(Archivbild) Eine Narr mit Narrenkappe geht an Faschingswägen vorbei.
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(Archivbild) Wie steht es um die Sicherheit bei Faschingsumzügen?
Bildrechte: picture alliance/dpa | Daniel Vogl
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Wie steht es um die Sicherheit bei Faschingsumzügen?

Wie steht es um die Sicherheit bei Faschingsumzügen?

Strengere Sicherheitsauflagen und ein weiterhin "hohes abstraktes Gefährdungsniveau": Bayerische Faschingsvereine kämpfen darum, ihre Umzüge trotzdem auf die Straße zu bringen. Wie sicher sind die Züge – und wer bezahlt am Ende dafür?

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Bald rollen wieder bunte Wägen durch die bayerischen Innenstädte, die Vereine stehen schon in den Startlöchern, Kostüme sind besorgt und Wagen gebaut. Doch bevor es losgehen kann, haben viele Karnevalsgesellschaften Vorkehrungen zu treffen. Als Veranstalter liegt die Verantwortung für die Sicherheit der Faschingszüge oft bei ihnen: Sicherheitskonzepte werden mit der Kommune abgestimmt, Zufahrtsstraßen mit Pollern und Fahrzeugen abgesichert, Polizei, Feuerwehr und THW ins Boot geholt.

Herrmann: Potenzielles Anschlagsrisiko durch Islamismus

Denn nach den Amokfahrten der vergangenen Jahre wurden die Sicherheitsmaßnahmen in vielen Städten und Kommunen massiv verschärft, insbesondere nach dem Anschlag in München mitten in der letzten Faschingszeit, der aktuell vor Gericht verhandelt wird.

Derzeit gebe es zwar keinerlei konkrete Hinweise auf Anschlagspläne, so der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), jedoch bestehe in ganz Europa ein potenzielles Anschlagsrisiko durch islamistischen Extremismus, das Innenministerium spricht von einer "hohen abstrakten Gefährdung". Umso wichtiger sei es daher, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen.

Mobiles Konzept in Schweinfurt: "Umzug ist gut abgesichert"

So beispielsweise im unterfränkischen Schweinfurt. Hier wurden die Vorkehrungen im vergangenen Jahr verschärft und auch dieses Jahr habe man alle Knotenpunkte und Kreuzungen nochmals geprüft, so Jan von Lackum, Sicherheitsreferent der Stadt. Durch mobile Sperrmöglichkeiten wie Poller und Fahrzeuge würden die Zufahrtsstraßen blockiert. Zum Umzug werden zwischen 20.000 und 25.000 Besucher erwartet. Dass hier erhöhte Maßnahmen erforderlich sind, könne man nicht mehr wegdiskutieren, so von Lackum. Aber durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Faschingsverein, Stadt und Sicherheitsbehörden sei der Schweinfurter Umzug gut abgesichert.

Höhere Kosten für Stadt und Vereine

Für die Veranstalter der Umzüge gehen die Maßnahmen aber auch mit erhöhten Kosten einher. Der Faschingszug in Schweinfurt wird von der Ersten Schweinfurter Karnevalsgesellschaft ESKAGE mit ehrenamtlichem Engagement durchgeführt. Zwischen 7.000 und 10.000 Euro investiere der Verein jedes Jahr, sagt Präsident Florian Dinkel.

Dieses Jahr sei eine enorme Herausforderung, denn wegen der Haushaltslage der Stadt fehle ein Zuschuss von rund 5.000 Euro, der Umzug habe zeitweise auf der Kippe gestanden Stemmen kann ihn der Faschingsverein nur dank einer Spendenkampagne. Aufgeben komme aber nicht infrage, so Dinkel. Das würden auch die Reaktionen der Besucher zeigen: Die hätten sich im vergangenen Jahr bedankt, dass der Faschingszug trotz allem stattgefunden hat, "weil es einfach ein bisschen Brauchtum in die Stadt bringt."

"Es ist wichtig, dass wir auf diese Veranstaltungen nicht verzichten"

Auch Innenminister Herrmann betont: Eben weil die Umzüge gut abgesichert sind, müsste niemand Angst vor dem Besuch haben. Er persönlich freue sich schon darauf, Faschingszüge zu besuchen. "Es ist auch wichtig, dass wir auf diese Veranstaltungen nicht verzichten, denn dadurch würden Terroristen ja ihr eigentliches Ziel erreichen: dass wir unser Leben ändern, weil es diese Terroristen gibt", so der Innenminister.

Damit Faschingsumzüge eine Zukunft haben, könnte es künftig andere Finanzierungskonzepte brauchen, so wie beispielsweise im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau. Im Gegensatz zum Schweinfurter Umzug werden hier Eintrittsgelder eingesammelt. Die Gebühr von 3,50 Euro sei mit allen Faschingsgesellschaften abgestimmt, sagt Bernhard Veh, Vorstand der Höchstädter Schlossfinken. Ohne diese Einnahmen könnten die Umzüge nicht mehr gestemmt werden.

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