Menschen stehen am 1. März 2026 vor einem "Emirates"-Schalter am Flughafen München (Symbolbild).
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Menschen stehen am 1. März 2026 vor einem "Emirates"-Schalter am Flughafen München (Symbolbild).
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Menschen stehen am 1. März 2026 vor einem "Emirates"-Schalter am Flughafen München (Symbolbild).

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Krieg im Nahen Osten: So unsicher ist die Lage für Reisende

Krieg im Nahen Osten: So unsicher ist die Lage für Reisende

Israel, Iran, Golfstaaten: Für viele Länder im Nahen Osten gibt es eine Reisewarnung. Wie sollten Urlauber mit gebuchten Reisen umgehen? Was gilt für Ägypten, Zypern und die Türkei? Und was passiert mit Touristen, die in Dubai oder Doha festsitzen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die USA und Israel greifen den Iran an – der wiederum mit Gegenangriffen auf US-Stützpunkte und Ziele in mehreren arabischen Staaten reagiert. Für Reisende bedeutet das alles: Gefahr und Unsicherheit. Für welche Regionen und Länder gilt eine Reisewarnung? Wie sollten sich Menschen verhalten, die eine Reise gebucht haben? Was passiert mit festsitzenden Urlaubern in Dubai oder anderswo? Alle wichtigen Infos im Überblick.

Für diese Länder gilt aktuell (Stand: 2.3.2026) eine Reisewarnung

Nach der Eskalation im Nahen und Mittleren Osten hat das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise deutlich verschärft. Die Lage kann sich schnell ändern, deshalb sollten Sie immer nochmal selbst auf der Webseite des Auswärtigen Amts nachschauen (externer Link).

Aktuelle Warnungen gibt es vor Reisen in folgende Staaten und Regionen: Israel, Palästinensische Gebiete, Libanon (mit Ausreiseaufforderung), Jordanien, Syrien, Irak, Iran (mit Ausreiseaufforderung), Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate (inkl. Dubai, Abu Dhabi), Saudi-Arabien, Katar und Jemen. Das Auswärtige Amt rät, geplante Reisen in die genannten Länder derzeit zu unterlassen. Einige dieser Regionen wurden laut Berichten von iranischen Raketen getroffen. Den Libanon hat wiederum die israelische Luftwaffe inzwischen ebenfalls attackiert.

In mehreren Staaten der Region – unter anderem Iran, Israel sowie zeitweise Katar, Kuwait und Bahrain – war bzw. ist der Luftraum für den zivilen Flugverkehr ganz oder weitgehend gesperrt. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA empfiehlt, den Luftraum über der Konfliktregion in allen Höhenlagen zu meiden. Deshalb werden viele Ziele in der Region aktuell nicht regulär angeflogen.

Was heißt das für Menschen mit einer gebuchten Reise?

Wer in der nächsten Zeit eine Reise in die Krisenregion gebucht hat, muss die neuesten Reise- und Sicherheitshinweise gut verfolgen. Aktuell sieht es nicht danach aus, als würde sich die Lage innerhalb weniger Tage oder Wochen entspannen. Tipps und Hinweise für Betroffene – je nach Urlaubsart:

  • Pauschalreisen: Bei einer offiziellen Reisewarnung können Pauschalreisende in der Regel kostenfrei stornieren oder auf einen späteren Termin bzw. ein anderes Ziel umbuchen. Das bestätigen mehrere Reiseveranstalter auf BR24-Anfrage. Wichtig: Nicht vorschnell selbst stornieren, sondern den Veranstalter kontaktieren und dessen Infos abwarten.
  • Nur Flug gebucht: Viele Airlines (u. a. Lufthansa Group, Emirates, Etihad, Qatar Airways, Condor) haben Flüge in die Region erstmal gestrichen. Prüfen Sie den Flugstatus und kontaktieren Sie die Airline – häufig gibt es eine kostenlose Umbuchung oder Erstattung. Wer über Dubai, Abu Dhabi oder Doha nach Asien/Ozeanien umsteigen sollte, wird meist auf andere Routen umgebucht.
  • Hotel / Ferienwohnung einzeln gebucht: Hier gelten die Stornobedingungen des Anbieters vor Ort. Ist die Unterkunft noch erreichbar, hängt eine Erstattung oft von Kulanz ab. Eine abgeschlossene Reiserücktrittsversicherung kann helfen – aber nur, wenn militärische Konflikte abgedeckt sind.

