Beim Abendessen im Urlaub ein Glas mehr vom leckeren Hauswein zu genießen und sich trotzdem ans Steuer zu setzen oder mit lockerem Gasfuß in den Sonnenuntergang zu fahren, kann in manchen Ländern empfindlich teuer werden. Schlimmstenfalls ist sogar das Auto weg. Es gibt aber auch Bußgeldfallen, die Touristen gar nicht vermuten. Was die Urlaubskasse ungewollt belasten kann, haben wir zusammengestellt.
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Alkohol am Steuer – oft empfindlich teuer
Die Promillegrenzen im Ausland liegen mit 0,5 oft auf deutschem Niveau, so zum Beispiel in Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz. Mit 0,2 haben Länder wie Norwegen, Schweden und Polen strengere Grenzwerte. In der Slowakei und Tschechien darf am Steuer gar kein Alkohol im Spiel sein.
Während bei uns für den Erstverstoß ab 0,5 Promille 500 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte drohen, kann das im Ausland deutlich teurer werden. In der Schweiz sind mindestens 635 Euro fällig, in Dänemark wird ein Monatsverdienst als Strafe angesetzt.
Ab einem Wert von 1,5 Promille kann in Italien und Lettland auch das Auto beschlagnahmt werden – in Lettland ist es dann für immer weg. Eingezogene Fahrzeuge werden dort entweder verkauft oder bei entsprechender Eignung an die ukrainische Armee abgegeben.
Der Urlaubskasse zuliebe: Tempolimits und Einfahrverbote beachten
Wer bei uns den Gasfuß nicht im Griff hat, kommt bis 20 km/h Überschreitung mit einem Bußgeld von 60 Euro davon (innerorts 70 Euro). In Italien werden 175 Euro fällig, in der Schweiz 190 und in den Niederlanden über 200 Euro. Weitere Besonderheit in Italien: Tempoverstöße zwischen 22 und 7 Uhr sind rund ein Drittel teurer.
Nach Angaben des ADAC werden Strafen aus dem EU-Ausland bei uns ab einer Grenze von 70 Euro vollstreckt. Diese gilt für das Bußgeld plus anfallende Verwaltungskosten. Eine besondere Regelung gibt es für Österreich: Dort angefallene Bußgelder werden bereits ab einer Grenze in Höhe von 25 Euro plus Verwaltungskosten eingetrieben.
In Italien sind verkehrsbeschränkte Zonen besonders zu beachten, sogenannte "ZTL/Zona a traffico limitato". Dort besteht ein generelles oder zeitlich limitiertes Fahrverbot für unberechtigte Fahrzeuge. Die Beschilderung ist oft nicht eindeutig: Da die Zonen meist mit Video überwacht und berechtigte Kennzeichen elektronisch abgeglichen werden, ist besondere Vorsicht geboten, da man den Verstoß so oft nicht einmal mitbekommt. Ähnlich verhält es sich mit italienischen Busspuren, die üblicherweise mit einer gelben Linie abgetrennt sind. Befährt man die, kann ebenfalls ein Bußgeld ins Haus flattern.
Handy am Steuer – in Italien besonders teuer
Dass während der Fahrt im Auto zum Handy gegriffen wird, ist alltäglich – aber potenziell lebensgefährlich. Das liegt an der immens hohen Ablenkungsgefahr – nur eine Sekunde nicht auf die Straße zu achten, bedeutet bei 50 km/h einen Blindflug von 14 Metern. In Deutschland ist das Handyverbot inzwischen deutlich weitreichender gefasst und gilt für alle elektronischen Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen. Bußgeld: mindestens 100 Euro und einen Punkt in Flensburg.
Auch im Ausland gilt die Devise: Bei der Fahrt – Finger weg vom Handy. Italien greift inzwischen besonders hart durch. Wer das erste Mal mit einem Smartphone am Lenkrad erwischt wird, muss zwischen 250 und 1.000 Euro zahlen. Aber auch in anderen Nachbarländern kann ein Verstoß viel Geld kosten: Nach Angaben des ADAC werden zum Beispiel in Frankreich 135 Euro fällig, in Slowenien 250 und in den Niederlanden 430 Euro.
Maut nicht vergessen – geht meistens online
Maut für Autobahnen und teilweise auch Bundesstraßen wird in mehreren europäischen Ländern erhoben. Dazu gehören Österreich, die Schweiz und Slowenien (jeweils externe Links). Für diese Länder müssen Vignetten gekauft werden, die eine unterschiedliche Gültigkeitsdauer haben. In der Schweiz gibt es die Maut nur jahresweise. In Österreich ist die Vignette für 2026 übrigens rot – und es ist die letzte, die man als Aufkleber kaufen kann. Ab 2027 gibt es dann nur noch die digitale Variante im Mautshop der Asfinag (externer Link) zu kaufen.
Auch Mautverstöße können teuer werden: In der Schweiz kostet das 175 Euro plus den Mautpreis als Strafe und in Österreich ist die sogenannte "Ersatzmaut" zu Jahresbeginn teurer geworden. Statt 120 werden nun 200 Euro fällig, wird man mit dem Auto ohne Pickerl erwischt.
Dieser Artikel ist erstmals am 23. März 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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