Das Heizwerk Memmingen-Benningen baut seine eigene Energieversorgung weiter aus. Künftig soll auch die Abwärme des Memminger Elektrotechnikherstellers Magnet-Schultz genutzt werden. Die bislang ungenutzte Wärme aus der Produktion wird zum Heizwerk geleitet und dort für das Fernwärmenetz aufbereitet.
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Bei Magnet-Schultz entstehen elektromagnetische Steuerteile, die beispielsweise in Landeklappen von Passagierflugzeugen oder Automatikschaltungen von Autos eingesetzt werden. In der Produktion werden dafür Tauchbäder mit Temperaturen von bis zu 90 Grad eingesetzt. Die dabei entstehende Wärme soll nun nicht mehr ungenutzt bleiben.
"Diese Abwärme kann nun über das Fernwärmenetz zurück gespeist werden", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Albert Schultz. Damit könnten andere Industrieunternehmen, aber auch Wohnhäuser beheizt werden.
Wärmepumpe nutzt industrielle Abwärme
Kooperationspartner und Betreiber des Heizwerks ist die E-Con AG aus Memmingen. Eine neue Übergabestation verbindet die Produktion von Magnet-Schultz mit dem Ab- und Fernwärmenetz. Die industrielle Abwärme werde vom Unternehmensstandort und zur Energiezentrale geleitet, erklärt E-Con-Vorstand Peter Waizenegger. Dort diene sie als Quelle für eine Wärmepumpe, die wiederum das Fernwärmenetz versorge.
Das im März in Betrieb genommene Heizwerk versorgt ein Fernwärmenetz, das für bis zu 3.700 Haushalte ausgelegt ist. Als Energiequellen dienen bislang unter anderem eine Hackschnitzelanlage und Sonnenstrom vom Flughafen Memmingen. Mit der Abwärme von Magnet-Schultz kommt nun ein weiterer Baustein hinzu.
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In dieser Übergabestation kommt die Industrie-Abwärme zum Heizwerk.
Experte sieht bundesweites Potenzial
Stephan Bosch vom Lehrstuhl für Humangeographie und Transformationsforschung der Universität Augsburg sieht in dem Projekt Potenzial über die Region hinaus. In der Industrie falle viel Abwärme an, etwa bei Kühlungsprozessen. Häufig werde diese Energie bisher nicht genutzt.
Das Heizwerk Memmingen-Benningen gehört nach Angaben der Projektbeteiligten zu den ersten Wärmenetzen, die Mittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze erhalten haben. In der Investitionssumme von knapp 30 Millionen Euro sind mehr als elf Millionen Euro Förderung enthalten.
Nach Angaben des Projektentwicklers und Betreibers E-Con AG kann das Heizwerk jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas ersetzen. Dadurch sollen etwa 6.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Künftig sollen weitere Industrieunternehmen ihre Abwärme an das Heizwerk liefern.
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