Nach dem Aufruf der Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" zu ganztägigen Streiks am Donnerstag und Freitag hat Lufthansa einen Sonderflugplan veröffentlicht. Demnach bleibt gut die Hälfte des ursprünglich geplanten Flugprogramms bestehen, bei Langstreckenverbindungen 60 Prozent.
Größere Flüge und Partner-Airlines
Zusätzlich übernehmen Partnergesellschaften und auch Lufthansa-Tochterairlines zahlreiche Flüge, allen voran von und nach Frankfurt und München. Auch beabsichtigt die Lufthansa, größere Flugzeuge einzusetzen, um mehr Gäste befördern zu können.
Ohnehin von der Streikankündigung durch Cockpit ausgenommen sind Flüge in den Nahen Osten, also Ziele in Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Und auch Lufthansa City Airlines plant mit allen für Donnerstag und Freitag vorgesehenen Flügen. Lufthansa CityLine wird noch am Donnerstag von Cockpit bestreikt und ist am Freitag weitestgehend im Regelverkehr.
München stark, Nürnberg kaum betroffen
Neben Frankfurt ist vor allem der Münchner Flughafen vom Pilotenstreik betroffen. Für morgen wurden 230 von etwa 800 geplanten Starts und Landungen annulliert, für Freitag 180. Der Albrecht-Dürer-Flughafen in Nürnberg indes bleibt vom Streikgeschehen weitestgehend verschont. Derzeit sind vier für Donnerstag geplante Flüge nach Frankfurt annulliert, der restliche Verkehr soll bislang planmäßig stattfinden.
Reisende werden laut Lufthansa aktiv per E-Mail benachrichtigt, sollte ihr Flug betroffen sein. Wer nicht kontaktiert wird, kann vorerst von einem regulär startenden Flug ausgehen. Bei Pauschalreisen hingegen ist der Reiseveranstalter der erste Ansprechpartner. Weitere Informationen zum aktuellen Flugstatus bietet die Lufthansa im Web oder in ihrer App.
Streikgrund: Altersvorsorge
Cockpit hat 5.000 Piloten zum Warnstreik aufgerufen. Im Streit mit der Lufthansa geht es unter anderem um die betriebliche Altersvorsorge. Auch nach der Streikankündigung habe die Lufthansa kein Angebot vorgelegt, kritisiert Cockpit: "Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen möchte", erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Man warte nun, bis "ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt", kündigte der Sprecher der Tarifkommission, Arne Karstens, an.
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