Was ist mit Reisen nach Ägypten, Zypern oder in die Türkei?

Für Ägypten gilt laut dem Auswärtigen Amt eine Teilreisewarnung: Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel, das ägyptisch‑israelische Grenzgebiet (außer Taba) und entlegene Sahara-Gebiete wird gewarnt. Für Badeorte wie Hurghada oder Marsa Alam bestehen keine Beschränkungen, Reisende sollen aber die angespannte Lage in der Region und Huthi-Angriffe im Roten Meer im Blick behalten.

Für Zypern liegt aktuell ebenfalls keine Reisewarnung vor. Besondere Einschränkungen wegen des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten nennt das Auswärtige Amt nicht, es rät zur üblichen Wachsamkeit. Wegen eines Drohnenangriffs strich die Lufthansa aber am Montag zwei Zypern-Flüge, die eigentlich vom Flughafen München aus starten sollten. Wie es weitergeht, ist bisher offen.

Für die Türkei gibt es keine generelle Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät aber wegen der angespannten Sicherheitslage zur erhöhten Vorsicht.

Karte zur militärischen Lage im Nahen Osten:

Was kann man mit Blick auf die Osterferien sagen?

Die Osterferien beginnen in Bayern am 30. März, also in genau vier Wochen. Auch wenn US-Präsident Donald Trump zuletzt davon gesprochen haben soll, der Krieg könne etwa vier Wochen dauern, ist eine Prognose derzeit unmöglich. Auch Reisende, die in den Osterferien in die Region woll(t)en, sollten sich deshalb frühzeitig über Stornierungsmöglichkeiten informieren.

Was passiert mit festsitzenden Urlaubern?

In der Golfregion sitzen zehntausende, insgesamt wohl über 100.000 Touristen fest. Flughäfen wie Dubai, Abu Dhabi und Doha waren zeitweise ganz oder weitgehend geschlossen, viele Kreuzfahrtschiffe liegen auf Warteposition. Nach anfänglicher Zurückhaltung kündigte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) inzwischen an, Flugzeuge nach Maskat (Oman) und Riad (Saudi-Arabien) zu schicken. Dort seien die Lufträume noch geöffnet, Sicherheit gehe bei der Entsendung allerdings vor. Die Lufthansa habe aber grundsätzlich Kapazitäten.

Von der Lufthansa heißt es vor Wadephuls Ankündigung auf BR24-Anfrage: "Sobald es die Lage vor Ort und die damit verbundenen Luftraumsperrungen erlauben, werden wir über zusätzliche Flüge aus der Region entscheiden, um unseren Gästen baldmöglichst eine Heimreise anbieten zu können."

Für Betroffene gilt laut Auswärtigem Amt:

  • In der Krisenvorsorgeliste "ELEFAND" (externer Link) registrieren – wichtig für mögliche Evakuierungsflüge.
  • Anweisungen lokaler Behörden, Hotels und Reiseveranstalter befolgen – und in geschützten Bereichen bleiben.
  • Kommerzielle Ausreisemöglichkeiten prüfen, sobald der Flugverkehr schrittweise wieder anläuft.
  • Reiseveranstalter und EU-Fluggesellschaften verlängern Aufenthalte teils auf eigene Kosten und buchen auf spätere Rückflüge um.
  • Quittungen über zusätzliche Ausgaben sollten gesammelt werden, um sie später bei der Airline, dem Reiseveranstalter oder der Versicherung geltend zu machen.

BR24live zum Nachschauen: Krieg im Nahen Osten – was Reisende jetzt wissen müssen

Urlauber sitzen an Info-Tischen am Flughafen Dubai.
Bildrechte: REUTERS/Johannes Christo
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Gestrandete Passagiere

BR24 auf TikTok: Krieg im gesamten Nahen Osten?

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