll die Abladetiefe für Güterschiffe um 20 Zentimeter verbessert werden. Das ermögliche 200 Tonnen zusätzliche Ladung pro Schiff bei Niedrigwasser, so der Minister. Die für Schiffe wichtige Abladetiefe von 2,50 Metern werde dann an rund 200 statt bisher 144 Tagen im Jahr zur Verfügung stehen. Für Donnerstag hat der Minister zu einem Spitzengespräch ins Verkehrsministerium eingeladen. Thema soll das Niedrigwasser an Donau und Rhein sowie mögliche Maßnahmen sein.
Hochwasserschutz im Fokus
Auch wenn zurzeit wegen der Hitze und Trockenheit die niedrigen Pegel im Fokus stehen, dient der Donauausbau schwerpunktmäßig dem Schutz vor Hochwasser: Künftig sollen Kommunen entlang des Streckenabschnittes vor Hochwasser geschützt sein. Der Startschuss für die Deichbauarbeiten ist für das Frühjahr 2027 geplant. Diesen Herbst beginnen den Angaben nach Arbeiten zur Sicherung von Trinkwasserleitungen an zwei Stellen, an denen der Deich diese kreuzt.
Bilgers bayerischer Amtskollege Christian Bernreiter (CSU) sagte, die Menschen in den Donaugemeinden warteten "sehnlichst" auf den Ausbau des Hochwasserschutzes. Denn dann könne in den Kommunen auch wieder gebaut werden. Bernreiter erinnerte an das verheerende Hochwasser im Jahr 2013 bei Deggendorf.
Jahrzehntelanger Streit um Ausbau
Der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen war jahrzehntelang heftig umstritten. Ursprünglich war eine Kanalisierung geplant, doch Umweltschützer kämpften vehement gegen neue Staustufen auf der rund 69 Kilometer langen Strecke. Später wurde der naturnahe Ausbau ohne weitere Stauwerke beschlossen.
Der erste Abschnitt zwischen Straubing und Deggendorf ist schon länger im Bau. Insgesamt soll das Projekt inklusive der Naturschutzmaßnahmen rund zwei Milliarden Euro kosten.
Mit Informationen von dpa.
Im Video: Bundesverkehrsminister Bilger – Müssen Vorsorge treffen
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