Zwischen Razzia und Misthaufen – Dorfpolizei im Einsatz
Zwischen Razzia und Misthaufen – Dorfpolizei im Einsatz
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Polizeimeister Andreas Holleis aus der Dienststelle Brannenburg in Oberbayern
Bildrechte: BR / Juliane Rummel | Montage: BR
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Polizeimeister Andreas Holleis aus der Dienststelle Brannenburg in Oberbayern

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Zwischen Razzia und Großbrand – Unterwegs mit der Dorfpolizei

Zwischen Razzia und Großbrand – Unterwegs mit der Dorfpolizei

Großbrand, Razzia und ein Einsatz am Misthaufen: Zwischen Inntal-Autobahn-Dreieck und Alpenrand haben die Beamten der Polizeidienststelle Brannenburg an der Grenze zu Österreich viel zu tun. Kontrovers – Die Story begleitet die Dorfpolizei dabei.

Über dieses Thema berichtet: Kontrovers am .

"Wir müssen unbedingt schauen, dass die Leute da wegkommen", sagt Fabian Bernhardt. Der Polizeioberkommissar und sein Partner Manuel Stölzel kommen gerade beim Großeinsatz an. Die giftige Rauchsäule ist schon von Weitem zu sehen gewesen. Kontrovers – Die Story begleitet die Dorfpolizisten in ihrem Dienstgebiet rund um das oberbayerische Brannenburg an der Grenze zu Österreich.

Vor Ort: Großbrand und Explosionen

Erst vor Ort zeigt sich das Ausmaß: Eine Autowerkstatt in Bad Feilnbach steht in Flammen. Sie liegt mitten in einem dicht bebauten Industriegebiet. Umliegende Gebäude müssen evakuiert werden. Es herrscht akute Explosionsgefahr. Denn in dem Gebäude sei auch Gas gelagert, haben die Polizisten über Funk erfahren.

Ihre Hauptaufgabe: Gebiet absperren, Werkstatt und bei Bedarf weitere Gebäude evakuieren, Anwohner informieren und vor allem, die Feuerwehr dabei zu unterstützen, den Brand schnell löschen zu können – bevor es schlimmer wird. Danach sind wieder die Polizisten gefordert.

"Es ist dann an der Polizei, die Brandursache auszuforschen: Hat da jemand absichtlich irgendwie gezündelt, ist irgendwas bei der Lagerung schiefgegangen oder ist es eine technische Geschichte?" Fabian Bernhardt, Polizeioberkommissar

Zur Reportage von Kontrovers - Die Story: Unterwegs mit der Dorfpolizei

Kernaufgabe: Lage unter Kontrolle bringen

Für das ungeübte Auge scheint die Lage vor Ort unübersichtlich zu sein: Regen, eine massive Rauchsäule, blinkendes Blaulicht, etliche Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, immer wieder kommt es zu kleinen Explosionen. Ein lauter, rhythmischer Piepton ist zu hören. "Das ist eine Katastrophenwarnung wegen der Rauchgase für die Anwohner hier", erklärt Bernhardt. Und doch sind alle für solche Fälle ausgebildet und die Situation ist schnell koordiniert.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr hat sich einen Überblick verschafft: "Wir gehen Stand jetzt von einem kompletten Verlust des Gebäudes aus: Wir haben keine baulichen Brandabschnitte."

Giftige Rauchsäule zieht Schaulustige an

Polizeihauptkommissar Manuel Stölzel kümmert sich derweil um das Drumherum: Immer wieder unterschätzen manche die Gefahr, sind neugierig oder lassen sich von der Polizeiabsperrung nicht von ihrem Weg abbringen. "Außen rumgehen", weist Stölzel immer wieder Passanten zurecht und warnt: "Gehts ihr auch aus dem Rauch raus!"

Und er informiert Anwohner, die nicht sicher sind, wie sie sich zu verhalten haben. "Ist man hier gefährdet?", ruft ihm eine Frau vom Balkon zu. Nein, aktuell nicht, gibt Stölzel Entwarnung. Erst, wenn der Rauch käme, müsse sie aus dem Haus, ruft er ihr zu. Immer wieder knallt es aus Richtung des Brandes. "Entweder stürzt da irgendwas ein, oder es sind doch kleine Explosionen oder was", schätzt Stölzel.

Alltag hier: Alles andere als Alltag

Knapp drei Stunden braucht die Feuerwehr schließlich, bis sie den Brand unter Kontrolle hat. Zu großen Explosionen kommt es nicht mehr. Insgesamt 180 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Verletzte gibt es nicht. Und die Brandursache?

"Das ist sehr früh, um da was zu sagen. Mei, wir sind im Industriegebiet, es ist alles spekulativ. Wir haben die Kriminalpolizei hinzugezogen, das sind die Experten, das sind die Brandermittler. Die schauen jetzt, dass sie jetzt möglichst zeitnah rausfinden, was da ursächlich war. Bisher können wir das tatsächlich nicht sagen." Fabian Bernhardt, Polizeioberkommissar

Alltäglich war dieser Einsatz nicht. Aber so etwas wie Alltag ist in diesem Beruf sowieso selten. Sicher ist jedoch, dass das Aufgabenspektrum groß ist. Familienstreitigkeiten, rumgeschmissener Mist, eine großangelegte, gemeinsame Razzia mit anderen Dienststellen oder eben Großbrände: Das sind nur einige der Einsätze, die die Dorfpolizisten binnen kurzer Zeit erleben.

Fabian Bernhardt schätzt genau das an seinem Beruf: "Ich finde, der Polizeiberuf ist mit Abstand der abwechslungsreichste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Also, für mich ist das perfekt", sagt er in der Reportage von Kontrovers – Die Story. Man käme morgens in die Arbeit und wisse nie, was einen den Tag über erwartet.

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