Ankunft von Afghanen mit Aufnahmezusage (Archiv)
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Bundesregierung holt 192 Afghanen per Charterflug

Bundesregierung holt 192 Afghanen per Charterflug

Die Bundesregierung hat Afghanen aus dem Aufnahmeprogramm per Charterflug nach Deutschland gebracht. Die 192 Menschen flogen von Islamabad zum Flughafen Erfurt. In Pakistan warten weitere Afghanen mit Zusage auf eine Ausreise nach Deutschland.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Die Bundesregierung hat erstmals seit dem Regierungswechsel Afghaninnen und Afghanen aus dem Bundesaufnahmeprogramm per Charterflug nach Deutschland gebracht. Die 192 Menschen flogen von Islamabad zum Flughafen Erfurt, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mitteilte. Sie wurden anschließend ins Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachsen gebracht, von wo aus sie später auf die Bundesländer verteilt werden. 

Viele Afghanen warten noch in Pakistan auf Ausreise

Es handelt sich um Personen, die in Afghanistan mit der Bundeswehr zusammengearbeitet hatten und seit der erneuten Machtübernahme der Taliban im benachbarten Pakistan festsaßen, zum Teil seit Monaten oder sogar Jahren. Ihnen drohte die Abschiebung nach Afghanistan.

Weitere Menschen mit einer Aufnahmezusage warten noch in der pakistanischen Hauptstadt auf eine Ausreise nach Deutschland. In den vergangenen Monaten waren mehrfach Afghanen von Islamabad mit Linienflügen nach Deutschland gebracht worden. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums haben 62 von ihnen ein Angebot angenommen, gegen eine Geldzahlung ihren Antrag auf Aufnahme zurückzunehmen. Mit einigen weiteren Afghanen laufen demnach noch Gespräche.

Einige der Neuankömmlinge hatten zuvor geklagt

Viele der am Dienstag angekommenen Menschen hatten zwischenzeitlich geklagt, um in Deutschland aufgenommen zu werden und Schutz zu erhalten. Es sind allerdings auch einige darunter, deren Klageverfahren entweder noch läuft, oder die eine Ablehnung erhalten hatten. Am 20. November waren zuletzt 52 Afghanen mit Aufnahmezusage nach Deutschland eingereist.

Die schwarz-rote Bundesregierung stoppte das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen im Mai. Neben früheren Ortskräften deutscher Institutionen und ihren Angehörigen sollten über das Programm auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fürchten müssen, etwa weil sie sich in der Vergangenheit als Anwälte oder Journalistinnen für Menschenrechte eingesetzt haben. Die Vorgängerregierung von SPD, Grünen und FDP hatte für die Aufnahme von Afghanen mit Aufnahmezusage mehrfach Charterflüge organisiert.

Mit Informationen von dpa

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