21.07.2026, Berlin: Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, spricht während der Präsentation des Bundeslagebilds Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Live nachschauen
21.07.2026, Berlin: Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, spricht während der Präsentation des Bundeslagebilds Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bild
Bundeslagebild Sexualdelikte Kinder und Jugendliche
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow
Livebeitrag

Bundeslagebild Sexualdelikte Kinder und Jugendliche

Aktualisiert am
Livebeitrag
Erschien zuerst am
>

Anstieg sexualisierter Gewalt gegen Kinder – über 17.000 Fälle

Anstieg sexualisierter Gewalt gegen Kinder – über 17.000 Fälle

Trotz vieler Maßnahmen: Die Polizei registriert mehr Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf über 17.000. Sorgen bereiten den Zuständigen vor allem Gefahren aus dem Netz.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 17.126 Fälle, das waren rund 1.600 mehr als noch im Jahr 2021, wie aus dem Bundeslagebild "Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen" des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, das in Berlin vorgelegt wurde.

Ist Deutschland tatsächlich unsicherer geworden oder werden Straftaten heute häufiger entdeckt? BR24 spricht mit Kerstin Claus, der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (externer Link) , über die Gründe für die steigenden Fallzahlen. Darüber was sich daraus folgend in Politik und Praxis ändern müsste, spricht BR24 mit Yvonne Öffling vom Verein AMYNA e. V. (externer Link) , der sich für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt einsetzt. Das Video finden Sie eingebettet oben in diesem Artikel.

Im Vergleich zu 2024 stieg die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um 772. Die Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung bestand. Bei Jugendlichen stieg die Zahl von 1.191 auf 1.239 Fälle. Als Kinder gelten strafrechtlich Personen unter 14 Jahren.

Deutlich mehr Mädchen Opfer sexueller Gewalt

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Chef Holger Münch und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, legten die Zahlen in Berlin vor. Das Bundeslagebild basiert auf Daten der bereits veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und nimmt besonders die Bereiche sexueller Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen (Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in den Blick.

Den Angaben zufolge wurden insgesamt 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern registriert, ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der Opfer waren Mädchen, 4.866 Jungen. 

Auch die Zahl der Tatverdächtigen stieg erneut, von 12.368 auf 12.823. Es handele sich hauptsächlich um männliche, alleinhandelnde Tatverdächtige. 

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist eine unerträgliche Realität. Darüber zu sprechen, ist schwer aber notwendig, denn die Zahlen in Deutschland nehmen zu.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
Videobeitrag

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist eine unerträgliche Realität. Die Zahlen in Deutschland nehmen zu.

Zahlen zeigen nur Hellfeld

Die Statistik spiegelt nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie bearbeiteten Straftaten wider – das sogenannte Hellfeld – einschließlich sogenannter Versuchstaten. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst. "Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen", heißt es in dem Bericht.

Dobrindt erklärte, die Zahlen seien erschreckend. "Wir müssen unsere Kinder besser schützen - besonders in der digitalen Welt", so Dobrindt. Täter dürften sich nicht in der Anonymität des Internets sicher fühlen.

Mit Informationen von dpa und KNA

Interview mit Tanja von Bodelschwingh, Leiterin N.I.N.A. e.V. zum Thema sexuelle Gewalt
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
Videobeitrag

Interview mit Tanja von Bodelschwingh, Leiterin N.I.N.A. e.V. zum Thema sexuelle Gewalt

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!