Im Münchner Olympiapark hören Menschen das Taylor-Swift-Konzert aus der Ferne.
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Zaungäste beim Taylor-Swift-Konzert in München
Bildrechte: picture alliance / SZ Photo | Robert Haas
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Zaungäste beim Taylor-Swift-Konzert in München

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Wie erwünscht sind Zaungäste bei Open-Air-Konzerten?

Wie erwünscht sind Zaungäste bei Open-Air-Konzerten?

Sommer und Live-Musik gehören zusammen. Das Angebot ist groß, die Tickets teuer. Viele lauschen dem Konzert deshalb lieber als Zaungäste. Zuletzt zum Beispiel beim "Hafensommer" in Würzburg oder bei Mark Forster in Kitzingen. Aber ist das okay?

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Kein Ticket, aber Picknick: Auf den Mainwiesen in Würzburg machen es sich schon ein paar Musikfans mit Decken und Campingstühlen gemütlich. Die Bühne des Musikfestivals "Hafensommer" auf der gegenüberliegenden Mainseite, in Hörweite. An diesem Abend auf dem Programm: Die Sängerinnen Sorvina und Catt.

Freundinnen verabreden sich als Zaungäste beim "Hafensommer"

Die Freundinnen Antonina und Miriam haben sich dieses Konzert extra herausgesucht. "Die Idee war eigentlich ein Date", sagt Antonina. "Einfach mal die Freundin treffen, um zusammen was Gutes zu erleben. Obst, Snacks, gute Freunde und gute Musik – was will man mehr?" Sicht auf die schwimmende Bühne auf dem Main haben die beiden von dort zwar nicht, sie hören trotzdem jeden Ton.

München 2024: Taylor Swift ohne Konzertticket hören

Bei großen Konzertveranstaltungen entscheiden sich immer mehr Menschen für diesen Weg. Das Angebot ist groß, gerade im Sommer. Doch die Tickets sind oft teuer. Bei der "Eras Tour" von Taylor Swift vor zwei Jahren hatten zum Beispiel zehntausende Fans in München ohne Ticket mitgefeiert – als Zaungäste auf dem Olympiaberg. Mit Picknickdecken und Sonnenschirmen hatten sie es sich auf dem "Mount Swiftie" bequem gemacht, wie der Olympiaberg genannt wurde. Normale Tickets haben hier bis zu 200 Euro gekostet.

Kitzingen: Alte Mainbrücke wird zur Tabu-Zone beim Mark-Forster-Konzert

In Kitzingen sorgte eine Entscheidung von Oberbürgermeister Enis Tiz (Freie Wähler) zuletzt für Diskussionen: Kurz vor dem Mark-Forster-Konzert Mitte Juli untersagte er das "Verweilen auf der Alten Mainbrücke". Das ist ein beliebter Platz für Zaungäste mit Blick auf Bühne und Main. Unter der Brücke ließ die Stadt außerdem engmaschige Netze spannen. Zu groß war die Sorge vor hüpfenden Fans oberhalb – und bröckelnden Steinen unterhalb der Brücke.

Es zeigte sich schon in den Kommentaren zur Ankündigung von Enis Tiz auf Facebook (externer Link), dass mit dieser kurzfristigen Entscheidung nicht alle zufrieden waren. Er könne das verstehen, sagt der im Frühjahr frisch gewählte Oberbürgermeister: "Ich selbst habe als Jugendlicher sehr viele Konzerte als Zaungast besucht, das ist wunderschön", sagt Tiz. Er betont, dass es ihm bei dieser Entscheidung nur um eines gegangen sei: "Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger."

Nächsten Sommer wieder "Verweilen erlaubt"?

Die Mainbrücke war früher eine Landkreisbrücke und gehört seit rund 20 Jahren der Stadt Kitzingen. Schon länger gelten größere Veranstaltungen dort laut Tiz als heikel. Deshalb behalte man sich auch für den Kitzinger Stadtlauf oder Silvester vor, den Aufenthalt auf der Brücke zu verbieten. Doch: Dauerzustand soll das nicht bleiben. Noch in diesem Jahr sollen ein neues statisches Gutachten und erste Sanierungsaufträge folgen, anschließend ein Gestaltungswettbewerb, damit die Brücke langfristig erhalten bleibt und wieder ohne Einschränkungen als Treffpunkt genutzt werden kann, so Tiz.

"Ich möchte nicht wieder vor einer Veranstaltung dastehen und sagen: Die Brücke ist sanierungsbedürftig und deswegen müssen wir sie für das Verweilen sperren", so der Oberbürgermeister. Den Vorwurf, die Stadt habe mit ihrer Entscheidung kommerzielle Interessen des Veranstalters "Bavaria Live Promotion" verfolgt, weist Tiz entschieden zurück. Bis zu 90 Euro hat ein Ticket für das Mark-Forster-Konzert gekostet.

Eintritt zahlen bei Konzerten – eine Frage des Respekts?

Beim Würzburger "Hafensommer" werde man Zaungäste auch ohne Einschränkungen weiterhin dulden. Durch das angrenzende Kraftwerk und die dadurch versperrte Sicht am Alten Hafen hätten diese aber auch wenig Freude an einem Konzert, sagt Ingolf Stöcker. Er ist stellvertretender Leiter des Fachbereichs Kultur der Stadt Würzburg und veranstaltet die Konzertreihe mit. "Wenn das Kraftwerk nicht da wäre und da jetzt Hunderte von Menschen wären, dann wäre das natürlich auch eine wirtschaftliche Sache oder auch eine Sache des Respekts", sagt er mit Blick auf die nichtzahlenden Gäste. "Da eine Leistung in Anspruch zu nehmen, für die andere Geld bezahlen oder sich Mühe geben, dass die Leistung gut wird: Das fänden wir nicht schön", so Stöcker weiter.

Ob und wie viel es dem Publikum also in Zukunft wert ist, mittendrin oder doch lieber etwas außerhalb im Sommer Live-Musik zu genießen, das kann es weiterhin selbst entscheiden. Die Schallwellen jedenfalls – sie kennen keine Zäune.

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