Schnee, Eisregen und Glatteis – der Winter hat sich heute in ganz Deutschland von seiner ungemütlichen Seite gezeigt. Im Berufsverkehr kam es zu vielen Unfällen, auch in Bayern. Einsatzkräfte waren teilweise im Dauereinsatz, vor allem im Norden des Freistaats.
Schulausfälle - Nahverkehr steht still
Besonders betroffen sind die Regionen rund um Nürnberg und Würzburg. In ganz Mittelfranken etwa fällt der Unterricht aus, auch in Unterfranken. Welche Städte und Landkreise betroffen sind, ist auf der Website des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus nachzulesen: Ausfall des Präsenzunterrichts in Bayern (externer Link). Viele Menschen hatten auch Probleme, am Morgen in die Arbeit zu kommen. Straßen waren spiegelglatt oder verschneit. Räumfahrzeuge kamen örtlich kaum hinterher. Öffentliche Busse fuhren teils nicht.
Mindestens 20 Zentimeter Neuschnee in Unterfranken
Vor allem in Unterfranken sind die Räumdienste im Dauereinsatz. In Würzburg hat es in der vergangenen Nacht durchgeschneit. Es liegen mindestens 20 Zentimeter Neuschnee. In Aschaffenburg waren es mindestens 15 Zentimeter Neuschnee. Auf der A3 blieben mindestens 15 Lkw hängen, stellenweise ging gar nichts mehr. Mittlerweile ist die A3 wieder geräumt.
Die Polizei in Unterfranken meldete rund 90 Unfälle, die meisten davon sind sogenannte Rutschunfälle. Einige Personen wurden dabei leicht verletzt. Mittlerweile beruhigt sich die Lage auf den Straßen wieder.
Mancherorts sei der Schneefall aber noch so intensiv, dass geräumte Flächen innerhalb kurzer Zeit wieder zuschneien. So auch auf der Höchrhönstraße zwischen Bischofsheim und Dreiländereck. Wegen des starken Schneefalls und der voraussichtlich winterlichen bleibenden Verhältnisse wird die Hochrhönstraße zwischen Holzberghof und Dreiländereck für mindestens eine Woche gesperrt. Eine Räumung ist derzeit wegen des kalten Windes nicht möglich – der weggeräumte Schnee wird sofort wieder auf die Straße geweht.
Weiter Schneefall im nördlichen Franken
Für Tim Staeger vom HR-Wetterkompetenzteam fallen die Schneefälle in Franken nicht in die Kategorie "ganz normaler Wintertag". Im Januar waren es in Bayern schon 16 Schneetage, normal sind im Durchschnitt zwölf Tage. Das Wetter derzeit sei markant, aber noch im Bereich der natürlichen Schwankungen, so der Wetterexperte. Die Schwankungen unterschieden sich aber von Jahr zu Jahr enorm. So gab es in den Jahren 2009 und 2010 pro Jahre 60 Schneetage, mittlerweile läge der Durchschnitt bei 25 Tagen.
Momentan schneit es vor allem im Norden weiter. Der Deutsche Wetterdienst hat jedoch seine Unwetter-Warnungen aufgehoben. Im Süden geht der Schnee teilweise in Regen über, später auch in Franken. Nur im südlichen Alpenvorland zeigt sich die Sonne. Im Laufe der kommenden Nacht verlagert sich das Tiefdruckgebiet Richtung Polen.
Grafik: Bayernkarte - Wetterwarnungen des DWD
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