Angriffe der USA und Israels auf den Iran sowie iranische Vergeltungsschläge haben zu einer der schwersten Störungen des weltweiten Flugverkehrs seit Jahren geführt. Wichtige Flughäfen im Nahen Osten, darunter das weltgrößte internationale Drehkreuz Dubai, wurden am Samstag geschlossen. Auch der Schiffverkehr ist betroffen, mehrere Kreuzfahrten wurden abgesagt.
Verletzte in Dubai
Der Flughafen von Dubai, der mehr als 1.000 Flüge pro Tag abwickelt, wurde bei einem iranischen Vergeltungsangriff in der Nacht beschädigt. Nach Angaben des Medienbüros (externer Link) der Stadt wurden vier Mitarbeiter am internationalen Flughafen verletzt. Die Emirate sprachen von einer "schweren Attacke mit iranischen ballistischen Raketen". Zudem wurden das bekannte Hotel Burj Al Arab und der Hafen Dschabal Ali in Mitleidenschaft gezogen.
Dubai: Luftraum "für eine ganze Weile gesperrt"
Die Flughafenbetreiber in Dubai setzten alle Flüge am Dubai International und am Al Maktoum International bis auf Weiteres aus und forderten die Passagiere auf, nicht zu den Flughäfen zu kommen. "Passagiere und Fluggesellschaften können davon ausgehen, dass der Luftraum für eine ganze Weile gesperrt bleiben wird", sagte Eric Schouten, Leiter der Luftfahrtsicherheitsberatung Dyami.
Auch die internationalen Flughäfen von Abu Dhabi und Kuwait waren betroffen. Der internationale Flughafen in Bahrain wurde ebenfalls bei einem Drohnenangriff beschädigt. Es gebe aber keine Todesopfer, erklärte das Innenministerium auf der Plattform X. Das Gelände werde gesichert. Am Hamad International Airport in Doha waren die Flugsteige nach Angaben eines Reuters-Zeugen fast leer, während gestrandete Passagiere Schlange standen, um Hotelzimmer zu organisieren.
Der Internetdienst Flightradar24 berichtet, dass heute an sieben Flughäfen im Nahen Osten - Dubai International, Doha, Abu Dhabi, Schardscha, Kuwait, Bahrain, Dubai World-Central - mehr als 3.400 Flüge gestrichen wurden.
Zahlreiche Länder im Nahen Osten schlossen ihren Luftraum, darunter der Iran, der Irak, Kuwait, Israel und Bahrain. Fluggesellschaften in Europa und im Nahen Osten kündigten weitreichende Streichungen an. Auch in München wurden am Sonntag mehrere Flüge annulliert. Dubai und das benachbarte Doha sind wichtige Drehkreuze für den Flugverkehr zwischen Ost und West. Deshalb sind auch zahlreiche Passagiere in anderen Ländern betroffen, die dort umsteigen wollten.
Lufthansa: Betroffene Passagiere können kostenfrei umbuchen
Auf der Webseite von Lufthansa (externer Link) heißt es: "Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten, werden die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman Erbil und Teheran bis einschließlich 7. März aussetzen." Ebenfalls bis einschließlich 7. März werden zusätzlich folgende Lufträume nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuweit, Bahrain, Dammam und Iran. Zudem werde der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate ebenfalls bis einschließlich 4. März nicht genutzt. Betroffene Fluggäste können laut Lufthansa kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück.
Hunderttausende sitzen fest
"Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können", sagte der britische Luftfahrtanalyst John Strickland. Er wies zudem darauf hin, dass große Fluggesellschaften vom Golf wie Emirates und Qatar Airways auch zu den größten Frachtfluggesellschaften der Welt gehören.
Die Luftfahrtbehörde der Europäischen Union (EASA) empfahl ihren Fluggesellschaften am Samstag, den von der Militäraktion betroffenen Luftraum zu meiden. Mehrere internationale Airlines, darunter Lufthansa, British Airways und Turkish Airlines, änderten bereits ihre Routen.
Kreuzfahrtschiffe können nicht auslaufen
Ebenfalls betroffen, wenn auch in geringerem Ausmaß sind Kreuzfahrt-Passagiere: MSC Cruises hat die Fahrt der "MSC Euribia" abgesagt. Auch der Reisekonzern TUI hat geplante Fahrten mit der "Mein Schiff 4" sowie der "Mein Schiff 5" gestrichen. Die Urlauberschiffe liegen gerade im Persischen Golf und damit genau in der Krisenregion.
Alle Gäste seien informiert worden und würden das auch weiterhin, hieß es. Landausflüge seien abgebrochen oder gar nicht erst gestartet worden. Laut den Sicherheitsanweisungen dürfen die Außendecks der Schiffe nicht mehr betreten werden. Alle Passagiere sollen sich im Schiffsinneren aufhalten und möglichst Fenster meiden. Beide TUI-Schiffe bieten Platz für je 2.500 Passagiere sowie jeweils 1.000 Crewmitglieder.
Die USA und Israel hatten am Samstag ihren bislang umfassendsten Angriff auf den Iran gestartet und dabei Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen.
Mit Informationen von Reuters, dpa, AP.
Gestrandete Passagiere auf Bali - viele Flüge gehen über Drehkreuze wie Dubai oder Doha.
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