150 Bäume könnte das Baureferat in der Münchner Fußgängerzone und den angrenzenden Straßen pflanzen. Bäume, die im Sommer für Abkühlung sorgen und die Altstadt damit zu einem lebenswerteren Ort machen würden.
Um das Projekt zu finanzieren, haben Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Die Grünen) im Sommer die Münchnerinnen und Münchner um Unterstützung gebeten. Mit der Spendenaktion "Schatten spenden", die den Kampf gegen den Klimawandel zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe machen soll. Besonders in Zeiten einer "angespannten kommunalen Haushaltslage".
Bisher reichen die Spenden für einen Baum
Seit knapp fünf Monaten läuft die Spendenaktion "Schatten spenden", rund 69.000 Euro sind bisher gespendet worden. Und wie viele Bäume kann die Stadt damit pflanzen? Das Baureferat schreibt auf Anfrage, die "standortgenaue Kostenermittlung für die Pflanzung möglicher neuer Baumstandorte in der Altstadt" sei noch nicht abgeschlossen. Man erwarte aber "Kosten im mittleren bis hohen fünfstelligen" Bereich. Und zwar pro Baum.
Mehr als 50.000 Euro für einen Baum in der Fußgängerzone: Warum ist das so teuer? Laut Baureferat aufgrund der "sehr aufwendigen Planung und Baudurchführung": Die Münchner Altstadt sei voller unterirdischer Leitungen, Tiefgaragen, U-Bahn-Tunnel. Je Baum müsse eine Baugrube ausgehoben werden, die so groß ist wie eine Standard-Garage. Die werde dann mit einem Substrat gefüllt, das die Wasser- und Nährstoffversorgung des Baums sichert.
Außerdem sei ein spezieller "technischer Wurzelschutz" notwendig. Denn jeden Tag fahren schwere Rettungs- und Lieferfahrzeuge durch die Altstadt und dabei auch über die Wurzeln.
Die ersten Bäume sollen im Herbst gepflanzt werden
Von den 150 geplanten Bäumen rund um die Fußgängerzone ist bisher gerade mal einer durch die Spendenaktion finanziert. Das Aus für das Projekt bedeutet das aber nicht. Grundsätzlich bestimmt der Stadtrat darüber, wie viel Geld das Baureferat für Baumpflanzungen bekommt. Das soll demnächst passieren. Währenddessen läuft die Spendenaktion unverändert weiter.
Im Herbst sollen dann die ersten sechs Bäume in der Sendlinger Straße gepflanzt werden. Ab 2027 sollen dann weitere am Frauenplatz, am Petersplatz in der Dienerstraße und am Marienplatz folgen.
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