Schneefall und Eisregen haben am Donnerstag erneut für Behinderungen und Einschränkungen, vor allem im Nordosten Deutschlands gesorgt. In Berlin fielen einzelne U-Bahnen aus. Der Hauptstadtflughafen BER hat den Betrieb wegen Blitzeises vorübergehend eingestellt. Auch am Freitagmorgen waren weiterhin keine Starts und Landungen möglich. Es sei unklar, wann der Betrieb wieder starten könne, sagte eine Flughafensprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Morgen. Der Flughafen BER empfiehlt daher, den Flugstatus zu überprüfen (externer Link).
Glätte führt zu Unfällen
Die Polizei meldete indes mehrere Glätteunfälle. Besonders betroffen war die Autobahn 10 bei Potsdam. Insgesamt 19 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Lagezentrums der Polizei in Potsdam waren zwischen dem Autobahndreieck Nuthetal und der Anschlussstelle Michendorf in beiden Fahrtrichtungen jeweils mehrere Fahrzeuge bei großer Glätte ineinander gefahren.
Glätte, Angst, Kritik: Tausalzverbot unter Druck
Die Straßen in der Hauptstadt blieben am Donnerstag über Stunden massiv schneebedeckt, Geh- und Radwege waren zudem schon vor dem neuerlichen Schneefall extrem glatt. Zugleich galt weiter ein Tausalzverbot für Privatleute. Eine Allgemeinverfügung des Berlin Senats, mit der der Salzeinsatz ausnahmsweise erlaubt werden sollte, war am Mittwoch vom Berliner Verwaltungsgericht kassiert worden.
Geklagt hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), weil Streusalz vor allem für Straßenbäume schädlich ist. Dafür gab es reichlich Kritik, auch von den Grünen. Die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang sprach auf X von einem "Bärendienst für gesellschaftliche Mehrheiten für Naturschutz". Ältere Menschen verließen teilweise ihre Wohnung nicht mehr, weil sie Angst hätten, sich zu verletzen.
Auch U-Bahnen zum Teil betroffen
Laut Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) waren am Donnerstagmorgen zwei U-Bahn-Linien von den Einschränkungen betroffen, weil sich trotz des Einsatzes eines sogenannten Schienenschmierzuges Blitzeis auf den Stromschienen gebildet hatte. Auch im Bus- und Straßenbahnverkehr ging es glättebedingt langsamer voran, es kam zu Verspätungen.
Stillstand auf Schiene
Unterdessen gab es am Donnerstag auch im Fernverkehr erneut Probleme. Wie bereits am Tag zuvor war die Strecke Berlin–Hannover betroffen. Auch bei den Regionalbahnen im Nordosten kam es zu Ausfällen und witterungsbedingten Beeinträchtigungen, wie DB Regio auf X meldete.
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten teilte mit, dass die Parks und Schlösser in Berlin und Brandenburg wegen des Wetters geschlossen blieben. Es müsse mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen gerechnet werden, hieß es zur Begründung.
Schneechaos sorgt für Schulausfälle
Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es bei mehreren regionalen Verkehrsanbietern Probleme. So bat die Verkehrsgesellschaft Vorpommern Greifswald (VVG) angesichts des Schneefalls alle Schüler, schon vor dem Mittag mit den Schulbussen in ihre Heimatorte zu fahren. Rund um die Stadt Waren fuhren am Morgen gar keine Busse, wie es von der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) hieß.
Die Schulen blieben in Mecklenburg-Vorpommern zwar grundsätzlich geöffnet. Schüler, die Schwierigkeiten hatten, zur Schule zu kommen, galten laut Landesbildungsministerium allerdings als entschuldigt.
Nicht nur im Nordosten, auch etwa in Niedersachsen gab es erneut witterungsbedingte Einschränkungen. In mehreren Landkreisen blieben auch dort am Donnerstag die Schulen geschlossen. In Sachsen gab es zahlreiche witterungsbedingte Unfälle. So krachte es allein in den Landkreisen Bautzen und Görlitz laut zuständiger Polizei bis Donnerstagmittag 80 Mal. Verletzt wurde niemand.
DWD gab Warnung heraus
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am frühen Morgen weiterhin mit überfrierendem Regen und Glatteis im Nordosten des Landes. Eine Unwetterwarnung sprach der DWD für die Mecklenburger Seenplatte bis zur Ostsee aus. Dort drohe gefrierender Regen mit Eisansatz. Weiter südlich gebe es Glatteis. Die Lage dürfte sich demnach im Tagesverlauf bei Temperaturen um den Gefrierpunkt langsam entspannen. Vereinzelt könne noch Schneegriesel fallen.
Mit Informationen von AFP und dpa.
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